23.
Juni
2015
Big Data in Deutschland: „Brauchen uns nicht zu verstecken“

Big Data in Deutschland: „Brauchen uns nicht zu verstecken“

  Nachgefragt bei Uwe Weiss
(CEO Blue Yonder)

Bereits zum vierten Mal lädt Blue Yonder zum großen Big-Data-Branchentreffen „Datalympics“ nach Köln − das klingt ein bisschen nach sportlichem Wettbewerb. Wo steht Deutschland denn im internationalen Big-Data-Vergleich?

Uwe Weiss: Die Assoziation zum sportlichen Wettbewerb ist beabsichtigt. Big Data ist ein sehr großer Markt mit Wachstumsraten in den letzten Jahren von rund 34 Prozent im Jahr. Dominiert wird der Markt größtenteils von amerikanischen Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley. Firmen wie Google oder Apple, die seit Jahren Daten sammeln, sind uns natürlich weit voraus. Was das intellektuelle Potenzial, die Ausbildung und die Ideen angeht, müssen wir uns in Deutschland und Europa dahinter keineswegs verstecken. Was uns aber häufig fehlt, ist der Mut, die Dinge in der nötigen Geschwindigkeit und ohne Angst vor Fehschlägen durchzuziehen. 


Siemens, Lufthansa, Bonprix – die Bandbreite der Referenten bei den „Datalympics“ ist groß. Wo liegt der gemeinsame Nenner bei all diesen unterschiedlichen Branchen?

Uwe Weiss, CEO Blue YonderWeiss: Die wirtschaftlichen Fragestellungen sind in allen Branchen ähnlich, zum Beispiel: Wie stelle ich meine Warenverfügbarkeit sicher? Was ist der Kunde bereit für meine Produkte zu zahlen? Wie gestalte ich meine Produktionsprozesse effizienter und optimiere die Logistik? Wie setze ich Ressourcen nachhaltiger ein? Wie verbessere ich insgesamt meine Kennzahlen?

All diesen Firmen ist bewusst, dass sie ihr Unternehmen nur durch konsequente Digitalisierung erfolgreich in die Zukunft steuern können. Dafür brauchen Sie neue Lösungen, die auf Vorhersagen basierend Entscheidungen treffen und steuern.

In der Industrie, vor allem in der Automobilindustrie und der Luftfahrtbranche ist durch Sensoren, Industrie 4.0 und das Internet of Things schon sehr viel an Maschinenvernetzung und vorausschauenden Big-Data-Analysen möglich. Auch in der Ersatzteillogistik wird schon viel getan. Versicherungen arbeiten bereits in der Risikoanalyse und zur Tariffindung mit Predictive Analytics. Führend in der Hinsicht ist der Handel, der heute schon seine Disposition und Preisgestaltung zum Teil mithilfe von Predictive Applications automatisiert.


Gibt es zurzeit einen dominierenden Big-Data-Trend?

Weiss: Ein Top-Trend ist die zunehmende Automatisierung und die individuelle Betrachtung von massenhaften operativen Entscheidungen und Prozessen mit Hilfe von Machine Learning. Dabei spielen Predictive Applications eine wesentliche Rolle. Sie versetzen Unternehmen in die Lage, auf Basis von Prognosen Entscheidungen zu automatisieren und Folgeprozesse zu steuern und bringen unserer Erfahrung nach Potenzial für eine vielfach verbesserte Entscheidungsqualität. Deshalb ist Automatisierung zusammen mit der Vorhersage allein der Schlüssel zum Erfolg – und ist daher richtungsweisend in Big Data.


Blue Yonder ist der führende Plattform-Anbieter für Predictive Applications im europäischen Markt und in diesem Jahr bereits zum vierten Mal Ausrichter des Big Data & Analytics Kongresses (auch bekannt als "Datalympics"). Das Event bringt führende Köpfe der Big-Data-Branche zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die in diesem Jahr vom 7. bis zum 8. Juli in Köln stattfindet, stehen zahlreiche Vorträge, Workshops und Praxisbeispiele. Interessierte können sich hier anmelden.

Foto:  © Imillian – Fotolia.com



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