29.
Juli
2015
Amerikas Kampf für Klimaschutz: Theater oder echtes Signal?

Amerikas Kampf für Klimaschutz: Theater oder echtes Signal?

  Andreas Streubig
(Bereichsleiter Corporate Responsibility, Otto Group)

Wow. 13 große US-Konzerne verpflichten sich zu mehr Klimaschutz. Das klingt nach einem riesigen Schritt im Streben um weltweiten Klimaschutz. Vielleicht ist es das ja auch. Definitiv ist es mal ein wichtiges Zeichen. 

Ein Zeichen der Politik, dass sie gewillt ist, durch intelligente Rahmensetzung gesellschaftliche Kräfte zu entfesseln. Ein Zeichen der Unternehmen, dass sie gewillt sind, mitzuhelfen bei der Bewältigung eines von ihnen mit hervorgebrachten Umweltproblems. Ein Zeichen an uns alle, denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, lässt sich wirksam etwas bewegen. 

Andreas StreubigBei uns im Konzern haben wir bereits früh erkannt, dass ein Positionswechsel in der Klimapolitik notwendig ist. Wirtschaftlichen Erfolg sichern und zugleich die Erde für nachfolgende Generationen erhalten – das war schon vor 30 Jahren ein erklärtes Ziel von Dr. Michael Otto. Heute bin ich stolz, dass die Otto Group mit einer ambitionierten Klimastrategie zur Senkung des CO2-Ausstoßes entschlossen gegen den fortschreitenden Klimawandel vorgeht. Denn in unserer Nachhaltigkeitsstrategie 2020 haben wir uns u.a. dazu verpflichtet, die standort-, transport- und mobilitätsbedingten CO2-Emissionen bis 2020 um 50 Prozent im Vergleich zu 2006 zu senken. Bis 2040 haben wir uns sogar eine Reduktion um 70 Prozent ins Pflichtenheft geschrieben. 

Um Synergien zu nutzen und nötige Veränderungen voranzutreiben, engagiert sich die Otto Group auch zusammen mit anderen großen deutschen Unternehmen für den Klimaschutz. Gemeinsam mit Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführern anderer Unternehmen gründete Dr. Michael Otto im Jahr 2011 die „Stiftung 2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“. Die Initiative versteht sich selbst als Kristallisationspunkt für den gesellschaftlichen Dialog mit Wissenschaft und Politik rund um einen wirksamen Klimaschutz. Im Mittelpunkt steht das eine große Ziel, das der Initiative auch ihren Namen gab: Die durchschnittlich globale Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken. 

Doch wirksamer Klimaschutz kann sich in Zeiten globaler Wertschöpfungs-netzwerke nicht auf Deutschland und die eigenen Standorte beschränken. Im Jahr 2012 entstand deshalb auf Initiative der Otto Group zusammen mit anderen deutschen Handelsunternehmen die „Carbon Performance Improvement Initiative“ (CPI2). Gemeinsam arbeiten die Mitgliedsunternehmen daran, auch in den weltweiten Lieferketten Energie zu sparen und damit das Klima zu schützen. 

Die Zusagen der amerikanischen Großkonzerne, mit konkreten Zielen und in eigener Verantwortung gegen den Klimawandel vorzugehen, stimmen mich optimistisch. Nicht zuerst wegen der dadurch verhinderten CO2-Emissionen. Sondern wegen der damit verbundenen Signalwirkung. Mit Blick auf den bevorstehenden Weltklimagipfel 2015 in Paris brauchen wir solche Signale. Sie könnten alle beteiligten Parteien daran erinnern, dass wir eine gemeinsame Verantwortung für diesen Planeten haben. Und dass ein Bündeln der Kräfte unerlässlich ist, um globale Probleme wirksam anzugehen.



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