02.
Februar
2018
Pop-Up-Stores: Bald mehr als Treffpunkte der Inszenierung?

Pop-Up-Stores: Bald mehr als Treffpunkte der Inszenierung?

  Florian Hoffmann
(Projektmanager Multichannel Retail Excellence)

Im Rahmen der Otto Group Blogparade #Zukunftsblick: Die Welt von morgen schaue ich auf ein Konzept des Handels, das schon heute mehr als ein Trend ist und zukünftig an Relevanz zunehmen dürfte: die Pop-Up-Stores.

Pop-Up-Formate sind schon heute aus der Handelslandschaft nicht mehr wegzudenken und könnten sich vom Trend zum Standard entwickeln. Pop-Up-Stores sind Treffpunkte der Inszenierung, Überraschung und des Entertainments und bieten Unternehmen Flexibilität sowie die Möglichkeit, sich genau dort zu präsentieren, wo relevante Zielgruppen ihre Zeit verbringen. Mit anderen Worten: näher an die eigene Zielgruppe rücken und das mit einer zugespitzten und individuellen Aussage.

Pop-Up-Stores: Schon heute kein Nischenprodukt mehr

EinkaufszentrumZwar ist der Pop-Up bereits von einem Nischenprodukt zu einer nachgefragten Bühne für Unternehmen verschiedenster Branchen geworden, jedoch steht der Markt erst am Anfang einer stetigen Entwicklung. Bei den innovative Konzepten wie beispielweise im „Bikini“ in Berlin, im „Boxpark“ in London, im „Dumbo Retail Space“ in NYC oder im Gastro-Konzept „Laden-Ein“ in Köln und Düsseldorf stehen Markenpositionierung, Markenerlebnisse und Aufmerksamkeit im Zentrum der Pop-Up-Strategie, ebenso wie Neukundengenerierung und Kundenbindung.

Der Druck auf Umsätze im stationären Einzelhandel begünstigt dabei die Idee der Pop-Up-Stores. Zum einen wollen schon heute viele Einzelhändler aufgrund sinkender Frequenzen keine langfristigen Mietverträge mehr, verhandeln ihre Mietverträge grundlegend nach, reduzieren Flächen, vermieten unter und überdenken ihre Standorte. Die meisten Vermieter gehen noch davon aus, dass es sich bei Pop-Ups nur um ein anderes Mietmodell handelt, das es ihnen ermöglicht, Flächenleerstände bei Mieterwechsel mit gewerblicher Kurzzeitvermietung zu füllen.

Zum anderen führt der Druck auf den Umsatz auch zu einer klareren Kundenfokussierung, die sich in unverwechselbaren, authentischen, möglichst lokalen Markenerlebnissen zeigt. Es geht darum, zu einem positiven Lebensgefühl und zur Individualität der Konsumenten beizutragen. Die Lösung sind oft Pop-Up-Stores. Soweit zum Status Quo. 

Wie sieht es zukünftig aus?

In einigen Jahren erwarte ich, dass Marken ihre Zielgruppe um ein Vielfaches besser kennen als heute und bei der Bedürfniserkennung immer einen Schritt voraus sind. Dies wird auch Auswirkungen auf die Pop-Up-Konzepte haben: Pop-Ups stehen zukünftig nicht nur für Innovation, Produkt-Launch und Lifestyle, sondern gleichermaßen für flächendeckende, branchenübergreifende Bedürfnisbefriedigung der Konsumenten durch spitz zugeschnittene, kuratierte Sortimente, die zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort über einen gewissen Zeitraum oder spezifischen Zeitpunkt bereitgestellt werden. Die Voraussetzung ist ein detailliertes, datenbasiertes Verständnis über die eigene Zielgruppe zur klaren Differenzierung beziehungsweise Positionierung gegenüber Wettbewerbern. In einigen Jahren haben auch die Vermieter ihre Vertragsmodelle dementsprechend angepasst und Pop-Ups machen das Immobilienangebot zunehmend dynamisch und mobil. So werden Immobilen als Plattform für jegliche Art von Konzepten dienen und basierend auf Kundenverhalten geöffnet, geschlossen, repositioniert und ausgewechselt. Diese Logik erinnert an Teaser im E-Commerce.

Das ist eine Idee für die Zukunft. Wie auch immer Stores in einigen Jahren aussehen werden, entscheidend wird das Wissen über die Zielgruppe sein. Es geht nur noch bedingt um die alte Maklerweisheit „Lage, Lage, Lage“. Es heißt eher: Zielgruppe, Zielgruppe, Zielgruppe.


Hinweis: Die einzelnen Beiträge zur Blogparade "#Zukunftsblick: Die Welt von morgen" stellen keine offizielle Unternehmensmeinung der Otto Group dar.



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