12.
Januar
2015
Neue Verstrebungen: Nicht mehr nur für Startups

Neue Verstrebungen: Nicht mehr nur für Startups

  Gastautor Alexander Graf
(Geschäftsführer Spryker Systems GmbH)

Aus meiner Arbeit für die Otto Group haben sich wichtige Schnittstellen in meinem persönlichen Netzwerk entwickelt, die 2014 besonders fruchtbar waren. Ich habe nicht nur das Projekt Collins aus nächster Nähe beobachtet, sondern mich auch intensiv mit dem Team um Florian Heinemann & Co von Project A ausgetauscht. Beim Berliner Frühphaseninvestor und Company Builder Project A Ventures – dessen Hauptinvestor die Otto Group ist – hat sich in den letzten Jahren ein Knowhow konzentriert, das im E-Commerce aus meiner Sicht seinesgleichen sucht. Bisher floss es  allerdings ausschließlich in die eigenen Beteiligungen des Early-Stage-Investors – bis zum vergangenen April.   

Alexander Graf, Geschäftsführer Spryker Systems GmbHFlorian Heinemann und ich sprachen über die Konsolidierung im E-Commerce und die Herausforderungen, die er und sein Team in vielen Startups exzellent gelöst haben. Sie betreffen Commerce-Technologie, Data-Kompetenz, Business Intelligence-Methoden und das Online-Marketing. Bereits Anfang 2014 zeichnet sich ab, dass sie nicht mehr nur Startups betreffen, sondern auch Händler und Hersteller, die bisher mit klassischen Technologien und Methoden erfolgreich wirtschaften konnten. Das Gespräch mündete im November in der Gründung unseres Joint Ventures Spryker Systems.   

Das Bestehen im E-Commerce hängt heute davon ab, wie schnell und individuell ich auf den Markt reagieren kann. Die IT-Planung für Dezember 2015 kann schon irrelevant sein, bevor sie fertig ist. Denn es geht darum, innerhalb von Tagen neue Funktionen und Anforderungen individuell aufzusetzen und schnell betriebswirtschaftlich beurteilen zu können. Das setzt ein Framework voraus, in dem alle Unternehmensabläufe an Daten andocken und ohne Reibungsverluste in Handlung umsetzen können. Datawarehouse und Shop-Frontend müssen dafür – anders als in Standard-Lösungen – unmittelbar verbunden sein. Project A hat für seine zahlreichen Startups ein solches inregriertes, modulares IT-System entwickelt und über Jahre vorangetrieben. Mit Spryker wollen wir diesen Framework-Ansatz erstmals etablierten Unternehmen anbieten. In einem aktuellem Beitrag auf etailment.de werde ich mit einem Bild zitiert, mit dem ich den Ansatz gerne erkläre:   

Wenn man es mit dem Hausbau vergleicht, dann sind Standardsysteme vergleichbar mit Fertighäusern. Heute versuchen Online-Unternehmen aus diesen Fertighäusern Kirchen und Opernhäuser zu bauen oder manchmal sogar Fußballstadien. Das Konzept eines Fertighauses ist für solche Umbauten nicht gedacht. Spryker bringt hingegen einen stabilen Rohbau mit, der flexibel genug ist, um Kirchen, Opern und Flughäfen zu bauen, ohne, dass man jedes einzelne Teil selbst anfertigen muss – aber auch ohne, dass man unnützen Ballast mitnehmen muss. Wozu braucht ein Flughafen schon einen Gartenzaun? Ein Standardsystem beinhaltet ca. 20 Gartenzaunvarianten, die beim Flughafenbau erst einmal abgebaut werden müssen.   

Was uns bestärkt: Seit der Gründung von Spryker Systems hatten wir schon Gelegenheit mit vielen, z.T. sehr großen Unternehmen zu sprechen, die das beschriebene Fertighausdilemma präzise erleben. Dass wir diese Gespräche führen konnten, liegt auch an erwähnten Schnittstellen: Ob persönlicher  oder technologischer Natur, je individueller sie gesponnen werden können, desto produktiver sind sie.


Foto: © everythingpossible - Fotolia.com



Kommentare

Kommentar schreiben

Hinweis
Wir freuen uns über Ihre Kommentare in diesem Blog. Die Redaktion behält sich jedoch vor, Beiträge nachträglich zu löschen, sollten diese gegen die Kommentarrichtlinien verstoßen. Dies gilt insbesondere für solche Beiträge, die rechtswidrige Inhalte, Werbung für Dritte, Spam oder Beleidigungen enthalten oder in anderer Form unsachgemäß sind.

Verwandte Artikel

  •  
    19.
    Juli
    2018
    „About You soll zum Milliardenunternehmen werden“

    „About You soll zum Milliardenunternehmen werden“

    Nachgefragt bei
    Icon Dr. Rainer Hillebrand
    (Stv. Vorstandsvorsitzender Otto Group)

    Warum der Einstieg von Heartland A/S als Investor beim Otto Group Startup eine gute Nachricht ist, erklärt Dr. Rainer Hillebrand, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Otto Group, im Interview.

  •  
    09.
    Juli
    2018
    Was der E-Commerce vom Fußball lernen kann

    Was der E-Commerce vom Fußball lernen kann

    Icon Redaktion ottogroupunterwegs
    (Admin)

    Während die Welt im Fußball-Fieber liegt, fragen wir uns: Was kann der Onlinehandel von diesem Sport lernen? Weltschiedsrichterin Bibiana Steinhaus gibt dazu spannende Insights und Impulse.

  •  
    29.
    Mai
    2018
    1
    Stockfotos des Grauens: Shopping

    Stockfotos des Grauens: Shopping

    Icon Redaktion ottogroupunterwegs
    (Admin)

    Stockfotos: Das sind Bildmotive irgendwo zwischen Wahrheit und Skurrilität. Wir haben uns auf die Suche nach den "schönsten" Motiven gemacht. Heute im (Auto)Fokus: Shopping.

Beliebte Artikel

  •  
    31.
    Januar
    2018
    10

    Blogparade #Zukunftsblick: Die Welt von morgen

    Icon Redaktion ottogroupunterwegs
    (Admin)

    Autonom fahrende Autos, Shopping über Spracheingabe, Bitcoin statt Bargeld, eine neue Kultur in der Arbeitswelt: Wie sieht die Welt von morgen aus? Das Thema unserer Blogparade #Zukunftsblick.

  •  
    31.
    Mai
    2018

    Kommen Küchen bald aus der virtuellen Realität?

    Nachgefragt bei
    Icon Mario Löwe
    (Senior Online Marketing Manager bei Küche&Co)

    Noch selten bringt man Virtual Reality mit dem Kauf einer Küche in Verbindung. Doch bereits heute gibt es vielversprechende Ansätze, unter anderem getestet bei Küche&Co. Wir fragten nach.

  •  
    21.
    März
    2018

    „We rather try more things and fail than not try at all“

    Nachgefragt bei
    Icon Paul Jozefak
    (CEO Otto Group Digital Solutions)

    Startup + Konzern = Erfolgreiche Innovation? Paul Jozefak, Geschäftsführer der zur Otto Group gehörenden OGDS und Liquid Labs, erklärt wie man das Beste aus beiden Welten miteinander verbindet.

Neueste Kommentare

Carla Woppmann zu Stockfotos des Grauens: Shopping

"Die Werbungen im allgemeinen sind unzumutbar! Für Kinder oft positive obwohl wir Erwachsenen unmöglich..."
23.06.2018

Sarah Stelzer zu Regenschirm oder Bikini - über Kaufverhalten und das Wetter

"Finde das Thema wirklich sehr interessant! Mein Mann und ich haben uns dieses Jahr dazu entschieden ein..."
21.06.2018

Hendrik zu Podcast #8: Hinter den Kulissen von OTTO NOW

"Top und sehr interessant ! In Zeiten von Share-Economy und Software-as-a-Service machen Angebote für..."
04.06.2018

Neueste Tweets

  • #CGI macht möglich, was lange nicht möglich war. Warum @otto_de 2,6 Mio Euro in eine interne ...

  • Wie im vergangenen Jahr unterstützt die Otto Group auch 2018 @Hamburg_Pride und den #CSD2018. ...

  • Warum jede #BI-Abteilung eine "agile DNA" besitzen muss, die Relevanz der Daten für den Handel ...