19.
August
2014
„Gründer müssen von sich und von ihrer Idee überzeugt sein“

„Gründer müssen von sich und von ihrer Idee überzeugt sein“

  Dr. Florian Heinemann
(Geschäftsführer von Project A Ventures)

Dr. Florian Heinemann ist Mitgründer und Geschäftsführer des Berliner Company Builders und Frühphaseninvestors Project A Ventures.Oft werde ich von jungen Unternehmern gefragt, wie man erfolgreich ein Start-up am Markt etabliert. Viele reagieren überrascht, wenn ich ihnen sage, dass neben einer nachhaltigen Geschäftsidee die (vermeintlich) unsexy erscheinende „Basisarbeit“ mindestens genauso wichtig ist. 

Tipps für Gründer, mit denen aus einer guten Idee ein erfolgreiches Geschäft werden kann.

1. Finanzierungsrunden großzügig planen

Häufig konzentrieren sich Gründer bei Finanzierungsrunden auf das Optimieren ihrer Anteile und planen in zu kleinen Zeiträumen. Sie sollten sich aber lieber darauf fokussieren, eine ausreichende Finanzierungsrunde zu sichern, die das Unternehmen pro Runde idealerweise 15 bis 18 Monate trägt. So gewinnen sie wichtige Zeit, um die strukturelle Funktionsfähigkeit ihres Geschäftsmodells zu beweisen und relevante Kompetenzen aufzubauen. Für die Anbahnung einer Finanzierungsrunde sollten mindestens sechs Monate eingeplant werden.

2. Team: Kompetenz und Persönlichkeit gehen Hand in Hand

Bei der Zusammenstellung von Gründerteams ist es entscheidend, dass die einzelnen Mitglieder nicht nur fachlich, sondern auch auf persönlicher Ebene gut zusammen passen und sich ergänzen. Gerade teaminterne Konflikte resultieren häufig aus nicht kompatiblen Persönlichkeiten. Beim Recruiting können auch Persönlichkeitsstrukturtests helfen.

3. Kompetenzen in IT und BI frühzeitig aufbauen

Für digitale Geschäftsmodelle ist zunehmend eine starke Daten- und IT-Kompetenz in der gesamten Organisation unabdingbar. Dabei geht es nicht nur um das Sammeln und Dokumentieren von Daten, sondern insbesondere um die Fähigkeit, diese zu interpretieren.

4. CRM: Fokus auf Bestandskunden

Ein früher Fokus auf Bestandskunden ist entscheidend für das Erreichen der Profitabilität des Unternehmens. Start-ups sollten bereits frühzeitig die dafür notwendigen Datenpunkte sammeln und entsprechende Infrastruktur aufbauen, um ihre CRM- und Marketingaktivitäten entsprechend ausrichten zu können.

5. Einstellung: Dauerhafte Lernbereitschaft und Offenheit zeigen

Gründer müssen von sich und von ihrer Idee überzeugt sein und diese Überzeugung an ihr Team weitergeben. Gleichzeitig ist es essentiell, ein hohes Maß an geistiger Offenheit und Lernbereitschaft zu zeigen, Stichwort „Intellectual Humbleness“. Wer als Unternehmer erfolgreich sein will, sollte immer gewillt sein, seine Ansätze und Überzeugungen zu reflektieren, wenn nötig neu zu bewerten und entsprechend konsequent zu handeln.



Dr. Florian Heinemann ist Mitgründer und Geschäftsführer des Berliner Company Builders und Frühphaseninvestors Project A Ventures, bei dem die Otto Group seit Frühjahr 2012 Hauptinvestor ist . Er hat einen Abschluss an von der WHU Vallendar und promovierte an der RWTH Aachen sowie an der Wharton School (Philadelphia, USA) im Bereich Innovation Management/ Entrepreneurship. Bei Project A Ventures ist Florian Heinemann verantwortlich für die Bereiche Performance Marketing, CRM und Business Intelligence. 

Über Project A Ventures

Project A Ventures hat seinen Hauptsitz in Berlin und einen weiteren Standort in São Paulo. Als Investor und mit operativer Expertise in Bereichen wie IT/ Product, Business Intelligence, Performance Marketing/CRM und HR hilft Project A bei Aufbau von Start-ups. Project A wurde Anfang 2012 gegründet und war seitdem am Aufbau von rund 25 Unternehmen aus Bereichen wie E-Commerce & Marketplaces, Digital Infrastructure Solutions und SaaS beteiligt. Project A konnte bereits drei erfolgreiche Exits verzeichnen. Zum Portfolio gehören aktuell unter anderem Nu3, Glow und ZenMate.

Mehr über Project A Ventures 

Website: http://www.project-a.com 

Insights Blog: http://insights.project-a.com  

Techblog: http://goto.project-a.com  



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