03.
Februar
2015
IT-Interesse beim Nachwuchs wecken

IT-Interesse beim Nachwuchs wecken

  Nicole Heinrich
(Leiterin Ausbildung & Personalmarketing bei OTTO)

Der Bedarf der Wirtschaft an Auszubildenden und Young Professionals in den Bereichen IT, Business Intelligence und E-Commerce steigt kontinuierlich. Alleine im vergangenen Jahr besetzte OTTO in diesem Bereich 326 Stellen. 

Nicole Heinrich, Leiterin Ausbildung & Personalmarketing bei OTTOAber die Suche nach Auszubildenden und jungen Fachkräften für die Bereiche IT und E-Commerce wird zunehmend zum Problem: In den allgemeinbildenden Schulen spielen die Themen Technik und Informatik, die sogenannten MINT-Fächer, unserer Ansicht nach eine viel zu geringe Rolle. Auch die Berufsschulen werden den fachlichen Anforderungen der sich schnell entwickelnden E-Commerce-Wirtschaft häufig nicht gerecht. 

Deshalb müssen mittlerweile wir als Unternehmen bei den jungen Menschen oft erst einmal die Begeisterung für IT-Themen wecken. Nur so können wir Nachwuchs für die neuen Berufsbilder im E-Commerce begeistern und gewinnen. Dazu bieten wir zahlreiche Aktionen an: Wir laden Schüler in den Ferien zu Formaten wie „AppCamps“ oder der „Hacker-School“ ein. Dort werden kleine Apps entwickelt oder Roboter programmiert. Ziel ist es, die Schüler spielerisch an IT-Themen heranzuführen. Gemeinsam mit unseren Azubis veranstalten wir außerdem regelmäßig Schnuppertage und Inhouse-Days auf dem OTTO-Campus und besuchen umliegende Schulen via Road-Show, um die Ausbildung bei OTTO und speziell einzelne Berufsbilder im Bereich IT und E-Commerce lebendig und authentisch vorzustellen. 

OTTO nimmt die fachliche Basisausbildung für verschiedene Ausbildungsberufe zunehmend selbst in die Hand. Zum Beispiel führen wir seit 2014 das OTTO-Bootcamp für unsere Fachinformatiker und die Informatikkaufleute durch. Es wird ausschließlich von internen Dozenten aus den Fachbereichen gestaltet. Sie sind die besten Experten, um Praxiswissen zu vermitteln und wir stellen so sicher, dass die fachlichen Inhalte einen absoluten Praxisbezug zur OTTO-Welt und zum Online-Handel haben. Gelehrt werden Programmiersprachen und IT-Basis-Themen wie Office-Programme, Java, HTML/ CSS, SQL, Prozess- und Projektmanagement, die Scrum- und Lego-Mindstorm-Methode und die Architektur der OTTO-IT-Landschaft. 

Im Rahmen unserer Lernortkooperationen (LOKs) mit relevanten Berufsschulen versuchen wir zudem aktiv, die Inhalte des Unterrichts mitzugestalten. E-Commerce beispielsweise ist als Unterrichtsfach im Lehrplan der Groß- und Außenhandelskaufleute bisher nicht verankert. Dieses Defizit spüren vor allem auch die Lehrer selbst. Fachexperten aus unserem Hause bieten interessierten Lehrern deshalb nicht nur Hintergrundwissen zum Thema „E-Commerce“, sondern auch fachbezogene Projektarbeit an. Einige Lehrer haben in ihren Ferien bereits eine Hospitation bei uns absolviert, in der sie die Themen unseres Geschäftes aus der „Wirtschaftsperspektive“ erleben, etwa Online-Marketing, Einkaufsprozesse und das Multichannel-Prinzip. 

Und seit zwei Jahren bilden wir im dualen Studium „E-Commerceler“ an unserem Stiftungslehrstuhl der Otto Group für „E-Commerce“ an der FH Wedel aus und wir fördern in jedem Jahrgang engagierte Studenten mit einem Stipendium. Damit haben wir unseren eigenen Weg geschaffen, spezialisierte E-Commerce-Fachkräfte auszubilden, die im Rahmen unserer Ausbildungsstrategie gleich die innovative Geisteshaltung miterleben, die OTTO ausmacht. Dieses Selbstverständnis und dass wir uns „unbequem“ in die berufsbildenden Maßnahmen einmischen und mit innovativen Methoden und Bildungswegen voraus gehen, ist für uns eine wichtige Stellschraube, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.



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