28.
September
2016
"In Zukunft wird man Nerds direkt in der Bank treffen"

"In Zukunft wird man Nerds direkt in der Bank treffen"

  André M. Bajorat
( Geschäftsführer figo GmbH & Mit-Initiator Bankathon)

Wenn es um Finanzdienstleistungen mit Zukunftspotenzial geht, ist André M. Bajorat der richtige Ansprechpartner. Der FinTech-Experte über Erfolgsstrategien im Finanzwesen, digitale Transformation und Bots. 

Herr Bajorat, in diesem Jahr geht der Bankathon bereits in die 3. Runde – was macht den Reiz dieses Formats aus? Wie gut nimmt die Finanzbranche die Ergebnisse an?

André M. BajoratEs ist wirklich großartig zu sehen, wie sich der Bankathon tatsächlich als Marke entwickelt hat. Es gibt mittlerweile so viele Hackathons und doch ist die Resonanz für unser Format enorm. Wir konnten erneut tolle Sponsoren von unserem Konzept überzeugen, bekommen die Unterstützung namhafter und branchenrelevanter Medienpartner und was für eine solche Veranstaltung am Wichtigsten ist: Uns haben schon viele Anmeldungen von Teams,  Einzelentwicklern und Ideengebern erreicht, die sich der besonderen Challenge – Produkte im Sinne der Payment Services Directive 2 zu entwickeln – stellen wollen. Dass wir Anfragen von Teilnehmern über Deutschlands Grenzen hinaus bekommen, zeigt wie aktuell das Thema Open Banking derzeit ist. Ich denke, dass das den Reiz unseres Formats ausmacht. Es kommen einfach viele Persönlichkeiten mit so unterschiedlichen Perspektiven auf die Branchen an einem Ort zusammen und alle haben sie die Ansporn, dem Banking der Zukunft Alltagsrelevanz zu verleihen, und sie wollen beweisen, was in Zukunft alles möglich ist. Dass die Finanzbranche die Ergebnisse annimmt, haben Ergebnisse und Teams der letzten Jahre gezeigt. Zum Beispiel hat Comdirect das Team “Cocktail-Trade” in die Start-up Garage aufgenommen und mit dem Team die Idee weiterentwickelt. Mittlerweile heißt das Produkt Neon Trading, das nun schon seit einigen Monaten im App-Store verfügbar ist.

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In einem Interview, das kürzlich erschienen ist, sagten Sie der Bankathon sei der Ort, an dem Programmierer und Finanzdienstleister zusammenkommen, um gemeinsam neuartige Finanzservices zu entwickeln und die Branche voranzubringen. Ist das ein Vorgeschmack auf die Zukunft? Werden Nerds und Sparkassenangestellte in wenigen Jahren Hand in Hand an neuen Produkten und Services arbeiten?

Dafür müssen wir nicht in die Zukunft schauen. Das passiert schon jetzt. Lange hat man von einem Konkurrenzkampf zwischen FinTechs sowie klassischen Bankhäusern gehört und auch immer wieder darüber in den Medien gelesen. Ist natürlich auf den ersten Blick das interessantere und reißerischere Thema. Mittlerweile ist aber den meisten – und den Beteiligten ohnehin – klar, dass nur ein Miteinander zum Erfolg führt. Da sind auf der einen Seite die FinTechs, die aufgrund ihrer Organisation nun mal einfach mutiger sein können. Sie haben eine Idee und setzen sie um. Banken sind da hausinternen Prozessen und Regularien unterworfen. Doch zusammen sind beide Parteien in der Lage, Produkte mit Mehrwert auf den Markt zu bringen. Schließlich bringen Banken Know-how und eine entsprechende Infrastruktur in eine solche Kooperation mit ein. Also ja, Hand in Hand ist und bleibt auch sicherlich die Lösung! Zudem ist es aber auch so, dass sich die Skills bei Bankenmitarbeitern auch verändern werden müssen und in Zukunft wird man Nerds auch direkt in der Bank treffen müssen.


Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie gut meistert die Finanzbranche die digitale Transformation?

Ich denke nicht, dass man das anhand einer Zahl festlegen kann und auch nicht sollte. Dafür ist die Branche einfach zu divers. Sich auf das Thema digitale Transformation einzulassen, müssen wir alle. Die einen wollen diesen Prozess aktiv mitgestalten, sehen die Chancen und den Mehrwert, den die Digitalisierung für Kunden bedeuten kann. Dann gibt es natürlich auch die diejenigen, die diesem Prozess skeptisch gegenüber stehen, die Respekt vor der Veränderung haben, schließlich ist das Finanzwesen eine der ältesten Branchen überhaupt. Und sicherlich gibt es weiterhin Themen, die auch in Zukunft persönlich besprochen werden.


Welche Rolle könnten Bots künftig im Bereich der Finanzdienstleistungen spielen?

Generell halte ich das Thema Bots gerade für überhyped. Es gab dazu gerade einen sehr guten Artikel von einem Bankathon-Freund: Michael C. Koch aus der Deutschen Bank. Er hat in seinem Artikel eigentlich alles dazu gesagt.


Gut zu wissen: Als Sponsor unterstützt die zur Otto Group gehörende Hanseatic Bank den Bankathon und nimmt sogar mit einem Entwicklerteam an der Veranstaltung teil. Neben zukunftsorientierten, gerne auch unkonventionellen, aber realistischen Lösungen erhofft sich das Unternehmen, dass Events dieser Art auch zukünftig in Hamburg stattfinden werden. Mehr zum Thema.



1

Kommentar

  • Remi Smolinski

    "Vielen Dank, Andre, für die Erwähnung unserer Startup-Garage! Irgendwie ist das ein schönes Gefühl wieder mit einer Idee im Otto-Group-Ökosystem (virtuell) zu sein ;-) Bankathon ist eine tolle Veranstaltung und wir freuen uns auch dieses Jahr dabei zu sein."

    29. September 2016 10:15

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