10.
April
2015
Klimaschutz – Noch nicht am Ziel, aber gut unterwegs

Klimaschutz – Noch nicht am Ziel, aber gut unterwegs

  Andreas Streubig
(Bereichsleiter Corporate Responsibility, Otto Group)

Handel braucht Logistik. Logistik braucht Energie – um Verteilzentren und Lager zu beleuchten und zu beheizen, um Technik funktionieren zu lassen, um Transportmittel anzutreiben. Kein Wunder also, dass bei der Frage nach Klimaschutz, Energieeffizienz und der damit verbundenen CO2-Reduktion der Logistiksektor eine wichtige Rolle spielt.

Diese Erkenntnis ist an sich nicht neu. Bereits Anfang der 90er Jahre haben wir bei der Otto Group begonnen, unsere transportabhängigen CO2-Emissionen zu ermitteln, um Maßnahmen zur Verringerung der eingesetzten Energie einzuführen – Fahrertrainings für effizienteres Fahren und die Montage von Leichtlaufreifen gehörten zu den ersten Initiativen in diese Richtung.

Andreas Streubig, Bereichsleiter Corporate Responsibility, Otto GroupSeitdem hat uns das Thema CO2 nicht mehr losgelassen: Im Jahr 2007 verabschiedete der Vorstand der Otto Group eine ambitionierte Klimaschutzstrategie für den gesamten Konzern, die über den Logistikbereich hinausgeht. Zentrales Ziel ist die Reduzierung der standort-, transport- und mobilitätsbedingten CO2-Emissionen bis 2020 um 50% (verglichen mit dem Basisjahr 2006). Bis 2040 haben wir uns sogar eine Reduktion um 70% ins Pflichtenheft geschrieben. Diese Einsparung soll primär durch eine Erhöhung der Energieeffizienz sowie den Ausbau eigener alternativer Energieerzeugung erreicht werden. Erst wenn diese Potenziale ausgeschöpft sind, kommt der Zukauf von Ökostrom oder die Kompensation über CO2-Zertifikate in Betracht.

Verantwortlich für das Umsetzen geeigneter Maßnahmen und damit für das Erreichen unserer Klimaschutzziele sind die Geschäftsführer der einzelnen Konzernunternehmen der Otto Group. Sie gilt es zu informieren, zu motivieren und dadurch zu Akteuren zu machen. Hierfür waren und sind viele persönliche Gespräche und gemeinsame Termine notwendig. Verständnis muss geweckt werden, konkrete Maßnahmen sind zu entwickeln, um das hohe Ziel der gesamten Unternehmensgruppe durch die Aktivitäten der einzelnen Unternehmen zu realisieren. Als besondere Herausforderung erweist sich hier die Heterogenität der Otto Group: zum einen müssen in einem solchen Prozess die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Limitierungen beherrscht werden. Darüber hinaus sollen die umzusetzenden Aktivitäten nicht nur effektiv die CO2-Emissionen reduzieren, sondern auch effizient bezüglich des Verhältnisses zwischen Aufwand und Ertrag sein.  

Schaut man nun auf das Gesamtportfolio der bereits umgesetzten oder noch geplanten Maßnahmen, so reicht die Bandbreite von der energetischen Optimierung von Immobilien über die Wahl der Transportmodi für unsere Beschaffungstransporte bis hin zur gezielten Beeinflussung des Fahrverhaltens unserer Fahrer. Mit einem solchen Maßnahmenmix haben wir inzwischen eine CO2-Reduktion um 24%-Punkte für den einbezogenen Konzern realisiert. Wir sind noch nicht am Ziel – aber gut unterwegs und rechnen deshalb mit einer Fortsetzung des positiven Trends.

Klimaschutz ist eines der von uns im Rahmen unserer Wesentlichkeitsdiskussion priorisierten strategischen Nachhaltigkeitsthemen. Es ist nicht nur wichtig für uns und unsere Stakeholder, sondern hat auch eine quantifizierbare Auswirkung auf die Nachhaltigkeitsbilanz unserer Wertschöpfungskette. Zu diesem Ergebnis kommt unser Nachhaltigkeitsmanagementprozess „impACT“, mit dem wir die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette messen und zielgerichtete Maßnahmen ableiten. Mithilfe von „impACT“ haben wir weitere wichtige Aktionsfelder für die Otto Group identifiziert – doch dazu demnächst mehr.



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