20.
November
2015
Der Generation-Y-Impuls oder: Die Unternehmerin in Dir

Der Generation-Y-Impuls oder: Die Unternehmerin in Dir

  Gastbeitrag von Nora Heer
(Mitgründerin und Geschäftsführerin Loopline Systems)

In der Digitalisierung braucht es Unternehmer im Unternehmen, heißt es. E-Commerce ist ein Hotspot der Digitalisierung. Wenig verwunderlich, dass ich im Netzwerk der Otto Group eines der pulsierendsten Umfelder für Unternehmertum kennengelernt habe. Der Impuls für die Gründung meines Unternehmens, Loopline Systems, kam darin ausgerechnet von der Generation Y, die vor 1980 Geborene (zu denen auch ich gehöre) derzeit eher ratlos macht. Doch ihr Drang nach Mitbestimmung und Selbstverwirklichung kann Unternehmertum in Organisationen voranbringen.

Zum offiziellen Start meines Unternehmens schließt sich ein Kreis in meiner Biografie, der Anfang 2012 als Personalleiterin bei Project A Ventures begann – als Mitarbeiterin. Die besondere Aufgabe des Frühphaseninvestors und Company Builders ist es, das Potenzial junger Gründer zu erkennen, bevor es zu Leistung wird – sprich junge Talente zu binden, zu motivieren – und selbst zu Führungskräften auszubilden. Vor uns saßen hochkarätige Talente, die schon im Erstgespräch fragten: Wie begleitet Ihr meine Weiterentwicklung? Und wie methodisch geht Ihr dabei vor? Sie fragten nach einer Führungsmethode für die es noch nicht einmal einen Namen gab.

Wir Alle organisieren unsere Arbeit zwar selbst und pflegen unsere Geschäftsnetzwerke in der Cloud. Aber Ziele und Leistung sind Chefsache und Zeugnisse gibt es nur einmal im Jahr. Wie wenig diese Schablone für „entrepreneurs in residence“ geeignet war, lag auf der Hand.

Gemeinsam mit dem Managementteam und einem Mitarbeiterstab entwickelten wir bei Project A daraufhin das „Ownership“-Modell: Der Mitarbeiter ist aktiver Mitbesitzer seiner Ziele und seiner Leistung, der Vorgesetzte ist in der Rolles des Coaches. Die Frage war natürlich: Wie machen wir das messbar? Gemeinsam mit meinem Kollegen Christian Kaller ging ich ans Werk und holte die Konzeptioner und Entwickler im Haus dazu. Als ich das tat, verstand ich mich immer noch als Head of HR. Selbst als Anfragen für unsere eigens entwickelte Software aus dem Unternehmensnetzwerk kamen und das Führungsteam eine Ausgründung vorschlug, sichtete ich potenzielle Kandidaten dafür. Bis Christian Weiß, Managing Director bei Proect A Ventures, fragte, ob ich den letzten Schritt nicht selbst gehen will.

In meinen bisherigen beruflichen Positionen, ob bei Holtzbrinck, der Meltwater Group oder bei Project A, habe ich einfach immer angepackt. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie, mein Großvater, Vater und Onkel sind selbstständig. Bin ich eine geborene Unternehmerin? Nein. Ich bin zu einer geworden. Muss jeder gründen? Nicht, wenn wir den Kontrast zwischen „Unternehmer“ und „Mitarbeiter“ auflösen.  



Kommentare

Kommentar schreiben

Hinweis
Wir freuen uns über Ihre Kommentare in diesem Blog. Die Redaktion behält sich jedoch vor, Beiträge nachträglich zu löschen, sollten diese gegen die Kommentarrichtlinien verstoßen. Dies gilt insbesondere für solche Beiträge, die rechtswidrige Inhalte, Werbung für Dritte, Spam oder Beleidigungen enthalten oder in anderer Form unsachgemäß sind.

Verwandte Artikel

  •  
    26.
    Januar
    2017
    3
    Wie weit darf Personalisierung gehen?

    Wie weit darf Personalisierung gehen?

    Icon Constance Stein
    (Innovation Manager Otto Group)

    AI Webdesign ermöglicht die dynamische Anpassung von Inhalt und Gestaltung einer Webseite in Echtzeit: Welchen Impact hat diese Technologie auf den E-Commerce?

  •  
    11.
    Januar
    2017
    „Das Shopping-Center wird zu einem Omnichannel-Hub“

    „Das Shopping-Center wird zu einem Omnichannel-Hub“

    Nachgefragt bei
    Icon Sebastian Baumann
    (Leiter ECE Future Labs)

    Wie bereiten sich Shopping-Center auf den Handel der Zukunft vor? Ein Gespräch mit Sebastian Baumann, der mit seinem Team innovative Projekte bei Europas Marktführer ECE vorantreibt.

  •  
    21.
    Dezember
    2016
    2
    Das wünschen sich Kunden bei der Paketlieferung

    Das wünschen sich Kunden bei der Paketlieferung

    Icon Redaktion ottogroupunterwegs
    (Admin)

    Laut einer Umfrage stehen Flexibilität und Umweltfreundlichkeit beim Kunden ganz oben auf der Wunschliste für Paketlieferungen.

Beliebte Artikel

  •  
    09.
    Mai
    2016

    Startups und die Altersfrage

    Icon Redaktion ottogroupunterwegs
    (Admin)

    Welche Rolle spielt eigentlich das Alter beim Gründen? Wir haben bei Startup-Unternehmern aus unterschiedlichen Branchen nachgefragt.

  •  
    30.
    Januar
    2017
    1

    Digitalisierung: Was passiert da gerade eigentlich?

    Icon Redaktion ottogroupunterwegs
    (Admin)

    Die Blogparade "Digitalisierung: Was passiert da gerade eigentlich?" startet... Jetzt mitmachen!

  •  
    06.
    Oktober
    2016

    Paketroboter in Hamburg: Mit 6D9 durch Ottensen

    Icon Ingo Bertram
    (Corporate Communications, Hermes Europe)

    Paketzustellung per Roboter – in Hamburg ist das jetzt Realität, zumindest testweise. Im Stadtteil Ottensen hat Hermes mit Starship einen umfangreichen Pilottest begonnen. Weitere Stadtteile folgen.

Neueste Kommentare

Lars Hahn zu Digitalisierung: Was passiert da gerade eigentlich?

"Schönes Thema der Blogparade. Da mache ich gerne mit. Passend bei..."
21.02.2017

Carsten Gans zu Meine künftige Rolle in der Otto Group

"Hallo Herr Otto, ich freue mich, auch zu lesen, dass Sie mit einer neuen Stiftung gesellschaftlich aktiv..."
20.02.2017

Thomassl zu Das Hermes Future Forum: Von Hamburg in die Welt

" - "
17.02.2017

Neueste Tweets

  • RT @MJPEDesign: @OttoGroup_Com #Digitalisierung: Was passiert da gerade eigentlich? : ...

  • RT @Franziska_DAW: Spannende Ausgabe! Auch dabei: Ein Beitrag zu Diversity in der Arbeitswelt ...

  • Welchen Stellenwert hat #mobile für die Otto Group? Einblicke bei @mobilbranche: ...