11.
Mai
2018
„Mütter, traut Euch zu gründen!“

„Mütter, traut Euch zu gründen!“

  Nachgefragt bei Miriam Wohlfarth
(Geschäftsführerin und Mitgründerin von RatePAY)

Deutlicher könnte man die Botschaft einer leidenschaftlichen Mompreneurin nicht auf den Punkt bringen. Die Zahlen geben Miriam Wohlfarth durchaus recht: Im Durchschnitt der letzten fünf Jahren waren gut vier von zehn Gründerinnen so genannte ″Mompreneurs″. Die Anzahl an Existenzgründungen durch Unternehmerinnen mit Kindern lag 2016 bei 105.000 und geht fleißig weiter. Was bewegt eine Frau in der Doppelrolle Unternehmerin/Mutter? Welchen Tipp hat sie für angehende Gründerinnen? Wir fragten nach. 

Mriam, Gründen mit Kind: Viele würden jetzt sagen: „Man, die ist aber mutig!“. Wie empfindest Du das?

Miriam Wohlfarth: „Sicherlich gehört ein Stück Mut dazu. Dennoch war das für mich kein Grund, es nicht zu tun. Mit der richtigen Planung und Organisation geht das schon. Außerdem bin ich der Meinung, dass Kind und Karriere durchaus unter einen Hut zu bringen sind. Manchmal muss man einfach nur machen, Sachen anpacken und ausprobieren.“


Als Du RatePay 2009 aus der Taufe gehoben hast: Gab es da einen Moment, an dem Zweifel hochkamen, eben weil Du eine Familie hast, die Dich braucht? Oder trat genau das Gegenteil ein, getreu dem Motto: „Jetzt erst recht!“?

Wohlfarth: „Nein, Zweifel gab es nie, zumindest nicht wegen meiner Familie. Mein Mann stand und steht heute noch voll und ganz hinter mir und unterstützt mich, wo er kann. Was RatePAY angeht, da war es einfach der richtige Moment. Ich konnte nicht warten, denn der Markt brauchte sofort eine Lösung, und nicht erst zwei bis drei Jahre später. Also habe ich losgelegt. Und das Ergebnis heute lässt sich sehen, dann RatePAY ist zu einem profitablen und einem der erfolgreichsten deutschen Fintech herangewachsen.“


Was glaubst Du können Mompreneurs Ihren Kindern eher mit auf den Weg geben als Frauen, die klassisch in einer Festanstellung sind

Wohlfarth: „Ich bin mir gar nicht sicher, ob es da so große Unterschiede gibt. Generell ist es wichtig, dass Kinder sehen, wie Eltern mit Leidenschaft und Herzblut ihrem Job nachgehen. Aber natürlich können Gründerinnen ihren Kindern zeigen, dass aus guten Ideen tatsächlich ein Geschäft werden kann. Es gibt keine Grenzen. Das versuche ich auch meiner Tochter jeden Tag zu sagen. Sie kann werden, was sie möchte. Ich würde niemals zu ihr sagen, das kann du nicht oder das geht nicht.


Was glaubst Du können Mompreneurs Ihren Kindern eher mit auf den Weg geben als Frauen, die klassisch in einer Festanstellung sind

Wohlfarth: „Natürlich muss die Idee da sein und der ‚Need‘ beim Kunden. Man sollte sich ganz sicher sein, dass das Produkt oder der Service, den man anbieten möchte, auch am Markt gebraucht wird. Und man muss für seine Idee brennen. Ein detaillierter Plan ist unabdingbar, ein finanzielles Backup für die erste Zeit sinnvoll. Auch die Kinderbetreuung sollte gut geplant sein. Ansonsten kann ich nur sagen: Mütter, traut Euch zu gründen!“


Miriam WohlfarthMiriam Wohlfarth ist Geschäftsführerin und Mitgründerin von RatePAY, wo sie hauptsächlich Marketing und Vertrieb verantwortet. Mit mehr als 17 Jahren Erfahrung im Online-Payment kennt sie die Branche wie ihre Westentasche. Vor RatePAY hat sie große Payment Service Provider mit aufgebaut. Neben ihrer Tätigkeit bei RatePAY ist Miriam Wohlfarth in vielen Netzwerken und bei Branchenveranstaltungen aktiv.



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