12.
Oktober
2015
„Big Data wird zum Management-Thema“

„Big Data wird zum Management-Thema“

  Redaktion ottogroupunterwegs
(Admin)

Dr. Utz Westermann (Foto), Senior Data Architect der Otto Group, flog über 6.000 Kilometer, um bei der größten Big-Data-Fachkonferenz in New York das von der Konzern Business Intelligence entwickelte Open Source Framework Schedoscope zu präsentieren. Wir sprachen mit dem Kopf des Projekts über seinen Trip zum Big (Data) Apple.

Herr Dr. Westermann, eine Software-Präsentation auf der Strata + Hadoop World in New York – in der Branche würde man von einem Ritterschlag sprechen. War es am Ende wirklich so?

Utz Westermann: Es ist ein gutes Gefühl, von der Jury weltweit als eines von elf Open-Source-Projekten ausgewählt worden zu sein und sich mit bekannten Größen wie zum Beispiel Druid und Jupyter auf Augenhöhe präsentieren zu können. Das ist eine große Anerkennung unserer Arbeit. Auch wenn die Präsentation der Projekte dann am Ende in der Hochglanzwelt der Messehalle etwas unterging. Da sich die Developer Showcases vor allem an Entwickler richteten, haben wir Feedback direkt von der für Schedoscope relevanten Zielgruppe erhalten, welches ausnahmslos positiv war. Mehr noch: Viele Entwickler sind sich zwar des Problems, das wir mit dem Framework lösen –  nämlich die schwerfällige Bewirtschaftung von Data-Hubs mit klassischen Scheduling-Werkzeugen angesichts immer schneller veränderlicher Anforderungen – bewusst. Aber dass dies nicht so sein muss – Schedoscope steht für das genaue Gegenteil – war vielen nicht klar. Bei versierten Entwicklern einen Aha-Effekt zu bewirken: Das war schon interessant zu beobachten und natürlich auch sehr motivierend.


Die Konferenz gilt als wegweisendes Event für das Big-Data-Business. Was bewegt die Branche momentan am meisten? Ließen sich Trends erkennen?

Utz Westermann: Um es mit den Worten unseres stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. RainerHillebrand auszudrücken: Wir sind bei dem Thema erst paar Minuten nach dem Urknall. Da ist noch eine Menge Bewegung drin (wenn auch aus meiner ungeduldigen technischen Sicht mit einer gehörigen Portion Zeitdilation). Auffällig aber war, dass man einen Großteil der Konferenzteilnehmer als Suchende der Management-Ebene beschreiben könnte. Das Bewusstsein, dass effiziente Datenverabeitung im großen Stil selbst für das Tagesgeschäft immer relevanter wird und mit etablierten Data-Warehouse-Technologien schwierig kosteneffektiv zu lösen ist, bahnt sich zunehmend den Weg in die Köpfe der Entscheider – das ist eine sehr positive Entwicklung, wie ich finde. Diese Entwicklung geht mit einer zunehmenden Professionalisierung der Technologie einher. Jagte bis vor kurzem eine mehr oder minder langlebige „Innovation“ die nächste, so ist jetzt zu beobachten, wie viele der Technologien zu stabilen, „Enterprise-fähigen“ Produkten stabilisiert und weiterentwickelt werden.


Die Otto Group war als einziger deutscher Online-Händler in New York vertreten. Nimmt die Branche einem Unternehmen mit Wurzeln im klassischen Versandhandel überhaupt die Rolle einer Data Driven Company ab?

Utz Westermann: Auf die USA bezogen ist das Bewusstsein um den Konzern eher gering, durch den Verweis auf Crate and Barrel konnten unsere Gesprächspartner die Otto Group ungefähr einordnen. Aber das spielt ohnehin keine Rolle in der Big-Data-Branche, da es hier um Lösungen geht. Und genau das spiegelt sich in unseren Projekten auf GitHub wider: Es ist von geringer Relevanz, wer dahinter steckt. Im Mittelpunkt steht immer die Technologie. Gleiches gilt für Kaggle, wo wir ja das bislang erfolgreichste Projekt aus Deutschland heraus initiiert haben. Durch ihren sehr Forschungsgetriebenen Ansatz und den direkten Draht zur Community hat die Otto Group bereits einen guten Ruf in der Tech-Szene aufbauen können. Den werden wir natürlich weiter ausbauen.


Dr. Utz Westermann, promovierter Informatiker, ist seit zwei Jahren als Senior Data Architect bei der Otto Group Business Intelligence beschäftig und die treibende Kraft hinter Schedoscope. Das auf GitHub quelloffen zur Verfügung gestellte Framework ermöglicht agiles Entwickeln, Testen und Bewirtschaften Hadoop-basierter Data-Hubs. Mit Schedoscope können komplexe Sichten und Analysen auf große Datenmengen mit geringem Betriebs- und Ressourcenaufwand nicht nur zügig und regelmäßig bereitgestellt, sondern auch kontinuierlich weiterentwickelt und getestet werden.

>> Pressemitteilung zum Thema.



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