18.
Juli
2014
Sheego: Von Online zu Offline?

Sheego: Von Online zu Offline?

  Interview mit Sabine Tietz
(Geschäftsführerin Sheego)

Sabine Tietz, Geschäftsführerin SheegoFrau Tietz, man hat das Gefühl, ohne
E-Commerce läuft heute nichts mehr. Stationärhändler bieten ihr Sortiment mehr
und mehr im Internet an, permanent werden neue Online-Shops aus der Taufe gehoben. Warum wählen Sie mit Sheego genau den umgekehrten Weg und gehen jetzt auf die Fläche? Ist das eigentlich noch zeitgemäß?
  


 
Absolut. Bislang ist das Kerngeschäft von Sheego der so genannte „Distanzhandel“. Was für ein schreckliches Wort! Denn wir wollen ja gar nicht auf Distanz zu unseren Kundinnen gehen, ganz im Gegenteil, wir suchen die Nähe zu ihnen. Und das ist auch der Grund, weswegen es uns auf die Fläche zieht. Gleichzeitig ergänzen wir darüber unseren Multichannel-Ansatz. Ich bin davon überzeugt, dass dies für eine Herstellermarke extrem wichtig ist. Die Kundinnen erwarten doch, dass ihre Lieblingsmarke überall verfügbar ist. Dabei sind alle Kanäle wichtig, denn sie haben ja unterschiedliche Stärken und müssen in Summe die Kundenbedürfnisse optimal bedienen. Und am Ende zahlt jeder einzelne Kontakt auf die Markenbekanntheit und das Markenerlebnis mit Sheego ein. Davon profitieren dann alle Beteiligten.


Was haben Sie sich konkret vorgenommen?   

Wir setzen momentan auf das Shop-in-Shop-Konzept – für uns der ideale Weg in den Stationärhandel. Aktuell haben wir 20 Shop-in-Shops, mittelfristig wollen wir auf 200 kommen. Wir bieten Mode in mittleren Preislagen und Alterszielgruppen an und versprechen dem Händler „den ganz normalen Mode-Wahnsinn“ für seine Kundinnen, einer Klientel, die heute oft noch von einem „normalen“ Shoppingerlebnis ausgeschlossen ist. Bei Größe 44/46 ist in der Regel bei den angesagten Modemarken Schluss. Im Sinne des Multichannel-Ansatzes ermöglichen wir unseren Partnern die Anbindung an unsere E- und M-Commerce-Plattform. Damit haben die Händler Zugriff auf all unsere Artikel aus dem Online-Shop und können diese in die Filiale ordern und vor Ort verkaufen. Im Umfeld des Geschäftes können wir die Kundinnen über aktuelle Sheego-Aktionen zum Beispiel per Newsletter informieren und so die Frequenz im Geschäft steigern. Wir schaffen so eine Win-Win-Situation, verzahnen im Sinne der Beteiligten die Online- und Offline-Welt und schaffen eine ganzheitliche Sheego-Welt.   

Ich bin mir sicher, dass die stationäre Präsenz von Sheego erfolgreich sein wird, denn wir kommen näher an unsere Kundin ran und ermöglichen ihr nun auch das haptische Einkaufserlebnis, das man zugegeben beim Online-Shopping nicht hat. Deshalb investieren wir in diesen Bereich. Und ich will nicht ausschließen, dass wir nach einer Testphase nicht auch mit eigenen Filialen starten, um die Marke für die Endkundin noch erlebbarer zu machen.


Das Interview führte Kristina Drews, Redaktion ottogroupunterwegs


Über Sheego: Sheego ist die Marke für modeorientierte Frauen ab Konfektionsgröße 40. Das Spezialkonzept der Schwab Versand GmbH wurde im Januar 2009 eingeführt und hat sich mittlerweile erfolgreich etabliert. Sheego bietet in Katalogen, im Online-Shop www.sheego.de sowie im mobilen Shop unter m.sheego.de und über die Sheego iPad App Fashiontrends und eine große Auswahl an perfekt geschnittener, aktueller Mode für jedes Styling und jeden Figurtyp ab Größe 40. Dazu kommen Wäsche, Bademode, Schuhe, Schmuck und Accessoires.



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