05.
November
2015
Wirtschaft unterstützt Merkel beim Kampf für den Klimaschutz

Wirtschaft unterstützt Merkel beim Kampf für den Klimaschutz

  Redaktion ottogroupunterwegs
(Admin)

Im Vorfeld der UN-Weltklimakonferenz in Paris hat die Stiftung 2°, die Dr. Michael Otto im Jahr 2007 mitinitiierte, ein Positionspapier auf dem Weg zu einer 2°-Wirtschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht. Wir haben mit Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2° , über die Kanzlerin, den Weltklimagipfel und die Stiftung gesprochen. 


Frau Nallinger, im Rahmen der Klimainitiative Stiftung 2° haben Sie zusammen mit den CEOs führender deutscher Unternehmen am vergangenen Montag ein Positionspapier zum Klimawandel an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Was sind Ihre Forderungen und welche konkreten Schritte erwarten Sie von der Kanzlerin?

Sabine Nallinger, Vorständin Stiftung 2°Sabine Nallinger: Wir haben eine Dekarbonisierungsinitiative gestartet und zeigen gemeinsam mit unseren Unternehmen, die aus den unterschiedlichsten Branchen kommen, wie der Weg in eine 2°- Wirtschaft aussehen kann. Diesen Weg schaffen wir nicht alleine. Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen setzen und sie muss ambitionierte Klimaziele und eine verbindliche nationale Strategie für 2030 aufstellen. Sonst werden wir das Ziel - bis 2050 bis zu 95% der Treibhausgas-Emissionen einzusparen – nicht erreichen.


In diesem Jahr findet die UN-Klimakonferenz in Paris statt – eine weitere Chance, um verbindliche politische Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel festzulegen. Welche konkreten Erwartungen haben Sie in Bezug auf den Klimaschutz und inwiefern beeinflussen die Ergebnisse des Gipfels die Arbeit der Stiftung 2°? 

Sabine Nallinger:  Einige große Wirtschaftsnationen machen sich erstmals ernsthaft auf den Weg, den Klimaschutz anzugehen – die USA und China zum Beispiel. Auch Indien hat erstmals angekündigt, in den nächsten Jahren massiv in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren. Auf dem G7-Gipfel hat die Bundeskanzlerin gemeinsamen mit ihren Kollegen die Dekarbonisierung der Wirtschaft eingeläutet. Das alles macht zuversichtlich. Gleichzeitig allerdings reichen die bislang eingereichten nationalen Selbstverpflichtungen für das Abkommen von Paris nicht aus, um die Erderwärmung unter 2 Grad zu halten. Die Vorverhandlungen und natürlich die Weltklimakonferenz selbst sind daher umso wichtiger, um die Staatengemeinschaft weiter auf das 2-Grad-Ziel einzuschwören - und um es anschließend mit konkreten nationalen Maßnahmen zu unterlegen. Denn Paris mag zwar ein Meilenstein werden auf dem Weg zu einer dekarbonisierten und nachhaltigen Wirtschaft. Das Einhalten der 2°-Obergrenze jedoch wird nicht durch die Proklamation von Zielen allein erfolgen, sondern durch ihre Umsetzung in allen relevanten Bereichen. Paris ist daher nur der Anfang.


Die Bekämpfung des Klimawandels ist eine globale Aufgabe, die national nicht gelöst werden kann. Wie leisten die Unternehmen der Stiftung 2° einen Lösungsbeitrag und denken Sie an eine internationale Ausrichtung Ihrer Arbeit?  

Sabine Nallinger:  Die Unternehmen der Stiftung machen sich auf den Weg in die 2-Grad-Wirtschaft, indem sie Strategien und Konzepte entwickeln. Aber auch ganz direkt indem sie heute schon Lösungsansätze im konkreten Wirtschaften anbieten und Best-Practice im Sinne des Klimaschutzes zeigen. In unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf Aktivitäten und politische Auseinandersetzung in Deutschland. Wir sind aber heute schon sehr gut international über unsere Partnerorganisationen in England, Chile, USA, der Türkei, Japan und der Schweiz international vernetzt. Dennoch, um im Klimaschutz voranzukommen ist es manchmal wichtig auch lokal und national zu starten, und den Bewies anzutreten, dass Maßnahmen in den Klimaschutz sinnvoll sind. Nehmen Sie die Energiewende in Deutschland. Deutschland hat gezeigt, der Umstieg auf Erneuerbare Energien ist technisch möglich und ist wirtschaftlich sinnvoll. Hätten wir da auf ein internationales Engagement gewartet, wären wir heute noch lange nicht da so weit. Jetzt wird die Energiewende in vielen Ländern kopiert.


Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Dr. Michael Otto, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Otto Group, gehörte zu den Mitbegründern der Stiftung. Sie steht für langfristiges unternehmerisches Engagement im Klimaschutz. Gemeinsam mit Wissenschaft, Gesellschaft und Politik arbeiten die Unterstützer langfristig an konkreten Lösungen für einen ambitionierten und wirksamen Klimaschutz. Im Mittelpunkt steht das eine große Ziel, das der Initiative auch ihren Namen gab: Die durchschnittliche globale Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken.



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