14.
November
2016
Vor dem Gründen: Hausaufgaben machen!

Vor dem Gründen: Hausaufgaben machen!

  May-Lena Bork
(Leiterin nextMedia.Hamburg StartHub)

May-Lena BorkEin Startup zu gründen, liegt aktuell im Trend. Die Generation der Millennials ist auf der Suche nach Selbstverwirklichung und Selbstbestimmtheit – und das Gründen eines eigenen Unternehmens ist damit inzwischen für viele eine Option, die sie mehr reizt, als nach dem Studium in ein Angestelltenverhältnis zu gehen, wo man in einer der unteren Hierarchie-Ebenen anfängt und sich dort erst mühsam hocharbeiten muss. Gleichzeitig sind digitale Geschäftsmodelle auf dem Vormarsch – und der Markt hierfür ist für viele junge Gründer scheinbar grenzenlos. Denn Geschäftsmodelle, die digital sind, wie z. B. Plattform-Lösungen oder E-Commerce-Angebote, locken damit, dass sie auch international skalierbar sind.  

Klingt nach genau der richtigen Herausforderung? Klappt aber nur, wenn schon die Basis stimmt. Damit angehende Gründer nicht gleich zu Beginn baden geben, gilt es drei wesentliche Regeln zu beachten:

  • Viel Energie in den Businessplan stecken
    Euer Businessplan ist die Grundlage für den Erfolg. Hier geht es nicht nur darum, euer Produkt, den USP und den vorhandenen Markt hierfür klar herauszuarbeiten, sondern auch darum, möglichst präzise die nächsten Schritte und Erfolgskennzahlen festzulegen. Nicht nur für die Investorenansprache braucht ihr einen guten Businessplan – auch für eure eigene Planung und Unternehmensführung. Hierfür gibt es gute Vorlagen, die euch bei der Erstellung helfen. Zudem solltet ihr ein sogenanntes Business Model Canvas anlegen – eine überblickartige Kurzversion des Businessplans, die die wichtigsten Punkte eures Geschäftsmodells kurz und knapp auf den Punkt bringt. Mehr Links und Tipps dazu findet ihr in unserem Starter Kit

  • Ohne Hilfe geht es nicht
    Seid offen und nehmt die Unterstützung, die es gibt, in Anspruch. Dies gilt zum einen für öffentliche Beratungsangebote, z. B. der Handelskammern oder der Investitions- und Förderbanken. In Hamburg gibt es speziell für Gründer mit digitalen Geschäftsmodellen zudem den nextMedia.StartHub – neben kostenloser Beratung und geförderten Workshops gibt es hier auch Unterstützung für die Teilnahme an Messen und Konferenzen für die Hamburger Startups.  Neben den öffentlichen Angeboten solltet ihr auch die Bedeutung eures eigenen Netzwerks nicht unterschätzen. Der Austausch mit anderen Gründern, Multiplikatoren und potentiellen Partnern/Unterstützern wird euch wertvolle Impulse geben und euch einige Türen öffnen. Ein ausgewogenes Verhältnis aus konzentrierter Arbeit am Produkt und eurem Business und dem Aufbau bzw. der kontinuierlichen Erweiterung eures Netzwerks ist daher einer der Schlüssel zum Erfolg.

  • Finanzierung geht nicht nur auf einem Weg
    Viele Gründer denken bei der Finanzierung ihrer Idee als erstes an Venture Capital. Dabei gibt es vor allem für Startups in der Frühphase (Seed/Early Stage) viele andere Möglichkeiten. In Hamburg beispielsweise hat die Investitions- und Förderbank mit InnoRampUp ein Förderprogramm aufgelegt, das Startups unterstützt. Auch die Teilnahme an einem Accelerator-Programm kann eine gute Möglichkeit sein, um die erste Finanzierung zu erhalten. Für Startups aus dem Medienbereich bietet zum Beispiel der next media accelerator Starthilfe – nicht nur finanziell, sondern auch mit Mentoring und dem Zugang zu einem großen Netzwerk an Medienhäusern. Auch hierzu haben wir wichtige Anlaufstellen im Starter Kit.

Ihr habt Fragen, die über diese drei Tipps hinausgehen? Gar kein Problem. Kommt in unserer Sprechstunde vorbei!  


May-Lena Bork ist Leiterin des nextMedia.StartHub, der städtischen Anlaufstelle für Unternehmen aus der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft. Der StartHub fungiert als Informations- und Auskunftsstelle für die Initiative nextMedia.Hamburg. Durch die Verbindung der Startup-Szene mit der am Standort etablierten Medienlandschaft soll der StartHub den digitalen Transformationsprozess der Contentindustrie aktiv begleiten und so Hamburgs Vorreiterrolle als innovativer und nachhaltiger Medienstandort stärken.

Artikelbild: startupstockphotos.com



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