28.
Juli
2015
Regenschirm oder Bikini - über Kaufverhalten und das Wetter

Regenschirm oder Bikini - über Kaufverhalten und das Wetter

  Nachgefragt bei Dunja Riehemann
(Director Marketing, Blue Yonder GmbH)

Wenn mal wieder eine Regenfront den Sommer vermiest oder das Thermometer an der 30 Grad Grenze kratzt, ändert sich auch das Kaufverhalten und Online-Shops müssen schnell reagieren. Inwiefern fließen Wettervorhersagen in die Prognosen ein und welchen Einfluss haben sie auf den E-Commerce? Diese Fragen beantwortet Dunia Riehemann, Director Marketing bei der Blue Yonder GmbH.

Welche Rolle spielt das Wetter bei den Vorhersagen von Kaufverhalten?

Dunja Riehemann: Das Wetter ist einer der vielen externen Faktoren, welche die Predictive Applications von Blue Yonder in ihre Big-Data-Analysen einbeziehen können und die in die Prognosen einfließen. Wetterveränderungen beeinflussen das Kaufverhalten der Kunden in unterschiedlichen Bereichen sehr deutlich. Nicht nur im Supermarkt nebenan, auch im Fashion- und Lifestyle-Handel hat das Wetter große Auswirkungen auf das Kaufverhalten: Gibt es beispielsweise bereits an den Pfingstfeiertagen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni heiße Tage, steigt analog dazu auch der Absatz von Bademode deutlich an. Diese Erkenntnisse haben nicht nur Einfluss auf die Absatzplanung, sondern auch auf die Preisgestaltung. 


Wie schnell kann ein Algorithmus auf Wettervorhersagen reagieren?

Riehemann: Im Prinzip sofort. Unser Data Service Wettervorhersage liefert tägliche Wetterprognosen für ca. weltweit 18.000 bewohnte Gebiete: MetropolregionenDunja Riehemann, Großstädte und größere Gemeinden. Die Wettervorhersagen beinhalten Prognosen und historische Daten zu Mindest-, Höchst- und Durchschnittstemperatur, Niederschlagswahrscheinlichkeit, Niederschlagsmenge, Bewölkung sowie Sonnenstunden. Die Historie ist für das Training der Software wichtig, da die historischen Trainingsdaten die Wetterprognose für den Zieltag enthalten. Die tagesgenauen Vorhersagen stehen bis zu sieben Tagen im Voraus zur Verfügung.


Welche Erfahrungswerte gibt es zum Kaufverhalten in extremen Wetterlagen?

Riehemann: In unserem neuen „Data Story Book“ gehen wir genau auf solche Phänomene ein und beschreiben hierzu klare Erkenntnisse. Denn besonders bei sehr warmen Temperaturen steigt der Abverkauf von bestimmten Waren sehr stark an. Bei Regen bleiben die Händler eher auf der Ware sitzen. Unternehmen, die das Wetter einbeziehen, verbessern Ihre Ergebnisse deutlich. Wetterphänomene sind aber natürlich nur einer von vielen Faktoren, die bei den Absatzprognosen berücksichtigt werden. Hier spielen viele weitere Punkte wie der Standort, Ferien- und Feiertage, Öffnungszeiten, Werbeaktionen etc. eine Rolle. Diese wirken zusammen und ergeben komplexe Zusammenhänge, die mithilfe innovativer Algorithmen wie der von Blue Yonder abgebildet werden können.


Blue Yonder ist der führende Plattform-Anbieter für Predictive Applications im europäischen Markt. Die Plattform des Unternehmens automatisiert Entscheidungen in Echtzeit und liefert präzise Prognosen.

Foto:  © Christian Müller – Fotolia.com, Blue Yonder



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