25.
August
2014
Wissen als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Wissen als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

  Nachgefragt bei Juliane Dieckmann
(Abteilungsleiterin Knowledge Management & Knowledge Transfer )

Knowledge Management oder zu Deutsch Wissensmanagement – ein Begriff, der sehr abstrakt und theoretisch klingt. Aber welchen konkreten Nutzen haben eigentlich Kunden, wenn Unternehmen wie die Otto Group ihr Wissen professionell managen? 

Ottogroupunterwegs fragt nach bei Juliane Dieckmann, Abteilungsleiterin Knowledge Management, wie Wissen zum Erfolgsfaktor für ein Wirtschaftsunternehmen werden kann.  

Juliane Dieckmann, Abteilungsleiterin Knowledge Management & Knowledge Transfer, Otto GroupKnowledge Management hört sich in der Tat sehr theoretisch an –  ist es in der Praxis aber gar nicht! Denn eigentlich macht es jeder von uns, wenn er sein Wissen erweitern und mit anderen teilen möchte. In einem Konzern wie der Otto Group mit über 54.000 Mitarbeitern und 123 wesentlichen Einzelunternehmen weltweit ist das Steuern von Wissen natürlich ein wenig komplexer.

Das sieht in der Praxis so aus, dass wir im Knowledge Management dafür verantwortlich sind, Best Practice im Konzern zu identifizieren und zielgruppengerecht aufbereitet an anderen Stellen im Konzern wieder zur Verfügung zu stellen.  

Wir orientieren uns dabei an einem ganzheitlichen Ansatz, der sich in drei Segmenten darstellen lässt: Mensch, Organisation & Prozesse und Technik. Dabei stellen wir bewusst den Menschen, sprich hier den Mitarbeiter, in den Mittelpunkt. Denn wir sind überzeugt, dass der Mitarbeiter freiwillig bereit sein muss, sein Wissen zu teilen. Erst dann kann es genutzt werden und an Wert für das Unternehmen gewinnen.  

Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist daher, Experten, Führungskräfte und operative Umsetzer aus unterschiedlichen Konzernfirmen und Fachbereichen der Otto Group zusammen zu bringen, damit sie ihr Wissen direkt austauschen können. In regelmäßigen Veranstaltungen – wir nennen das „Best Practice Clubs“ – werden neueste Erkenntnisse und Erfahrungen in einem bestimmten Themengebiet wie z.B. E-Mail-Marketing oder Mobile Commerce intensiv besprochen, oder Probleme offen diskutiert.  

Was dabei ganz wichtig ist: Die Kollegen lernen sich bei dieser Gelegenheit persönlich kennen. Das minimiert oft Hemmschwellen und fördert nachhaltig den Austausch zwischen den Experten. Denn somit werden sie zukünftig ihre Kollegen mit der jeweils passenden Expertise viel eher kontaktieren, wenn sie eine Frage haben oder neue Ideen diskutieren möchten – und das über Länder- und Firmengrenzen hinweg. 

Genau diese Vernetzung der Mitarbeiter ist uns sehr wichtig, denn wir leben in einer Zeit, in der dokumentiertes Wissen schnell veraltet. Deshalb zählt es umso mehr, dass man weiß, wer etwas wissen könnte, wer an welchen Themen gerade arbeitet oder gearbeitet hat oder mit wem man einfach gut zusammen Gedanken austauschen kann. 

Um Kollaboration und Interaktion unten den Kollegen zu ermöglichen, zu vereinfachen und voran zu treiben, sind wir verantwortlich für die passende technische Unterstützung: z. B. das ottogroupnet. Eine internetbasierte Mitarbeiterplattform, die allen Mitarbeitern der Otto Group weltweit zur Verfügung steht. Sie ermöglicht eine firmen-und länderübergreifende Zusammenarbeit, ohne dabei im selben Büro sitzen zu müssen. 

Wozu machen wir das alles? Schlussendlich profitiert unser Kunde davon, dass Wissen bei uns schneller von A nach B gelangt und das Rad nicht andauernd an mehreren Stellen neu erfunden wird. Innovationen oder Fragestellungen im Hause können somit viel effektiver umgesetzt bzw. beantwortet werden. 

Das Knowledge Management leistet also einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag, damit die Otto Group mit ihren vielen Unternehmen und in allen Ländern ihre Kunden jeden Tag aufs Neue mit neuen Produkten und Serviceleistungen überzeugen kann.


Foto: © Trueffelpix - Fotolia.com



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