19.
Juni
2015
Hilfe zur Selbsthilfe - 10 Jahre Aid by Trade Foundation

Hilfe zur Selbsthilfe - 10 Jahre Aid by Trade Foundation

  Tina Stridde
(Geschäftsführerin Aid by Trade Foundation)

In diesen Tagen feiern wir 10 Jahre Aid by Trade Foundation und Cotton made in Africa (CmiA). Die Initiative wurde 2005 von Dr. Michel Otto ins Leben gerufen, um den afrikanischen Baumwoll-Kleinbauern zu einem besseren Leben zu verhelfen und die Umwelt in den Anbauregionen zu schützen. Mittlerweile arbeitet CmiA in zehn Ländern Sub-Sahara Afrikas mit über 650.0000 Baumwollbauern zusammen und erreicht insgesamt über 5,5 Millionen Menschen. Ich habe das große Glück, dass ich die Initiative fast von Beginn an begleiten konnte.

Tina StriddeAls für die Vermarktung von CmiA verantwortliche Geschäftsführerin konnte ich außergewöhnliche Projekte anstoßen und mit begleiten. Zum Beispiel das Foto-Projekt mit Albert Watson, dessen Bilder der Cotton made in Africa Bauern in Benin im Rahmen einer großen Retrospektive in den Deichtorhallen in Hamburg gezeigt wurden. Oder unsere Retailer-/ Kundenreise nach Benin, bei der Einkäufer verschiedener Unternehmen mit uns zu den Baumwollfeldern gefahren sind, um die Kleinbauern in ihrem Dörfern zu treffen und zu erfahren, wie sich ihr Leben durch die Arbeit von Cotton made in Africa verändert hat.

Es sind aber nicht nur diese großartigen Eindrücke, die mich seit nunmehr zehn Jahren immer wieder motivieren, mich für unser Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel, zu engagieren. Meine Aufgabe ist es, gemeinsam mit meinen sieben Kollegen Cotton made in Africa zu vermarkten, d.h. Partnerunternehmen zu finden, die bereit sind, die nachhaltige Baumwolle in ihre textilen Wertschöpfungs-ketten einfließen zu lassen. Das ist häufig alles andere als exotisch. Vielmehr geht es darum, zu überzeugen, zu motivieren, anzuregen; Fragen zu beantworten, Vorurteile auszuräumen und Unsicherheiten aus dem Weg zu schaffen. Wenn das gelingt und die Unternehmen ihre Aufträge in Cotton made in Africa platzieren, ist das ein sehr schönes Gefühl, denn dann haben wir haben es geschafft – die Nachfrage nach CmiA Baumwolle angekurbelt und Lizenzeinnahmen generiert, die unsere Arbeit in Afrika finanzieren können.

Mittlerweile sind über 20 Unternehmen bei Cotton made in Africa als Partner der Nachfrageallianz engagiert. Diesen Kreis weiter wachsen zu lassen ist eine anspruchsvolle Herausforderung, der wir von der Aid by Trade Foundation uns täglich stellen. Wenn ich unsere Partner in Afrika besuche, die Kleinbauern, die uns stolz auf ihre Felder führen, auf denen die Baumwolle in ordentlichen Reihen gepflanzt ist und die Güte der kommenden Ernte schon erkennbar ist, oder mit Besitzerstolz sogar ein Traktor vorgeführt wird, der die Arbeit für den Bauern viel leichter und effizienter macht, wird mir immer wieder klar, wie nah verbunden wir doch - bei allen vorhandenen Unterschieden - sind.

Denn unsere Kaufentscheidung hier in Deutschland und Europa hat eine unmittelbare Auswirkung auf das Leben der Menschen in Sambia, Tansania, Malawi und vielen weiteren Ländern Afrikas. Dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen kann, dass diese Verbindung entstehen kann und sichtbar wird, darin liegt für mich, die eigentliche und die größte Motivation für meine Arbeit.

Anlässlich des 10. Jubiläums der Initiative wurde das CmiA Kooperations-programm ins Leben gerufen, mit dem wir Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Frauenförderung und Naturschutz in den Anbauregionen der Cotton made in Africa-Baumwolle fördern werden. Eine neue Herausforderung, der ich mit Freude und Spannung entgegensehe.


Fotos: © Cotton made in Africa, Albert Watson Benin 2011



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