29.
November
2016
3D-Foodprinting – Science Fiction auf dem Teller?

3D-Foodprinting – Science Fiction auf dem Teller?

  Nachgefragt bei Melanie Senger
(Head of Product Management & Marketing Print2Taste)

Stundenlanges Kochen in der Küche? Das war gestern. Ab jetzt werden Gerichte einfach ausgedruckt. Möglich wird die neue Art der Speisenzubereitung durch das 3D-Foodprinting-Verfahren: Klingt zunächst einmal ungewöhnlich, Experten hingegen stufen diese Technologie als natürliche Weiterentwicklung des Handwerks ein. Pizza-, Schokoladen- und Zuckerdrucker sind in der Food Industrie schon keine Seltenheit mehr. Auch große Unternehmen experimentieren bereits mit der Foodprinting-Innovation, darunter der Nudelhersteller Barilla. Wohin entwickelt sich der Markt für 3D-Footprinting? Wir haben nachgefragt bei Melanie Senger, die beim Startup Print2Taste, den Bereich Product Management & Marketing verantwortet. 

Was ist 3D-Foodprinting? Vor allem: Für welche Anwendungsfälle braucht man es?

Melanie Senger: Ein 3D-Food-Printer ist im Prinzip nichts anderes als ein automatischer und sehr präziser Spritzbeutel: das Lebensmittel ist in einer Kartusche und wird durch eine feine Düse herausgedrückt. Dabei bewegt sich der Drucker so, dass das Lebensmittel Schicht für Schicht in die gewünschte Form gebracht wird. Das 3D-Foodprinting ermöglicht ein ganz individuelles Lebensmitteldesign, zum Beispiel für den persönlichen Gruß aus der Küche. Ein weiterer Vorteil: Selbst kleinste Stückzahlen können wirtschaftlich hergestellt werden. 3D-Foodprinting kann überall dort eingesetzt werden, wo kreatives und personalisiertes Gestalten von Lebensmitteln gefragt ist.


Wie groß ist der Markt für 3D-Foodprinting? 

Melanie Senger; Es beginnt gerade mit kreativen und personalisierten Food Designs, wie dem originalgetreuen Brautpaar oder Büsten, Logos, die Handschrift des Kunden auf dem Kuchen. Mit der Erweiterung der technischen Möglichkeiten (z.B. mehrere Druckköpfen und Erhöhung der Geschwindigkeit) und einer höheren Anzahl an druckbaren Lebensmitteln, wird sich die Zahl der Anwendungen ständig erhöhen. Dann wird eine Kombination aus herkömmlichen Lebensmitteln und gedruckten Lebensmitteln schon bald Normalität.


Wie beurteilen Sie die Nachfrage nach gedruckten Lebensmitteln? Was planen Sie für die Zukunft?

Melanie Senger: Wie häufig bei neuen Technologien sehen wir auch beim 3D-Foodprinting, dass es die Profis sind, die sich dieses neue Werkzeug als erstes zu Eigen machen. Daher konzentrieren wir uns derzeit auf Profiküche und Bäckereien/Konditoreien, denn hier erfahren wir aktuell die größte Nachfrage nach de Möglichkeit Lebensmittel zu personalisieren bzw. kreativ zu gestalten. Auf der Südback, auf der wir für unsere Innovation mit dem Trend Award ausgezeichnet wurden, haben wir überwältigend viel positives Feedback erhalten. Besonders begeistert sind die Bäcker und Konditoren von der erstmaligen Möglichkeit Brautpaaren den Wunsch zu erfüllen, im Original in Marzipan auf die Torte zu kommen. Für die nähere Zukunft planen wir viele weitere neue Anwendungen und eine Erweiterung unseres Lebensmittelportfolios. 

Über Print2Taste: 

Das Start-Up, das sich auf den Lebensmitteldruck spezialisiert, hat seinen Sitz in Freising, Bayern und ist eine Ausgründung der Hochschule Weihenstephan-Friesdorf. Das Unternehmen wurde im August 2014 gegründet und bietet mit dem 3D Foodprinting System Bocusini eine Plug&Play Lösung für die Profiküche an. Kernkompetenz des Unternehmens ist die Beherrschung des gesamten Prozesses des Lebensmitteldrucks, von der Entwicklung der Lebensmittel bis zur Abstimmung der Druckprozesse. Print2Taste steht in Kooperation mit führenden Hochschulen und Instituten der Lebensmitteltechnologie. 



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