Demokratie & Digitalisierung: Zwei Sichtweisen
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Demokratie & Digitalisierung: Zwei Sichtweisen

21/10/2019

Die Digitalisierung zeigt sich nicht nur im Online-Handel, neuen Arbeitsweisen und der Art, wie wir miteinander kommunizieren. Der zunehmend in sozialen Netzwerken stattfindende Nachrichtenkonsum besonders jüngerer Menschen, die steigenden Ausgaben für Wahlwerbung durch Parteien und Politiker*innen und die Versuche von außen, Wahlen zu beeinflussen, zeigen: Auch auf unser Gesellschaftssystem, die Demokratie, hat die Digitalisierung mittelbar und unmittelbar Auswirkungen.

In Zeiten, in denen Fake News und Hate Speech die Fundamente selbst vermeintlich gefestigter Gesellschaften erschüttern, liegt es an allen gesellschaftlichen Akteuren, klar Position zu beziehen. Denn natürlich liegen in der Digitalisierung und dem Internet gleichzeitig große Chancen für Information, Meinungsbildung und Austausch. Wir haben Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, und Tarek Müller, Mitgründer und Co-CEO von About You, zum Thema befragt. 


Was bedeutet Demokratie für Sie?

Alexander Birken: „Demokratie – das impliziert für mich für mich Freiheit, aber auch Verantwortung. Die Demokratie ist der größte Garant für Frieden in der Welt, für Wohlstand und Gleichberechtigung. Frei zu sein bedeutet aber auch, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Tun.“

Tarek Müller: „Für mich bedeutet Demokratie unter anderem Meinungs- und Informationsfreiheit sowie Toleranz, denn dies gibt jedem Menschen die Möglichkeit sich frei auszudrücken. Insbesondere der Zugang zum Internet ermöglicht heute sich zu informieren, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, seine Meinung frei zu äußern und etwas zu bewegen. Dabei ist es wichtig, verantwortungsbewusst mit dieser Freiheit umzugehen und tolerant gegenüber anderen Meinungen zu sein.“

Was können wir tun, um Demokratie in Zeiten der Digitalisierung zu stärken?

Alexander Birken: „Der Einfluss, den Algorithmen inzwischen nicht mehr nur auf Kaufentscheidungen, sondern auch auf unsere politische Meinungsbildung ausüben, stimmt mich nachdenklich. Unserer Verantwortung und unseren demokratischen Werten müssen wir auch in Zeiten der Digitalisierung gerecht werden.“

Tarek Müller: „Die Vielfalt des Informationsangebots und demokratische Meinungsbildung muss einhergehen mit digitaler Bildung. Wir müssen schon früh beginnen, Menschen die richtigen Mittel an die Hand zu geben, um den Umgang mit verschiedensten digitalen Informationsquellen, das Identifizieren von vertrauenswürdigem Content und das Erkennen von Fake News zu ermöglichen. Diese Themen müssen z.B. auch auf den Schulplan. Wir müssen sicherstellen, dass undemokratische und unmenschliche Positionen keinen Platz bekommen - analog oder digital.“


Tarek Müller nimmt am 30. Oktober 2019 an der Konferenz „ZEIT für Demokratie“ von ZEIT Online teil. Im Rahmen der Initiative „Deutschland spricht“ und anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Mauerfall“ zeigen Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft und Medien auf, wie sie die gesellschaftliche Entwicklung der letzten 30 Jahre erlebt haben und welche Schlussfolgerungen sie für unsere Demokratie und Zukunft in Deutschland und Europa hieraus ziehen. Der Hashtag für die Konferenz lautet #ZEITfürDemokratie.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
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