30
05

„Digitalisierung kann ein starker Karriere-Hebel sein“

30/05/2017

Anlässlich des 5. Deutschen Diversity-Tags sprachen wir mit Otto Group Konzern-Vorständin Petra Scharner-Wolff unter anderem über Talentförderung und wie interne Vernetzung gelingen kann.

Am Deutschen Diversity-Tag dreht sich alles um Vielfalt – im Job, im Alltag, in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Aber wie steht es um Diversity in einem international agierenden Konzern? Hierzu sprachen wir mit Petra Scharner-Wolff, die sich als Vorständin Finanzen, Controlling & Personal bei der Otto Group intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Wenn du anlässlich des deutschen Diversity-Tags auf die aktuelle Situation in Deutschland und der Welt schaust – was sind Themen, die dich bewegen?

Petra Scharner-Wolff: „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in der Gesellschaft viel zum Thema Vielfalt bewegt. Ich sehe aber aktuell wieder stärker Tendenzen, die ich bedenklich finde. Pauschalisierungen nehmen wieder zu, populistische Argumentationen finden immer mehr Verbreitung und Meinungsträger polarisieren, anstatt in den Dialog zu gehen. Wir brauchen mehr Austausch und echten Einsatz, um gemeinsame Lösungen zu finden und Veränderungen zu bewegen.“


Wie schaust du als Vorständin aus der Unternehmensperspektive auf diese Themen?

Scharner-Wolff: „Auch wir brauchen mehr Vernetzung und gemeinsame Lösungsorientierung. Vielfalt ist in meinen Augen schon lange nicht mehr nur eine Frage von Gender, Alter, Handicap oder Herkunft. Sie setzt eine bestimmte Haltung voraus: Offenheit, Toleranz und ein Bewusstsein für den Nutzen von Unterschiedlichkeit. Das sind auch die Grundlagen, um unsere Vielfalt im Konzern effektiv einzusetzen und gemeinsam Maßstäbe zu setzen.“


Welche Rolle spielt Diversity in dem Kontext?

Scharner-Wolff: „Es geht darum individuelle Talente einzusetzen und Freiräume für Perspektivenvielfalt zu schaffen. Wir treiben Themen wie Empowerment und agile Führung und wollen Talente nachhaltig entwickeln. Darum geht es zum Beispiel in unserem Entwicklungsprogramm für weiblichen Führungsnachwuchs 'Boost Your Career'. Und um konzernübergreifende Vernetzung und Perspektivenvielfalt zu etablieren, ist beispielsweise unsere neue Hospitationsplattform 'HOW?' eine relevante Plattform.“


Was war für dich persönlich als weibliche Top Managerin entscheidend in deiner beruflichen Entwicklung?

Scharner-Wolff: „Ich habe Freude daran, Dinge zu bewegen. Ich wollte immer Gestaltungsspielräume haben und finde es schade, dass das Wort 'Macht' gerade bei Frauen oft so negativ besetzt ist. Mir hat es geholfen, politische Herausforderungen mit etwas sportlichem Ehrgeiz zu betrachten, um mich auch in schwierigen Situationen zu behaupten. Zudem fand ich es immer wichtig, klare Vereinbarungen mit mir selbst und meiner Familie darüber zu treffen, was uns in unserem Leben wichtig ist. Diese Klarheit hat mir dabei geholfen, Prioritäten zu setzen und berufliche Gestaltungsspielräume zu entwickeln.“


Wie verändert sich Diversity in der Zukunft?

Scharner-Wolff: „Unser Markt verändert sich tiefgreifend und ständig. Wir brauchen schnelle, kreative und flexible Lösungen. Die entsprechenden Fähigkeiten entwickeln wir als Organisation nur, wenn wir aus bestehenden Silos ausbrechen, Perspektivenvielfalt, Freiraum und konsequente Förderung von Talenten – unabhängig von demografischen Charakteristika – wirklich leben. Außerdem kann die Digitalisierung ein starker Hebel für die berufliche Entwicklung von Talenten sein. Um mehr Frauen in Führungspositionen zu entwickeln, schaffen zum Beispiel der Aufbau von digitalem Know-how und flexibles Arbeiten ganz neue Ansätze. Ich wünsche mir, dass wir unsere Vielfalt in der Otto Group noch besser einsetzen, um in der Digitalisierung erfolgreich zu sein.“

Petra Scharner-Wolff

Petra Scharner-Wolff, 1999 in die Otto Group eingetreten, ist seit 2015 Konzern-Vorständin Finanzen, Controlling & Personal. Davor war sie unter anderem als Geschäftsführerin der Schwab Gruppe in Hanau sowie als Direktorin Konzern-Controlling tätig. Vor ihrem Wechsel in den Otto Group Vorstand leitete sie als Bereichsvorstand Service die Bereiche Personal, Steuerung und IT bei der Einzelgesellschaft OTTO. Wie sie über Arbeitsformen der Zukunft denkt, teilt sie im Gespräch mit Microsoft Deutschland Geschäftsführerin Sabine Bendiek mit.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
Kommentar schreiben
Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

Hinweis

Wir freuen uns über Ihre Kommentare in diesem Blog. Die Redaktion behält sich jedoch vor, Beiträge nachträglich zu löschen, sollten diese gegen die Kommentarrichtlinien verstoßen. Dies gilt insbesondere für solche Beiträge, die rechtswidrige Inhalte, Werbung für Dritte, Spam oder Beleidigungen enthalten oder in anderer Form unsachgemäß sind.

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen