Digitalisierung mit neuer Lernkultur (be)greifbar machen
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Digitalisierung mit neuer Lernkultur (be)greifbar machen

30/09/2019

Ob Newbie oder Nerd: Die Digitalisierung fordert von allen Beteiligten ein Um- und Mitdenken. Was können Unternehmen dafür tun, diese Eigenschaft zu fördern? Die Antwort liegt unter anderem in der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter*innen. Ein Plädoyer für eine Kultur des Lernens.

Schneller, vernetzter, innovativer – die Digitalisierung zwingt Unternehmen, sich dem ständigen Wandel anzupassen, um den Anschluss an den Wettbewerb nicht zu verlieren, besser noch, ihm voraus zu sein. Das ist nicht neu. Aber wie bewältigt man die viel beschworene digitale Transformation, wenn die Intensität und Schlagzahl der Veränderung sich permanent erhöhen? Und was kann jeder Einzelne tun, um in dieser Welt mit ihren neuen Technologien und Möglichkeiten zu bestehen? Vor allem aber: Welche Verantwortung beziehungsweise welche Rolle können und sollen Unternehmen in diesem Zusammenhang übernehmen?

Wohin man schaut: Überall schießen neue Trends und Technologien gefühlt über Nacht wie Pilze aus dem Boden. Sie alle versprechen, unser Leben noch schneller, besser und komfortabler zu machen. Was steckt denn wirklich hinter diesen Dingen, die im Zuge der Digitalisierung so massiven Einfluss auf unseren beruflichen wie auch privaten Alltag nehmen? Wie soll, wie muss, wie kann man ihnen begegnen, dass nicht bei jedem von uns das Gefühl aufkommt, plötzlich den Anschluss zu verlieren? Digitale Mündigkeit heißt die Antwort, mit der die Gesellschaft dem Buzz begegnen muss. Eine Welt, in der wir alle über die benötigten digitalen Kompetenzen verfügen und eine echte gesamtgesellschaftliche Debatte über die Gestaltung des digitalen Wandels möglich ist. Auf dem Weg steht naturgemäß die digitale Bildung unserer Jugend im Fokus. Ein Thema von besonderer Relevanz – wird es uns unsere Zukunft doch maßgeblich prägen.

„Überall entstehen neu Aufgabengebiete, gar neue Berufsgruppen“

Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Tatsache, dass die größte Transformation vor all jenen liegt, die die klassischen Bildungsinstitute längst hinter sich gelassen haben. Menschen, deren Arbeitsumfeld sich durch diese digitale Revolution in einem rasanten Umbruch befindet. Menschen wie ich und meine rund 52.000 Kolleg*innen in der Otto Group. Denn auch unser Arbeitsalltag verändert sich radikal. Überall in der Unternehmensgruppe entstehen neue Aufgabengebiete, gar neue Berufsgruppen.

In der Otto Group gibt es eine Vielzahl von internen Weiterbildungsangeboten, Seminaren und Coachings, um unseren Mitarbeitern eine fachliche und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Außerdem unterstützen wir spannende neue Initiativen und Programme für unterschiedliche Zielgruppen – intern wie extern: So sind wir beispielsweise Initiativpartner des Ada Fellowship Programms, einer deutschlandweiten Bildungsoffensive rund um das digitale Leben und die Wirtschaft der Zukunft. Ein weiteres Beispiel für unsere Innovationskraft im Bereich Bildung liefert die developHER eine von PLAN F – dem Female Business Network von OTTO und der Otto Group – gestartete Initiative, die Frauen und Tech zusammenbringt und das mit beeindruckender und überaus positiver Resonanz.

Aber wir halten es für unverzichtbar, unsere Bemühungen weiter auszubauen, um nicht nur einzelne Teilbereiche zu erreichen, sondern alle Kolleg*innen in der gesamten Unternehmensgruppe. Unser Zielbild ist, dass unser Unternehmen neben den notwendigen Spezialisten auch über eine Vielzahl an digitalen Generalisten verfügt. Diversität in den Kompetenzen war schon immer ein Erfolgsfaktor und ist es in digitalen Zeiten auch weiterhin.

Ada & Masterplan: Zwei Beispiele für digitales Lernen

Etablieren einer neuen Lernkultur

Wir haben uns in der Otto Group daher intensiv mit der Frage beschäftigt, was verantwortungsvolles Unternehmertum im digitalen Zeitalter bedeutet. „Digitale Bildung" und „Zukunft der Arbeit" sind dabei wichtige Handlungsfelder. Meine Vorstandskollegen und ich sind davon überzeugt, dass es für alle Kolleg*innen, uns eingeschlossen, wichtig ist, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, damit wir bestmöglich auf die Herausforderungen, Chancen, aber auch Risiken vorbereitet sind, die ganz sicher auf uns zukommen. Wir sehen es als unsere Pflicht an, in der gesamten Unternehmensgruppe für ein gemeinsames Verständnis des Themas zu sorgen. Deshalb hat unser CEO Alexander Birken den Startschuss für die Initiative „TechUcation“ gegeben, die vom Personalbereich der Otto Group Holding, Kolleg*innen verschiedener Konzernunternehmen und dem Lernplattformanbieter Masterplan in den vergangenen Monaten mit Leben gefüllt wurde. Entstanden ist ein rund achtstündiges videobasiertes, digitales Lern-Modul, das umfassendes relevantes Basiswissen der Digitalisierung vermittelt und das wir ab sofort sukzessive konzernweit und verbindlich für alle ausrollen werden. Im Anschluss steht auf der digitalen Lernplattform für einen Zeitraum von drei Jahren ein umfassendes Angebot an freiwilligen weiterführenden Kursen, je nach Fachgebiet und Kenntnisstand, zur Verfügung, das kontinuierlich erweitert und aktualisiert wird.

Damit bildet TechUcation einen zentralen Bestandteil unserer Bemühungen im Sinne einer Corporate Digital Responsibility. Ich bin überzeugt, dass dieser Impuls, diese Auseinandersetzung mit Digitalisierung und das Etablieren einer digitalen Lernkultur für uns alle wichtig ist, ganz egal ob Newbie oder Nerd. Für die Zukunftsfähigkeit unserer Mitarbeiter genauso wie für das gesamte Unternehmen ist es unabdingbar, dass Lernen und digitale Bildung fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags werden. Denn digitaler Wandel wird von Menschen gemacht! Wenn wir also von digitaler Mündigkeit sprechen, müssen wir den Raum und den Rahmen für eine neue Lernkultur schaffen. Auch und im Besonderen im Unternehmenskontext. Künftig wird die Entwicklung von eigenverantwortlichen Lernkompetenzen ein maßgebliches Erfolgskriterium sein. In einer Welt geprägt von Unsicherheiten und hoher Veränderungsgeschwindigkeit ist die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen unabdingbarer Wettbewerbsvorteil sowohl für Unternehmen als auch für jeden Einzelnen von uns.

Petra Scharner-Wolff

Otto Group Konzern-Vorständin Finanzen, Controlling, Personal

 
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