17.
November
2015
"E-Commerce ist ein wichtiges Standbein für den FC Bayern"

"E-Commerce ist ein wichtiges Standbein für den FC Bayern"

  Nachgefragt bei Christian Seidel
(Abteilungsleiter E-Commerce, FC Bayern München AG )

Bundesligisten wie der FC Bayern München entwickeln sich immer mehr zu globalen Marken, angetrieben unter anderem durch den weltweiten Vertrieb von Fan-Artikeln. Welche Rolle spielt der elektronische Handel dabei? Wir sprachen mit Christian Seidel, E-Commerce Abteilungsleiter beim deutschen Rekordmeister.

Der Absatz von Merchandising-Produkten und die sportliche Entwicklung eines Vereins gehen bekanntlich Hand in Hand. Wie planbar ist
E-Commerce unter solchen Voraussetzungen? Welche Rolle spielt hier die Erwartungshaltung der Kunden (Fans)?

Christian SeidelChristian Seidel: Grundsätzlich ist diese Aussage natürlich richtig. Nach einem Triple-Sieg verkaufen wir sicherlich mehr Merchandising-Produkte als in einer Saison, in der wir keinen Titel feiern können. Auch ein spektakulärer Transfer kurbelt die Trikotverkäufe an. Dennoch bewegen wir uns im klassischen E-Commerce-Umfeld, indem wir uns aus dem breiten Spektrum des Online-Marketings bedienen, um unsere Sichtbarkeit und Reichweite im Netz zu erhöhen. Der FCB ist weltweit jedoch eine solche starke Marke, dass die Nachfrage nach Merchandising-Artikeln auch entkoppelt vom sportlichen Erfolg besteht. Insofern lässt sich das Merchandising der Fan-Artikel über unsere Online-Kanäle gut planen. Die Erwartungshaltung der Fans bietet ein genauso breites Spektrum. Vom Fan, der sich jedes Jahr das neue Trikot kauft bis hin zum Gelegenheitskäufer, der nur an Weihnachten nach Geschenken sucht.


Der FC Bayern vertreibt seine Fanartikel online, stationär und via Katalog: Wie steht es um die Vernetzung der Kanäle?

Seidel: Die Vernetzung der Kanäle spielt auch beim FC Bayern eine wichtige Rolle. Große Kampagnen, wie zum Beispiel ein Trikot-Launch, werden über alle Kanäle einheitlich gespielt. Der ROPO-Effekt, also die Wechselwirkung zwischen Online und Offline-Kanälen, spielt bei uns ebenfalls eine Rolle. Viele unserer Fans informieren sich bspw. online über unser Sortiment und kaufen dann in der Filiale.


Blick in die Zukunft: Wie relevant wird E-Commerce für Klubs wie den FC Bayern in Zukunft für den Unternehmenserfolg?

Seidel: E-Commerce ist bereits schon jetzt ein wichtiges Standbein für den FC Bayern und wird dies auch in der Zukunft sein. Genauso wie die Mannschaft ruhen wir uns auf den bisherigen Erfolgen nicht aus, sondern investieren in die Zukunft, beispielsweise mit dem Relaunch auf eine neue, zukunftsfähige und innovative E-Commerce-Plattform.


Werden die Fan-Artikel von München aus über die Online-Kanäle weltweit vertrieben oder bedienen Sie sich im Ausland anderer Vertriebs-plattformen?

Seidel: Grundsätzlich werden die Fan-Artikel weltweit von München aus vertrieben. Ausnahme bilden dabei die beiden Märkte China und USA. Den chinesischen Markt bedienen wir über einen eigenen Shop auf Tmall (der führenden chinesischen Shopping-Plattform) und in den USA haben wir eine Kooperation mit Sports Endeavors (die führende amerikanische Fußballplattform), die unseren US-Shop betreiben.


Christian Seidel verantwortet als Abteilungsleiter E-Commerce den kompletten, weltweiten Online-Handel innerhalb der Direktion Merchandising und Lizenzen der FC Bayern München AG. Davor war der 32-Jährige sieben Jahre lang beim Otto Group Multichannel-Sportfachhändler Sportscheck tätig, davon vier in leitender Funktion im Bereich E-Commerce. 



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