15
10

Richtiger Hebel

15/10/2014

Zustimmung zum Gesetzesentwurf: Die Pflegeauszeit, um sich um schwer kranke Angehörige zu kümmern, soll künftig finanziell ausgeglichen werden.

Den Gesetzesentwurf von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die Pflegeauszeit ab kommendem Jahr zu vereinfachen und auch die Pflegepersonen finanziell zu unterstützen, begrüße ich ausdrücklich. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen schließlich eine deutliche Sprache: Aktuell sind 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig. Tendenz: steigend. Rund eine Million wird dabei in häuslicher Pflege betreut – oftmals von ihren Angehörigen. Obwohl die häusliche Pflege meist ein Fulltime-Job ist, sind 25 Prozent der Hauptpflegepersonen gleichzeitig berufstätig. Eine enorme physische und psychische Belastung. Und es bedeutet für viele, den täglichen Spagat zwischen Berufstätigkeit und Pflege zu meistern.

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in dieser Hinsicht zu unterstützen, haben wir bei der Otto Group das Thema Eldercare schon seit Anfang 2012 auf der Agenda. Wir unterstützen und beraten jeden Mitarbeiter individuell bei allen Fragestellungen, die bei einem eintretenden Pflegefall aufkommen können. Darüber hinaus veranstalten wir regelmäßig Vorträge im Haus, bei denen wir die Mitarbeiter rund um die Themen Pflege und Vorsorge informieren: unter anderem Aspekte wie psychosoziale Beratung, Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten, Vermittlung von ambulanten Diensten und Pflegeeinrichtungen, Informationen zur Finanzierung, Beratung bei der Antragsstellung, juristische Vorsorgemöglichkeiten und vieles mehr.

Dass das Thema Eldercare viele in unserer Belegschaft umtreibt, zeigt sich deutlich in den hohen Teilnehmerzahlen an diesen Veranstaltungen. Im Gegensatz zu diesem starken Interesse steht aber die bisher nur geringe Nutzung der zehntägigen Pflegeauszeit oder sogar des mehrmonatiges Ausstiegs aus dem beruflichen Alltag: Lediglich eine Handvoll Mitarbeiter hat bis jetzt überhaupt davon Gebrauch gemacht. Dass es nicht deutlich mehr sind, liegt ganz klar am Einkommensausfall, den die Pflegeauszeit bislang mit sich bringt. Bisher haben wir bei OTTO allerdings in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Führungskraft für jeden betroffenen Mitarbeiter noch eine individuell passende Lösung finden können, die die wirtschaftliche Härte abfedert, sei es zum Beispiel durch flexible Gestaltung der Arbeitszeit bis hin zur ihrer zeitweiligen Reduzierung. Bundesministerin Manuela Schwesig setzt somit am richtigen Hebel an.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
Kommentar schreiben
Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

Hinweis

Wir freuen uns über Ihre Kommentare in diesem Blog. Die Redaktion behält sich jedoch vor, Beiträge nachträglich zu löschen, sollten diese gegen die Kommentarrichtlinien verstoßen. Dies gilt insbesondere für solche Beiträge, die rechtswidrige Inhalte, Werbung für Dritte, Spam oder Beleidigungen enthalten oder in anderer Form unsachgemäß sind.

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen