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Frontal 21 geht Samwer auf den Leim

27/08/2014

Kommentar: Das gekonnt inszenierte PR-Feuerwerk zum bevorstehenden Börsengang von Rocket Internet und Zalando hat einen spannenden Höhepunkt erreicht.

Eigentlich halten wir uns auf diesem Blog mit Bewertungen von Konkurrenten hanseatisch zurück, aber das muss jetzt mal raus: Das gekonnt inszenierte PR-Feuerwerk zum bevorstehenden Börsengang von Rocket Internet und Zalando hat in den vergangenen Tagen einen spannenden Höhepunkt erreicht. Die Wirtschaftswoche und Frontal 21 bildeten ein noch nie dagewesenes Gespann vermeintlich hoch investigativer Recherche, wobei man getrost davon ausgehen darf, dass der famos agierende PR-Kollege von Rocket die beiden erst zusammengebracht hat. 

Man spürt förmlich die strategisch wirklich hervorragend ausgefeilte Inszenierung: Oliver Samwer – für die Finanzmärkte der europäische Jeff Bezos*, hierzulande "der deutsche Mark Zuckerberg“, was eine Zeitschrift auch willig transportiert hat, und nun die Inauguration des Oliver Samwer als „Reinhold Würth des Internets“, der die „deutschen Tugenden“ seines Schaffens preist. Das soll offensichtlich Ver.di und die Handelskammern überzeugen. Nun wären WiWo und Frontal 21 nicht WiWo und Frontal 21, wenn sie in ihren vergemeinschafteten Beiträgen diesem PR-Schauspiel nicht einen fundamental kritischen Beitrag entgegensetzten. Und so packen sie das ganze Arsenal von Vorurteilen, Sozialneid und Klon-Vorwürfen aus, derer sie über die Samwers habhaft werden konnten. So vermeintlich spektakulär wie überraschungsfrei.

Was aber die tapferen Hüter der Sozialmoral von Frontal 21 gar nicht bemerkt haben: Sie inszenieren Oliver Samwer unfreiwillig als Revolutionär des internationalen Einzelhandels, der den alten Knaben Mores lehrt. Wahrscheinlich haben sie selbst noch gar nicht bemerkt, dass es neben Karstadt seit zwei Jahrzehnten einen blühenden und ziemlich dicht besetzten E-Commerce-Markt gibt. Keine Rede von der enormen Schlagkraft Amazons, keine Rede von den überschaubaren Marktanteilen, die Rocket auf dem Mode- und gar auf dem Möbel-Onlinemarkt hat, kein Wort von den notwendigerweise erkauften tariflosen Bedingungen, unter dem die aufstrebenden Online-Pures agieren. Ganz ehrlich: Glückwunsch an die Kollegen in Berlin. Und wenn sie in Zukunft noch dafür sorgen, dass der neue E-Commerce-Messias im Interview nicht wie das Kaninchen vor der Schlange wirkt und ihm nicht ständig das Hemd aus der Hose hängt, sind sie PR-mäßig ganz weit vorne.


*Danke für den Hinweis, Tippfehler korrigiert.

Redaktion ottogroupunterwegs
 

Kommentare

  • Udo @springfeld

    Alle, ausnahmslos, die Samwer gegen den Bericht verteidigt haben, tun das wie eben sie unter Verweis auf den Erfolg. Doch sein wir doch mal ehrlich: Für jeden Job, den Samwer hierzulande schafft, gehen mehrere verloren oder ein Unternehmer bankrott. Das finanziert von Steuergeldern, die das Unternehmen auch durch geschickte Konstrukte zu zahlen vermeidet, ist nicht was ich mir unter der lobenswerten Unternehmertum vorstelle. Die Samwers waren, sind und bleiben einfach was in dem Beitrag leider aufgrund der Länge insgesamt zu kurz kam: sozial Schmarotzer, turbokapitalistisch und folglich nicht nachhaltig - mal mit Ausnahme ihrer selbst betrachtet, intellektuell ein Kopiergerät, emotional Maschinen. Kurzum: Ekel erregend.

    28/08/2014 07:55Uhr
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  • Sven Hansel

    ... da ist mein verehrter Ex-Chef aber sauer, dass seinem Verein nicht die, durchaus berechtigte, Aufmerksamkeit zuteil wurde. ;-) Aber: Kollege Netzökonom hat bereits aufgepasst: http://t.co/RtYIMqe4gG

    28/08/2014 08:21Uhr
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  • Matt Fux

    Hallo Thomas, nur zwei Hinweise: 1. Ich finde solche Veröffentlichungen über Wettbewerber ein Armutszeugnis, denn sowas macht man nicht wie du am Anfang schon schreibst als hanseatisches Unternehmen nicht. Aber hier wird Otto scheinbar immer un-hanseatischer je mehr es in die Rolle des Verfolgers verfällt. 2. Der CEO von Amazon heißt Jeffrey Preston Bezos oder kurz Jeff Bezos und nicht "Jeff Bazos" wie oben von dir geschrieben. Ein in der PR ähnlich unverzeihlicher Fehler wie Hemden, die aus der Hose hängen.

    28/08/2014 08:26Uhr
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  • LHME

    Wow, der Artikel ist ohne das Video zu sehen unlesbar, keine Ahnung was sie da wollen. Ich schau das Video später dann, grad keine Zeit. Nur noch zwei anmerkungen: Ich bin ziemlich sicher dass Der Jeff nicht Bazos heißt und Man kann in einem Einspieler nicht alles zu allem sagen.

    28/08/2014 08:28Uhr
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  • Christian Faltin

    Nur weil der "Jeff" Bezos heißt, sind die Anmerkungen von Thomas aber nicht falsch. Und warum darf man als Kommunkationsverantwortlicher bei so einer "Inszenierung" diese nicht als solche benennen? Könnte doch Journalisten geben, die diese Meinung aufgreifen.

    28/08/2014 08:56Uhr
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  • Matt Fux

    @Christian Faltin Wie in meinem Kommentar geschrieben bewerte ich den Artikel nicht als falsch, weil Jeff Bezos falsch geschrieben wurde. Ich habe auch falsch nie verwendet, sondern nur von einem Fehler und un-hanseatischem Verhalten gesprochen. Aber es ist hier oben in Hamburg nun mal vieles nicht ok, was im Rest von Deutschland ok ist. Es ist halt un-hanseatisch sich zu Wettbewerbern und deren PR öffentlich so zu äußern und das ist vielen südlich der Elbe dann unverständlich. Aber das ist der Unterschied zwischen Hamburg und München ;-)

    28/08/2014 09:23Uhr
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  • Christian Faltin

    @Matt Fux Ist das echt Ihr echter Name? Bitte werfen Sie doch mal einen Blick in die Fachmedien (PRREport, Horizont). Das mag vielleicht unhanseatisch gewesen sein, aber effektiv.

    28/08/2014 12:13Uhr
  • Andreas Winiarski

    Lieber Herr Voigt, ich bin der namenlose Kollege, über den Sie schreiben. Bislang kennen wir uns nicht. Lassen Sie uns das doch gerne zeitnah ändern. Ob in Hamburg oder Berlin entscheiden Sie. Ich würde mich sehr freuen! Herzliche Grüße, Andreas Winiarski

    28/08/2014 09:51Uhr
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  • 1WO

    Der Bericht über die Samwers hat bei mir nur manifestiert, dass die globalisierte BWL sich gerade selber zerfleischt. Amerikanische CEOs die vor Angst schlottern, weil ein paar good old germans Ihre intellectual property structuriert und schnell analysieren, bewerten, und dann ggf. schnell global ausrollen. Das ist für einen Bruchteil der Sekunde unmoralisch und auf gar keinen Fall nachhaltig. Danach bemerkt man aber, dass eben diese CEOs keinerlei Probleme haben, kostengünstig global zu produzieren (Schonmal eine Indische IT Hotline am Telefon gehabt für amerikanische Produkte?), oder Gewerkschaften nach wie vor für Teufelswerk halten. Diese marktkonforme Globalisierung ist ja auch für alle neocons ok, aber die auch in den USA oftmals mangelhaft und schlecht skalierbare Unternehmenstrategie und die Value Proposition einfach zu analysieren, zu bewerten, ggf. zu kopieren und dann für ein paar Jahre auszurollen, um danach die Unternehmen zu verkaufen, bevor jemand merkt wieviel Fördergelder und Praktikanten dabei mißbraucht wurden, das darf kein Geschäftmodell sein? Ich dachte immer: Der Markt wird es richten? Und die Schnellen fressen die langsamen? MoinMoin

    28/08/2014 11:38Uhr
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  • Tapio Liller

    Lieber Herr Voigt, ich weiß nicht so recht, wie ich ihren - nenne wir es hanseatischen Rant - lesen soll. Geht es Ihnen um eine Lobpreisung der PR-Leistung des Kollegen Andreas Winiarski von Rocket Internet? Dann läse ich Ihre Kommentar eher als Glosse. Oder geht es Ihnen um die zweifelhafte journalistische Qualität des Frontal21-Beitrags mit Wiwo-Hilfe? Dann haben Sie natürlich einerseits recht bezüglich der tendenziösen Machart des Beitrags. Aber was haben Sie erwartet? Frontal21 ist kein Wirtschaftsmagazin. In diesem Format Ausgewogenheit oder auch nur branchenspezifischen Sachverstand zu erwarten scheint mir doch allzu optimistisch. Wer sich keinen Gefallen mit der Kooperation getan hat ist die Wiwo, der man all die Fragen, die Sie aufbringen, durchaus zutrauen, ja zumuten muss. Über die handwerkliche Qualität der Rocket-PR kann man im Übrigen streiten. Oliver Samwer ist kein Routinier vor der Kamera, war auf erwartbare Fragen eher mittelgut vorbereitet und dass der CEO on camera ist, während man ihm das Mikrofon ansteckt, ist für einen, der vorgibt der "Reinhold Würth des Internet" zu sein, peinlich. Besten Gruß nach Hamburg Tapio Liller

    28/08/2014 12:16Uhr
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  • b. maddoff

    hmm, denke nicht, dass sich rocket internet mit dieser serie - sollte sie selbst gesteuert sein - einen gefallen getan hat. die samwers kommen nicht gut weg, oliver wirkt wie ein freak, der unfassbar schlecht lügt. tochterfirmen in lux? "wegen us investoren" is klar is klar....... rocket internet ist die größte deutsche internetluftblase bis jetzt, wer dort aktien kauft, kann sich auch gleich bei der postbank "beraten" lassen.....

    28/08/2014 12:30Uhr
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  • Bernhard Ollefs

    Hallo, ich hatte nicht den Eindruck, dass mit dieser Sendung ein "Coup" gelungen ist. Im Gegenteil: Die Sendung erweckt den Eindruck, als wäre längst nicht alles moralisch und rechtlich einwandfrei. Meine persönliche Einschätzung ist, dass sich Rocket über eine derart negative Berichterstattung nicht sonderlich freut.

    28/08/2014 13:58Uhr
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  • Rainer Barg

    Ich habe die Frontal21-Doku mit Interesse verfolgt. Was bei mir als Fazit hängenblieb ist: Rocket Internet ist ein Konzern, der ohne eigene Kreativität und Ideen die Geschäftsmodelle anderer ausbeutet, sie aggressiv und ohne Skrupel vorantreibt, das Gegenteil des ehrbaren Kaufmanns ist und dabei noch den Ruf der deutschen Wirtschaft nicht nur im Silicon Valley ruiniert. Die Ergüsse des Herrn Samwer und seines Pressesprechers wurden doch von der "Gegenseite" überzeugend als rabulistische Verdrehungen entlarvt. Ich bin sicher, dass Rocket Internet aus dieser Reportage nicht als Sieger hervorging.

    28/08/2014 14:19Uhr
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  • Rainer Keller

    Persönlich sehe ich dahinter keine PR Kampagne der Samwer Brüder und die wahren Investoren lassen sich nicht von TV & Print beeindrucken, sind schon viel früher dem Trend verfallen und auf den Zug aufgesprungen oder müssen sich neidlos eingestehen, dass die Kollegen aus Berlin - etwas Einzigartiges geschafft haben und nur noch ein paar Krümel von Kuchen ab. Wenn auch die Einzigartigkeit der Samwer Brüder sich auf das KOPIEREN beschränkt, so ist es in der freien Marktwirtschaft einem jeden gestattet - sich dagegen zustellen oder Parole zu bieten. Was hält einen Konzern davon ab, es auch zu tun? Scheitern die Unternehmen mit Milliarden Umsätzen im OFFLINE, bereits an ihrem kleinen Online-Shop, wo sie es nicht schaffen, ihre eigenen Labels erfolgreich vertreiben. Ich finde den Bericht bei Frontal21 peinlich recherchiert, dramatisiertes Halbwissen gepaart mit schlechtem Sensationsjournalismus - ein jeder der eCommerce nur im Ansatz versteht sollte in Deutschland seine GEZ Gebühr zurückfordern! Sollten die Herren wissen, dass 99% des Gutscheingeschäftes auf Affiliate Marketing beruht und Zalando mit diesen, wie alle im Markt "nur" eine Kooperation eingeht und natürlich nichts davon wissen kann - wo diese zum Einsatz kommen. Blogger, B2B, B2C bis hin zu Gewinnspiele. Fazit: Ahnungsloser Nonsense für den Konsumenten. Aber ich sehe gerne solche Sendungen an, weil 1. um zu verstehen wie der "Deutsche Journalismus" tickt und die Strömungen dahinter. Wie gefährliches Halbwissen wieder einmal mehr "nur Neid" oder "Abneigung gegen Erfolgreiche" schürt. 2. es einem auch verdeutlicht, was im eCommerce einerseits möglich ist und andererseits, der ganze Markt noch in den Kinderschuhen steckt 3. auch der Tante Emma Laden um die Ecke, davon partizipieren kann, wenn er strategisch umdenkt. Meine Mutter musste ihren Tante Emma Laden 1977 auf dem Land schliessen, als plötzlich die Supermärkte und von Rewe bis Edeka an zentralen Punkten ihre Flaggschiffe eröffnet haben. Meine Mutter und meine Tante haben es versäumt sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrieren, ein Café mit eigener Konditorei 7km entfernt - in einer Kleinstadt zu eröffnen. Alles was wir an Rocket Internet kritisieren, wird die Samwer Brüder nicht davon abhalten, bald Milliardäre zu sein,. Im Gegensatz von Herrn Schlecker - der weder Off- noch Online mithalten konnte, wie einst Herr Grundig bis Wienerwald ...haben Letztere wenigstens Rücklagen gebildet und waren nicht umsonst über viele Jahre erfolgreich. Internet ist eine Welt in der Welt, ...und noch ist es ein langer Weg, dass wir Rocket Internet im gleichem Atemzug nennen, wie Google, Ebay, Amazon, Apple, Facebook ...hier ist es dann schon angebracht anzumerken - dass es sich bei diesen Firmen um Originale handelt, die mit einer einzigartigen Idee die Welt erobert haben. Als Kaufmann ziehe ich vor den Elite Schülern Samwer den Hut und wenn es um die Einzigartigkeit der Deutschen Erfindungen und das MADE IN GERMANY geht - setze ich ihn wieder auf. Ich jedenfalls freue mich, dass es Zalando, Home24, Westwing, etc. gibt, macht es mir MUT dass es auch andere junge Menschen schaffen können, ganz oben mit zuspielen. Was in den kommenden Jahren noch an Ideen gelauncht wird, so halte ich es wie Zuckerberg, wird alles bisher Dagewesene um ein Hundertfaches übertreffen ... Dream Big. Think Big. . . .stay focussed by making it happen

    28/08/2014 14:44Uhr
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  • Matt Fux

    @Christian Faltin: Ich sagte ja schon, dass es Leute aus München nicht verstehen was hanseatisches Verhaltem ist, denn es hat sich nichts mit effektiv zu tun und man macht es nicht auch wenn es effektiv ist. Das überlassen wir den Süddeutschen... :-)

    28/08/2014 14:50Uhr
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  • 123

    Endlich!!!Ein Kommentar mit ein wenig Biss!Die OG muss sich nicht verstecken,sie haben schon viel geleistet und die richtigen Maßnahmen sind eingeleitet.Hanseatische Kommunikation schön und gut,aber es ist Zeit anzugreifen...

    28/08/2014 19:36Uhr
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  • Bjoern Emde

    Beide Rainers haben recht. Man muss aber auch viel Unsinn zu diesem Fall lesen. Wer sich mit Kapitalmarktkommunikation beschäftigt wird diese PR jedenfalls als vogelwild und extrem fahrlässig bewerten. Ich vermute die Bookrunner und die Anwälte der Co-Investoren haben sich schon lautstark zu Wort gemeldet. Oder extern berät niemand mit IPO Erfahrung.

    28/08/2014 20:24Uhr
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  • Dassel

    Ich kann nicht glauben, dass dies hier offiziell von Otto kommt?? Wie #123 finde ich den Kommentar auch "bissig". Der hochnäsig-ironische, gewollt witzige Besserwisser-Ton passt jedoch nicht zu dem Bild, das ich von Otto hatte. Eventuell habe ich mich bisher einfach nur geirrt.

    29/08/2014 00:05Uhr
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  • Kai Hudetz

    Perfekt auf den Punkt gebracht, dem ist nichts hinzu zu fügen!!!

    29/08/2014 07:59Uhr
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  • Alexander Eichholtz

    Also ich bestelle bei Otto aus Überzeugung, denn im Gegensatz zu den BilligWillig AGs, bei denen ich früher einkaufte, bemerke ich doch einen qualitativen Unterschied. Und der Service ist erstklassig. Zum Thema: diese Brüder sind fleischgewordene PR. Nix weiter. Das sieht man doch auf den ersten Blick. Deren Auftritte zwischen Tschakka und wir sind die Macher von Morgen, dazu ihre gläubigen Angestellten, die sich begeistert ausbeuten lassen, das ist doch so peinlich wie eine Rheumadeckenverkaufsveranstaltung. Eigentlich zum Lachen. Die Brüder machen Millionen auf Kosten ihrer bescheuerten Angestellten und des Steuerzahlers. Das kann ein volltrunkener Heinz von der Straße für nen Kasten Bier auch.

    29/08/2014 08:24Uhr
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  • Dr. Michael Gebert

    frei nach dem Motto "there is no bad PR" wissen jetzt die Deutschen vom bevorstehenden Börsengang - flankiert von einen netten Buch über die Samwers und Headliner im Managermagazin und Co.... wenn die Beauty Contest Masche vor einem IPO nicht immer die Gleiche wäre ich überrascht......

    29/08/2014 09:00Uhr
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  • frenzy

    herrlich geschrieben! und gaaaanz zufaellig lese ich heute, dass zalando endlich schwarze zahlen schreibt... fuer mich ist ein unternehmer erst dann erfolgreich und guter pr wuerdig, wenn die profitabilitaet und der erfolg mit respekt und fairness den beteiligten partnern gegenueber einhergeht, das schliesst auch die belegschaft ein. und das sage ich als liberalist und konservative person. alles andere ist nicht bewunderswert.

    29/08/2014 09:19Uhr
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  • T.H.

    Man kann die drei Typen mögen oder auch nicht. Ich tendiere zu nicht! Bei allem, was die so tun habe ich das Gefühl, dass es nur um das Projekt als solches geht. Irgendwann merkt man, dass der Hype nachlässt und weg ist das Startup! Alles zurück auf Start und her mit dem nächsten Jungenspielzeug. Die "Investoren" die Geld in diese subventionierten Kunstgebilde stecken weil sie der Lüge aufsitzen, dass die Claims im Online Business jetzt abgesteckt werden und jeder der dabei sein will das nur jetzt kann werden jede Menge Geld verlieren! Unternehmen wie Zalando sind nur Werbe- und Image- getrieben. Wenn eines von beiden nachlässt geht ihnen die Puste aus. Die Kleidung wird fast ausschließlich zum UVP verschickt. Da ist nicht mehr viel Luft nach oben zum Geld verdienen! Der Online Kunde ist wankelmütig. Pureplayer für Handelswaren werden im Netz nie nennenswert Geld verdienen wenn sie Allmachtsfantasien entwickeln. Das lernt man im Grundstudium an der Uni. Stichwort: Vollkommener Markt! Präferenzen wie schnelles und kostenloses Liefern kann jeder der es will auch bieten. Das Problem ist von der Nummer wieder weg zu kommen... Ich kann an den drei Samwers nichts außergewöhnliches finden. Ihre Websites mögen conversion funnel optimiert sein, werden aber genau so vergehen wie einst Jamba! Hoffentlich kann man dann die Logistikzentren, die mit Steuergeldern errichtet wurden noch gebrauchen. MfG

    29/08/2014 09:26Uhr
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  • S.H

    lol Wer noch an den vollkommenen Markt glaubt, der sollte wohl erstmal sein grundstudium & nen bisschen Erfahrung sammeln, bevor er andere belehrt.

    30/08/2014 15:24Uhr
  • Udo Lahm

    Was wir hier erleben, ist zwar nicht neu im Vorfeld eines Börsengangs, aber in seinen Dimensionen schon etwas Besonderes. Auf jeden Fall ein bemerkenswertes Lehrstück dafür, wie PR funktioniert und welche Rolle Medien und einzelne Journalisten hierbei spielen. Ein Besonders origineller Randaspekt ist für mich das symbolisch "heraushängende Hemd": vielleicht zufällig, zeigt es doch beispielhaft, mit welchen Mitteln hier von beiden Seiten kommuniziert wurde. Ich schließe mich Thomas Voigt an und gratuliere den Berliner Rocket PR-Leuten, auch wenn ich es zutiefst bedauerlich finde, auf welchem journalistischen Niveau unsere Medien inzwischen angelangt sind. Und ich sage bewusst "Medien", und nicht "Journalisten", denn diese werden ja gerade allerorts abgeschafft. "Erst wenn der letzte Journalist durch einen Nachrichtengenerator-Computer ersetzt ist, werdet Ihr merken..."

    29/08/2014 09:58Uhr
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  • Peter Bergner

    You made my day! Danke für diese gelungene Einordnung. War ich also nicht allein mit meinem Eindruck, dass samwer im Interview wie ferngesteuert wirkt :-) Der Hype um Zalando wird vergehen und auch diese Blase platzen. Aber da sind die Samwers schon beim nächsten Geschäft.

    29/08/2014 09:59Uhr
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  • M.H.

    Als Banker/Vermögensverwalter begrüsse ich die breite Diskussion und Berichterstattung über den bevorstehenden Börsengang. Soll sich doch später kein Anleger beklagen, mangels Information eine Menge Geld verbrannt zu haben...

    29/08/2014 11:24Uhr
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  • Thomas Brück

    "Samwers-Meisterstück" wäre wohl der richtige Titel gewesen. Dank Frontal21 denkt der gemeine Zuschauer, dass es eben nur noch Schuhe und Möbel im Internet zu kaufen gibt, weil die Samwers DIE große Nummer im E-Commerce sind. Jetzt kopieren sie weiter, bis es dann eben auch andere Produkte zu kaufen gibt, natürlich immer im Dienste des Volkes.

    29/08/2014 12:04Uhr
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  • Thomas Voigt

    Vielen Dank für die vielfältigen Kommentare. Ist ja Wahnsinn, was man mit einem Post auf diesem Blog alles anrichten kann. @Kollege Winiarski: Besuche kommende Woche unsere Berliner Kollegen von Project A und komme gerne auf einen Kaffee vorbei ...

    29/08/2014 13:01Uhr
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  • L.J.

    Es ist ja schon lange kein Geheimnis mehr in der Finanzwelt, dass Samwer & Co mit Zalando und anderen Copy-Modellen dreistellige Millionenverluste machen und gleichzeitig anderen Marktanteile wegnehmen, Amazon macht das seit fast 20 Jahren nicht anders, diese Firmen machen keine Gewinne und können ab einem bestimmtem Zeitpunkt nur noch via IPO existieren, da das Weiterverkaufen an Private/Venture Firms irgendwann nicht mehr geht, und das Kapital vom semi-Smart Investoren kommen muss (Aktienmarkt). Allerdings ist das für Kunden dieser Firmen nicht relevant, da diese Firmen schon Komfort und andere Vorzüge bieten. Samwer & Co sind extrem smart was Kundenzufriedenheit und PR angeht, denn beides zusammen ist ein gutes Rezept um Corporate Value (MarketCap) am Aktienmarkt zu schaffen. Wer als Investor die Risiken nicht versteht sollte das Geld in solche Firmen nicht anlegen. Was man sagen muss, ist, dass Zalando in vielen Bereichen (zumindest in Europa) viele neue Mass-Stäbe setzt die ich als Konsument aus den USA mag, und ich hoffe, dass auch Firmen die neu in dieses Segment kommen die guten Dinge kopieren und noch weiter zu entwickeln.

    29/08/2014 20:42Uhr
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  • Peter Müller

    Ich hatte eigentlich gedacht, dass OTTO diese Auftragsarbeit bezahlte, war wohl nicht - dann müssen wir wohl doch eher im amerk. Raum suchen ;-) Eine Doku über OTTO wäre sicherlich auch interessant - Delaware und Hong Kong inklusive...haha.

    01/09/2014 13:29Uhr
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  • Frank Gustke

    "Mitleid bekommt man geschenkt. Neid muss man sich verdienen." (Robert Lembke). Ein alter Sprücheklopfer, trifft aber den Kern an sich. Das Internetgeschäft ist ein rasant wachsendes und rotierendes Geschäft. Und wer am "großen Rad" drehen will, muss noch schneller agieren. Frontal 21 hat es letztendlich geschafft, dass nun wirklich "Jeder" die Firma "rocket internet" und die "Samwer-Brüder" kennt und wirklich "Jeder" darüber spricht. Na ja und dann die Sache mit dem (Copy and Paste) und sozialen Aspekten. Kopieren wir nicht alle irgendwie täglich im Alltag, in der Mode, im Job, oder wie auch immer? Welcher Programmierer hat noch nicht "Quellcodeabschnitte" kopiert. Geschuldet auch letztendlich durch den enormen Zeitdruck, der nun mal besteht. Und der "soziale Charakter", das verkneife ich mir jetzt mal. Ist es sozial, wenn führende Modemarken in Asien produzieren lassen? Das Internet-Geschäft ist ein sehr hartes Business. Soll heißen, wer als Firma so schnell wächst, gehört letztendlich doch ein wenig mehr dazu, als "Copy and Paste".

    03/09/2014 00:33Uhr
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