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Wenn der Roboter einmal klingelt

05/08/2016

Hamburg ist die erste deutsche Großstadt, in der das europäische Technologie-Start-up Starship Technologies und der Logistikdienstleister Hermes Germany die Zustellung per Roboter testen werden.

„Ein Rasenmäher!“
„Ein ferngesteuertes Auto!“
„Liefert der auch Pizza?“

Die Reaktionen der Passanten schwanken von verwundert bis erheitert, als am Mittag des 4. August der Zustellroboter von Starship in der Hamburger HafenCity erstmals in der Öffentlichkeit auftritt. 70 Zentimeter ist er lang, 21 Kilogramm schwer und glänzt mit finnischem Design.

Erfunden hat ihn der ehemalige Mitgründer von Skype, Ahti Heinla, heute CEO von Starship Technologies – jenem Start-up, dass sich dieser Tage vom Hauptsitz in Tallinn/Estland aus anschickt, die Paketzustellung zu revolutionieren. In London, Washington und natürlich Tallinn hat der bislang noch namenlose Starship-Roboter bereits erste Tests erfolgreich absolviert. Ohne Zwischenfälle, übrigens. 

Ingo Bertram, Hermes EuropeHermes Germany bringt den Roboter nun nach Deutschland. Und das nicht nur zu Showzwecken: Voraussichtlich ab Ende August soll das futuristische kleine Fahrzeug im Rahmen eines viermonatigen Pilottests im Livebetrieb getestet werden. Von drei Hermes PaketShops aus gehen dann reguläre Bestellungen, zum Beispiel von OTTO, per Roboter auf den Weg an ausgewählte Testkunden. Die Beauftragung des Roboters erfolgt per Smartphone, ebenso wie das Öffnen. Eine SMS informiert, sobald der Roboter vor der Haustür steht.

Befahren werden ausnahmslos Fußwege, ein Operator in der Leitzentrale ist jederzeit online live dabei. Sicherheit geht vor. Apropos Sicherheit: Damit auch wirklich nichts passiert, haben Ahti Heinla und seine mittlerweile rund 25 Ingenieure den Starship-Roboter mit Kameras und Sensoren ausgestattet. Erst diese ermöglichen es dem Roboter, sich in seiner Umgebung zu orientieren. Treten unverhofft Hindernisse auf, erkennt das System diese innerhalb weniger Millisekunden und stoppt das Fahrzeug umgehend – um Kontakt zum Operator aufzunehmen. Erst nach dessen Freigabe setzt der Roboter seinen Weg fort. Bei den Tests in Hamburg kommen zusätzlich Begleitpersonen zum Einsatz.

Ist eine Belieferung per Starship-Roboter nun also die Paketzustellung der Zukunft? Ganz ehrlich: Wir wissen es nicht. Und genau deshalb werden wir demnächst in Hamburg den kleinen Gesellen auf Herz und Nieren testen. Denn nur so können wir feststellen, ob Zustellroboter wie dieser eine gleichwohl wirtschaftlich wie prozessual sinnvolle Ergänzung unserer Logistikinfrastruktur sein können. Fest steht: Autonomes Fahren wird auch dank Starship weiter an Bedeutung gewinnen – im Privatverkehr ebenso wie in der Logistik.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
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