Hybrid frisst Kultur!? Fünf Impulse für die neue Arbeitswelt
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Hybrid frisst Kultur!? Fünf Impulse für die neue Arbeitswelt

28/03/2022

Braucht Unternehmenskultur und Identifikation Büros und physische Nähe? Welche Chancen und Herausforderungen bietet die neue Form der Zusammenarbeit? Fünf Impulse für die Zukunft der Arbeit.

Hybride Arbeitsformen sind gekommen, um zu bleiben. Aber was passiert mit der Unternehmenskultur und Identifikation, wenn klassische Büros durch virtuelle Räume erweitert oder sogar ersetzt werden? Wenn keine gemeinsamen Räume mehr gibt, wo Teams Nähe und Vertrauen im beruflichen Kontext aufbauen und stärken können? Frisst gar hybride Zusammenarbeit die Kultur eines Unternehmens? Diesen Fragen widmeten sich drei Expert*innen aus der Otto Group in einem LinkedIn Live-Talk am 24. März 2022. In der 45-minütigen Session teilten Annika in der Beek, Director People and Organizational Development bei ABOUT YOU, Bianca Lammers, Division Managerin Kulturwandel 4.0, und Hendrik Schneider, CFO bei Hermes Germany, ihre Learnings aus über zwei Jahren Zusammenarbeit im Remote- und Hybridformat.

1. Virtuell Entfernungen Überwinden

Hybride Zusammenarbeit muss nicht immer als Herausforderung für Nähe und Identifikation gesehen werden. Gerade für internationale Unternehmen bieten sich Chancen, denn Kolleg*innen an entfernten Orten rücken dadurch näher heran.

2. Neue Rollen und Aufgaben für führungskräfte 

Virtuelle Zusammenarbeit

In sehr großen Teams passiert es in Remote-Settings leichter, dass die Bedürfnisse einzelner „untergehen“ können. Daher sind eine passende Führungsspanne und Teamgröße heute noch relevanter. Empathie wird als Fähigkeit für Führungskräfte ebenso wichtiger: Die im digitalen Austausch fehlende Körpersprache muss durch besonders aufmerksames Nachfragen ersetzt werden.

Onboarding remote

3. Onboarding in einer hybriden arbeitswelt

Frühfluktuation ist für viele Unternehmen derzeit eine große Herausforderung. Dem Onboarding kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn es muss schnell eine Identifikation mit dem Unternehmen geschaffen werden. Das beginnt schon vor dem ersten Tag: Alle Touchpoints der Bewerber*innen und späteren Mitarbeitenden mit den Unternehmen müssen der Identifikation schaffen und Unternehmenskultur vermitteln. „Wir müssen die Zukunft der Arbeit „human-friendly“ gestalten“, sagt Annika in der Beek.

4. Neue Austauschformate schaffen

Was vor der Pandemie üblich war, die Gespräche zwischendurch, der informelle Austausch an der Kaffeemaschine oder kurz nach einem Meeting – dazu braucht es nun Planung und Disziplin. Um Nähe und Vertrauen auf Distanz zu wahren, sollte man den Hörer in die Hand nehmen und „einfach mal so“ anrufen und fest im Kalender eingetragene Freitagsrunden mit dem Team etablieren. „Wir müssen unsere Zusammenarbeitsformen mit großer Offenheit diskutieren und dabei chancenorientiert und kreativ die vielen Möglichkeiten ausschöpfen,“ plädiert Bianca Lammers.

5. Bewusstsein und Reflektion

Die Erkenntnis, dass wir mit dem virtuellen Raum weitere Formen in der Zusammenarbeit und Kommunikation zulassen, ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Arbeit. Hybrid ist mehr als Technik, sondern bedarf einer hohen Selbstverantwortung und Offenheit. Es geht nicht um ein Wohlfühlprogramm, sondern um eine Basis für gute Zusammenarbeit und Performance – auch im virtuellen oder hybriden Setting. „Wir müssen unsere eigenen Bedürfnisse formulieren und auch auf die der anderen eingehen,“ betont Hendrik Schneider. „So schaffen wir Win-Win-Situationen, die die Performance der Unternehmen steigern.“


Live-Talk Neue Arbeitswelten: Hybrid frisst Kultur!?

In der Diskussion geben die Expert*innen Einblicke in ihre Learnings aus über zwei Jahren remote und hybrider Arbeit, zeigen Chancen und Herausforderungen und nennen ihre Wünsche für die Zukunft der Arbeit.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
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