27.
April
2017
Job-Matching – das beste Bewerbermarketing

Job-Matching – das beste Bewerbermarketing

  Matthias Oberstebrink
(CEO jobunicorn.com)

Gut 20 Jahre ist es her, dass McKinsey den War for Talents ausrief. Besonders bei der Suche nach MINT-Absolventen und technisch und fachlich hochversierten Arbeitskräften musste schon seit Jahren ein Umdenken und regelrechter Paradigmenwechsel stattfinden, um die Konkurrenz im Kampf um die besten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auszustechen. 

Mittlerweile scheint es, als würde der Arbeitnehmermarkt für immer mehr Branchen und Fachkräfte unausweichliche Realität. Besonders Matching stellt hier eine große Chance für Arbeitgeber dar, um sich attraktiv im Arbeitnehmermarkt zu präsentieren. Ganz besonders gilt das für kleinere und auch weniger bekannte Unternehmen und Organisationen, die Fachkräfte aus stark gefragten Berufen suchen. Drei Gründe sprechen dafür, dass Recruiting über Matching-Algorithmen eine zukunftsweisende Technologie sein wird:

1. Matching macht sichtbar

Wie lässt sich die Sichtbarkeit und Attraktivität für Talente erhöhen, ohne dass kosten- und zeitintensive Bewerbermarketingkampagnen viele Ressourcen fressen? Ganz einfach: Durch Matching. 

Durch Matchingportale wie jobunicorn.com überzeugen Unternehmen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer genau mit den Argumenten, die für Bewerber relevant sind. Dadurch, dass Matching-Algorithmen unabhängig und mit direkter Vergleichbarkeit spezifische Fragen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber stellen, erhalten die Ergebnisse ein größeres Gewicht als die spezialisierten Fragenkataloge einzelner Firmen. Eine Bewerberin, die 48 Fragen zu ihrer Persönlichkeit, Arbeitsweise, Teamfähigkeit und bevorzugter Arbeitskultur ehrlich und nach bestem Gewissen beantwortet hat, wird die Ergebnisse der Auswertung und dementsprechende Jobempfehlungen mit großer Ernsthaftigkeit vergleichen. 

Große Player werden in vielen Bereichen nicht zu toppen sein: Größere Bekanntheit, größere Budgets und größere emotionale Verbindung zu den Bewerbern dürften ihnen auf den ersten Blick nicht zu nehmen sein, doch Matchingalgorithmen interessieren sich nicht für Images und lassen sich nicht durch PR-Kampagnen beeindrucken. Hier zählt einzig und allein die Persönlichkeit – die der Bewerber, aber auch die der Organisation.

Jobsuche muss nicht anstrengend sein!

Jobsuche ohne Krampf: Beim Matching sprechen Unternehmen bei Bewerbern vor. 

2. Matching überzeugt durch realistische Einschätzungen

Wer kennt sie nicht? Diese Stellenausschreibungen: Wollmilchsau für 0815 Job gesucht. Matching lässt keine karriere - oder suchoptimierten Selbstbeschreibungen zu - stattdessen bekommen Bewerberinnen und Bewerber sofort einen realistischen Eindruck von der ausgeschriebenen Stelle. Nur wer sich auch persönlich entfalten kann und mit Stärken UND Schwächen wahrgenommen und akzeptiert wird, kann langfristig Erfolg haben. Auch dies gilt für beide Seiten, für BewerberInnen wie Unternehmen. Wenn Menschen und Firmen-Kultur als Charaktere zusammenpassen, erleichtert sich der Recruitingprozess für alle Seiten enorm und Ressourcen können kurzfristig (weniger Zeit bis zum besten Match) und langfristig (signifikant weniger Fluktuation) gespart und in andere Prozesse investiert werden.

3. Matching ist ehrlich

Moderne Matching-Systeme machen es mittlerweile fast unmöglich, die gewünschten Antworten des Gegenübers zu erahnen. Tatsächlich kennen selbst die Arbeitgeber nicht die Antworten, die BewerberInnen zum besten Match verhelfen würden. Zudem wurden etwa bei JobUnicorn die Fragen von Psychologinnen und Psychologen entwickelt, so dass die tiefgreifende Dimension der Antworten Laien auf den ersten Blick kaum ersichtlich wird. Eine Bewertung der Antworten kommt erst durch die Berechnung des Algorithmus im Abgleich mit den jeweiligen Antworten auf die Anforderungen und Einzelheiten einer Stelle zustande. Dem Algorithmus ist dabei grundsätzlich egal, ob ein Talent eher kreativ oder akribisch arbeitet, die Stellenanforderung bestimmt, ob und wie sehr es matcht. Doch das wichtigste Argument eines ehrlichen Matching-Prozesses ist seine Aussagekraft. Wer versucht Matching-Systeme zu überlisten, überlistet damit am Ende nur sich selbst. 

Die neue Stelle mit einem durch und durch kreativen Querkopf zu besetzen, mag die richtige Intention sein. Doch wem ist geholfen, wenn ein solcher nach wenigen Wochen genug hat von der eher traditionellen Firmenkultur, die sich als so hip und modern präsentieren wollte? Was gewinnt ein Bewerber, der sich als Team-Player und Exzentriker ausweist und dann doch nur froh ist, wenn er endlich wieder alleine am Schreibtisch sitzen darf? 

Unsere Gesellschaft ist so heterogen, so divergent, dass es DIE richtige Antwort gar nicht mehr gibt. Jede Organisation und jeder Mensch hat seine eigenen Antworten, im Alltag tolerieren und fördern wir diese Errungenschaft. Wieso noch so selten, wenn es um Arbeit geht? Matching kann bei der Vermittlung beruflicher Partnerschaften einen wesentlichen Beitrag zu einer neuen Art von Ehrlichkeit, Authentizität und Realismus leisten, die unserer Zeit viel gerechter wird, als die angepassten Anschreiben bisheriger Stellenbeschreibungen.
Die Auswahl durch Matching kann damit auf Unternehmens- und BewerberInnenseite von vielen der unbewussten Verzerrungen auf dem Weg zu einer Neueinstellung befreien und deshalb ein wesentlicher Trumpf im Kampf um die besten Talente werden.


Matthias OberstebrinkMatthias Oberstebrink ist Gründer und Geschäftsführer der 2016 gegründeten JobUnicorn GmbH sowie Dozent an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Bereits während des Studiums der Wirtschaftspsychologie sammelte er Erfahrungen in Startups, Personalberatungsunternehmen und psychologischen Unternehmensberatungen in Deutschland und Hongkong. Dabei bemerkte er, dass es in der Bewerbungsphase oft erst in Gesprächen um persönliche Stärken und individuelle Fähigkeiten ging. Gleichzeitig fiel es vielen Bewerbern und Arbeitgebern schwer, ihre Stärken und individuellen Anforderungen konkret zu benennen. Mit JobUnicorn bringen Oberstebrink und sein Team Bewerber mit Unternehmen zusammen, die zu ihrer Persönlichkeit passen.



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Kommentar

  • Laura Neimann

    "Toller Artikel! Wäre spannend zu erfahren, was sich beim Thema "Jobmatching" so getan hat in den letzten zwei Jahren."

    11. März 2019 16:47

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