„Klassisches Handelsgeschäft reicht nicht mehr“
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„Klassisches Handelsgeschäft reicht nicht mehr“

31/01/2019

Services, Content, Communities und ein Award: Wie sich der Multichannel-Sportfachhändler Sportscheck in Zeiten der Digitalisierung neu positioniert.

Wir werden immer fauler, sitzen nur noch rum, klatschen das Licht aus, kaufen per Sprachsteuerung ein und machen Home Office auf der Couch? Essen muss vor allem schnell gehen und einfach sein? Gesundheit und Körperbewusstsein sind egal, weil sowieso alles digital ist? Mitnichten. Tatsächlich ist immer mehr Menschen ein sportliches und aktives Leben wichtig, der Alkohol und Zigarettenkonsum bei Jugendlichen geht zurück. Die Mitgliedszahlen in den Fitness-Studios steigen, mit Wearables und Apps wird der Fitness-Trend digitalisiert. Beste Voraussetzungen also für Sportartikelhändler? Nicht unbedingt. Warum es heute um mehr geht als ein Regal mit Schuhen, erklärt Markus Rech, CEO von Sportscheck.

Markus Rech

Markus, die Digitalisierung hat zu weitreichenden Veränderungen im Handel geführt. Vor welchen Herausforderungen steht speziell ein Sportartikelhändler heute?

Markus Rech: „Mehrere Entwicklungen setzen das Geschäftsmodell der klassischen Sportartikelhändler unter Druck. Zunächst sind Sportartikel, zum Beispiel ein bestimmter Schuh von Nike, absolut vergleichbar. Kunden „stöbern“ meistens nicht, sondern können online direkt nach dem günstigsten Angebot suchen. Der Kundenzugang wird zudem durch die Größe weniger Gatekeeper erschwert und Marken sind zunehmend nicht nur Zulieferer für Händler, sondern treten durch eigenen Online- oder Stationärverkauf in direkte Konkurrenz. Das verringert die Margen. Zudem suchen Kunden heute vermehrt nach Erlebnissen und Convenience. Ein klassisches Handelsgeschäft und operative Exzellenz reichen daher langfristig nicht mehr aus.“


Wie wollt ihr euch zukünftig aufstellen? Was erwarten die Kunden?

Rech: „Sport ist heute verstärkt eine Lebenseinstellung. Bewusste Ernährung und Sport-Communities werden wichtiger. Dem wollen wir gerecht werden. Unsere Vision ist, Sportscheck zum „Treffpunkt für das Erlebnis Sport“ zu machen. Wir werden Ökosystem für Ware, Services, Events, Content und Community im Bereich Sport. Wir bieten der Community mit aktivem und sportlichem Lebensstil nicht nur Sportartikel, sondern auch Content wie Blog-Artikel, Services über Fitfox und Erlebnisse wie den Sportscheck RUN. Perspektivisch werden wir mehr und mehr Angebote für diesen Lebensstil bieten.“


Sportscheck vergibt am 2. Februar 2019 erstmals den MADE FOR MORE Award. Ist dies ein Baustein innerhalb der neuen Positionierung?

Rech: „Ja, der Award ist Teil unserer MADE FOR MORE Kampagne. Mit der Kampagne zeigen wir unsere Kunden mit allen Facetten ihres aktiven und sportlichen Lebensstils. Dazu gehört nicht nur die direkte Sportausübung, sondern viel mehr, wie der Sport ihren gesamten Lebensstil stark beeinflusst. Es geht um Ernährung, Reisen, soziales Engagement, Kreativität. Am 2. Februar ehren wir dann die eindrucksvollsten (Sportler-)Persönlichkeiten. Im Mittelpunkt der Auszeichnung stehen dabei ihre ganz persönlichen Stories, ihre Motivation und ihr Engagement – und weniger der sportliche Erfolg.“


Die Verleihung des MADE FOR MORE AWARDS 2019 wird live im TV von Sport1 übertragen

Markus Rech
 
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