Gestiegene Lebenshaltungskosten: Dämpfer für die Shoppinglaune
Gestiegene Lebenshaltungskosten: Dämpfer für die Shoppinglaune
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Gestiegene Lebenshaltungskosten: Dämpfer für die Shoppinglaune

24/03/2022

Explodierende Energiepreise, Preisrekorde an den Tankstellen und böse Überraschungen im Supermarkt: Die Lebenshaltungskosten sind seit Anfang des Jahres massiv gestiegen. Wie reagieren die Deutschen auf diese Entwicklungen? Die Ergebnisse einer von der Otto Group in Auftrag gegebenen bevölkerungsrepräsentativen YouGov-Studie zum Konsumverhalten zeigen deutliche Ergebnisse.

Wer diese Tage an der Kasse steht, oder eine Rechnung aus dem Briefkasten fischt, erlebt nicht selten ein blaues Wunder. Noch bevor Russland den Krieg mit der Ukraine begann, kletterten die Preise hierzulande in vielen Bereichen in die Höhe und machten sich im Geldbeutel bemerkbar. Laut dem jüngsten HDE-Konsumbarometer sank die Verbraucherstimmung den vierten Monat in Folge.

Eine von der Otto Group durchgeführte YouGov-Studie* bestätigt dieses Ergebnis. Demnach gaben 48 Prozent der Befragten an, in bestimmten Bereichen weniger zu kaufen. 53 Prozent geben weniger Geld für Kleidung und Schuhe und 49 Prozent weniger für Heimtextilien aus. Für Möbel und Innenausstattung geben 44 Prozent weniger Geld aus, gefolgt von Multimedia-Artikeln mit 40 Prozent.

Eine Entwicklung, die auch Konzernunternehmen der Otto Group beobachten: Wir haben in der Planung antizipiert, dass der enorme Corona-Rückenwind des Vorjahres nicht noch einmal kommen wird. Eine Kaufzurückhaltung wegen steigender Energiekosten oder Inflation war – zumindest in diesem Ausmaße nicht eingepreist. Das merken wir in allen Fashion-Sortimenten. Dennoch haben wir unseren Umsatz-Plan übertroffen. Sehr erfreulich haben sich die Home-Sortimente entwickelt, erfreulich die Technik/Freizeit-Sortimente”, fasst Armin Philipp, Bereichsleiter Customer & Sales, die Situation bei Baur zusammen.

Die steigenden Lebenshaltungskosten machen sich auch bei Bonprix bemerkbar: „Auch wir bei Bonprix spüren derzeit eine eingeschränkte Kauflust bei unseren Kund*innen. Einerseits setzen viele verstärkt auf Qualität, Langlebigkeit und nachhaltige Materialien. Andererseits gab ein Viertel der von uns im Februar zu ihrem Konsumverhalten befragten Kund*innen an, in den kommenden Monaten weniger Geld für Kleidung ausgeben zu wollen. Dabei spielen die steigenden Lebenshaltungskosten eine große Rolle: 86 Prozent der Befragten führten an, mit steigenden Kosten zu rechnen. Externe Faktoren wie die Corona-Pandemie und aktuell das Kriegsgeschehen in der Ukraine sorgen zusätzlich für Zurückhaltung, die wir umsatzseitig merken. Mit Blick auf unser starkes Frühjahr- und Sommersortiment, den beginnenden Frühling und die Aussicht auf mehr Corona-Freiheiten mit Reisen und Veranstaltungen hoffen wir aber auf eine gewisse Erholung der Konsumlaune in den nächsten Wochen“, so Kai Heck, Geschäftsführer Finanzen, IT & Services bei Bonprix.

Wie wird es weitergehen? Trotz avisierter Lockerungen der Corona-Maßnahmen und einem stabilen Arbeitsmarkt rechnet der Handelsverband für das kommende Vierteljahr nicht mit einem Aufschwung beim privaten Konsum. Die Gründe dafür seien die verschlechterten Konjunkturprognosen der Verbraucher*innen und ein Rückgang ihrer Einkommenserwartungen bei den gleichzeitig massiv zunehmenden Preissteigerungen für Gas, Benzin und Lebensmittel. Darüber hinaus sei zu erwarten, dass der Krieg in der Ukraine einen längerfristigen Einfluss auf das Einkaufsverhalten haben wird.

Unsere Studie zeigt jedoch auch, dass die Preissteigerungen bei 40 Prozent der Befragten laut eigenen Angaben noch keine Auswirkungen auf ihr persönliches Einkaufsverhalten haben. Die Signale für den Frühling sind also noch gemischt.


*Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.064 Personen zwischen dem 22.02. und 24.02.2022 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
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