Manager Magazin: Verantwortung in Zeiten von Corona?
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Manager Magazin: Verantwortung in Zeiten von Corona?

24/04/2020

Ein aktueller Artikel des Manager Magazins über die Otto Group wirft aus unserer Sicht grundsätzliche Fragen auf: Wie verantwortlich gehen Wirtschaftsjournalisten in diesen, für uns alle sehr heraufordernden Zeiten mit Unternehmen um?

Die Beziehung zwischen dem Manager Magazin und der Otto Group ist in den letzten 15 Jahren durch immer wiederkehrende Geschichten über das baldige Ende unserer Unternehmensgruppe geprägt, zuletzt 2015. Immer mal wieder durchbrochen von fast hymnischen Ehrungen unseres Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Dr. Michael Otto als innovativer Unternehmer und im letzten Jahr durch einen kritischen, aber sehr fairen Artikel über den Gestaltenden Gesellschafter und Nachfolger Benjamin Otto. Soweit, so üblich in der guten, alten Zeit vor Corona. 

Heute hat das Manager Magazin nun plötzlich und unerwartet unter der gerade in der aktuellen Shutdown-Zeit ziemlich unzutreffenden Headline „Lieferprobleme“ die letzte Nahtodgeschichte abgeliefert. These: „Der Konzern hat die Sanierung verschleppt, nun stehen immer mehr Töchter zur Disposition“. Wow, dachten wir heute Morgen beim Lesen: Sanierung? Unternehmensverkäufe? Wir waren gespannt. Doch der Artikel enthielt außer einer Aneinanderreihung von allesamt bekannten Fakten und einer Menge wolkiger Gerüchte schlicht nichts Neues, dafür in Summe viel Falsches. 

Thomas Voigt, Otto Group

Dazu muss man wissen, dass sich die Otto Group nicht zuletzt unter der Ägide des seit 2017 agierenden Konzernchefs Alexander Birken einer sehr offenen Kommunikationspolitik verschrieben hat. Vor drei Jahren hatte er öffentlich eine klare und fokussierte Wachstumsstrategie ausgerufen, die unsere Investitionen auf Konzerngesellschaften wie OTTO, About You, Bonprix, Witt, Crate and Barrel, EOS, Hermes und Mytoys konzentriert. Geplantes, jährliches Wachstum: 4 bis 5 Prozent, was 2022 zu einem Konzernumsatz von 17 Milliarden führen soll – auf vergleichbarer Basis, versteht sich.  

Dass wir an unserer Bilanz arbeiten müssen: kommuniziert und auf gutem Weg. Dass alle anderen Tochterunternehmen aus eigener Kraft wachsen müssen: offen kommuniziert. Dass wir Unternehmen wie SportScheck verkaufen wollen: offen kommuniziert und umgesetzt. 

Dass wir uns bei Hermes mit einem Partner stärken wollen: nicht kommentiert. 

Dass wir außer bei About you nie Börsengänge von Tochtergesellschaften in Erwägung gezogen haben: bekannt. Und dass wir derzeit an keine weiteren Verkäufe denken, auch nicht wie behauptet bei Mytoys und Frankonia: sehr klar kommuniziert. 

Das alles wäre nicht der Rede wert, wenn sich das Manager Magazin nicht die Blöße gegeben hätte, alle Umsatz- und Ertragserfolge der letzten drei Jahre – allein die Fokusgesellschaften wuchsen um jährlich über 8 Prozent – zu verschweigen. Als vermeintliche Schwäche ist ein sehr besonderer Bezugspunkt gewählt: „Im laufenden Jahr“ werde die Otto Group ein „Nullwachstum“ hinlegen. Es ist das Jahr von Corona. Hier, liebe Kolleg*innen vom Manager Magazin, wird es aus unserer Sicht unappetitlich.  

Alle Unternehmen und so auch wir kämpfen gerade darum, die massiven Folgen des weltweiten Shutdowns auf das desaströse Konsumklima und die Arbeitsplätze im Land und in den Unternehmen einzudämmen; viele ringen um ihre Existenz. Wir bei der Otto Group sind durch die Arbeit der letzten Jahre, durch unseren Kulturwandel und unsere starke Position im Onlinehandel vorsichtig optimistisch, möglicherweise sogar gestärkt aus dieser Krise hervor zu gehen. Wir bemühen uns eher redlich, journalistische Zuschreibungen wie „Krisengewinner“ zu relativieren. Aber auch bei uns haben Kolleg*innen und Geschäftspartner Sorgen, wie es angesichts der düsteren Konjunkturprognosen weiter geht.  

In dieser Zeit einen Wirtschaftsjournalismus mit fröhlichem Gerüchte-Mix wie in alter Zeit zu pflegen, wird aus unserer Sicht der gemeinsamen Lage nicht gerecht. Die Journalist*innen dürften in ihren eigenen Häusern ja gerade selbst erleben, wie tief die Krise geht und wie groß der Bedarf an Best Practice, konstruktiver Kritik und zukunftsweisenden Ideen ist. Und selbstverständlich ist es weiterhin das gute Recht und auch die Pflicht von Journalisten, kritisch über Unternehmen zu schreiben. Wir stellen uns dieser Kritik gerne. Aber bitte, ihr lieben Wirtschaftsjournalisten: Überprüft eure Haltung, eure Narrative und eure Erzählweisen, ob sie noch in diese herausfordernde Zeit passen. 


Thomas Voigt, Otto Group

Thomas Voigt ist seit 2004 Vice President Communications and Political Affairs bei der Otto Group, Hamburg. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre begann Voigt seine berufliche Laufbahn als Redakteur bei W&V –Werben & Verkaufen. Von 1989 bis 1997 war er Chefredakteur von W&V und HORIZONT. Von 1997 bis 2004 betreute er als Chefredakteur das Unternehmermagazin Impulse und später das junge Wirtschaftsmagazin BIZZ. Der Handels-, Change- und Kommunikationsexperte wurde 2009 mit dem renommierten Preis „PR-Professional des Jahres“ ausgezeichnet. Für einen frühen Beitrag über Social Media wurde er bereits 2009 von W&V zum „Zeichensetzer des Jahres“ gekürt. 

Thomas Voigt, Vice President Corporate Communications Otto Group

 

 

Kommentare

  • Steve lenka thomson

    Ich konnte nicht glauben, dass ich mich jemals wieder mit meinem Mann vereinen würde. Ich war so traumatisiert, allein mit niemandem zu bleiben, um bei mir zu bleiben und bei mir zu sein, aber ich hatte eines Tages das Glück, diesen mächtigen Zauberwirker zu treffen Dr. Azaka, nachdem er ihm von meiner Situation erzählt hatte, tat er alles Menschenmögliche, um zu sehen, dass mein Geliebter zu mir zurückkehrte. Nachdem mein Mann den Zauber gesprochen hatte, kam er weniger als 24 Stunden zu mir zurück und bat mich, dass er niemals gehen werde Ich wieder, 1 Monat später haben wir uns verlobt und geheiratet. Wenn Sie in der gleichen Situation sind, kontaktieren Sie ihn einfach über: Azakaspelltemple4@gmail.com // whatsapp: + 1 (3 1 5) 3 1 6 - 1 5 2 1 Vielen Dank Viel Sir für die Wiederherstellung meines Ex-Liebhabers

    13/08/2020 13:07Uhr
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