02.
August
2018
Recruiting der Zukunft: Werden Personaler noch benötigt?

Recruiting der Zukunft: Werden Personaler noch benötigt?

  Deborah Cohrs
(Social Advertising Expertin bei jobify)

Die Digitalisierung krempelt die Arbeitswelt radikal um: Berufe verschwinden, ändern sich oder entstehen gänzlich neu. Während manche Fachkompetenz dabei in den Hintergrund rückt, gewinnen wiederum andere Skills an Bedeutung. Nicht nur Bewerber müssen sich dabei zunehmend auf neue Arbeitsumstände und wandelnde Jobprofile einstellen. Auch diejenigen, die einstellen, beschreiten bisher unbekanntes Terrain und finden sich selbst in neuen Arbeitswelten wieder. 

Wie verändert die Digitalisierung das Berufsbild des Personalers?
Und braucht es in Zukunft überhaupt noch Recruiter?

Recruiting in digitalen Zeiten

Insbesondere in den letzten Jahren hat sich das Recruiting stark weiterentwickelt. Steigende Erwartungen der Bewerber an den Arbeitgeber und den Bewerbungsprozess, anspruchsvolle Zielgruppen wie die Generation Y und Generation Z sowie neue Kommunikationsformen erfordern eine Reaktion der Recruiter.

Unterstützt werden diese durch digitale Helfer. Während früher der Alltag eines Recruiters im Durchblättern von gedruckten Bewerbungsmappen lag, schreitet die Digitalisierung in großen Schritten voran und bietet neue, clevere Lösungen. Online-Bewerbungen sind heute aus dem modernen Recruiting nicht mehr wegzudenken. Durchdachte Prozesslösungen steuern Bewerbungen zielsicher zu den richtigen Ansprechpartnern. Mittlerweile kann intelligente Software treffsicher die besten Kandidaten für eine Ausschreibung ausmachen. Apps verschaffen Kandidaten per Swipe den Erstkontakt mit dem Unternehmen. Alles wird schneller und einfacher – und die Bewerber gleichzeitig immer ungeduldiger und auch fordernder.

Paradigmenwechsel: Heute bewerben sich die Unternehmen

Vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels ist der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte hart. „Post and Pray“ gehört längst der Vergangenheit an. „Active Sourcing“ ist das Stichwort. Die Rolle von Recruitern und Bewerbern hat sich gedreht. So müssen Recruiter heute vermehrt Bewerber und potenzielle Kandidaten von der Attraktivität des Arbeitgebers und der Stelle überzeugen. Die Unternehmen buhlen zunehmend um die besten Kandidaten und nicht andersrum. Der Wettbewerb trifft vor allem kleine Firmen und den Mittelstand. Mit dem „Rundum-Sorglos-Parket“, bestehend aus einer attraktiven Brand, Mitarbeiterbenefits und Fitnesskursen im Büro, kann nicht jeder locken.

Gewusst wie: So überzeugen moderne Personaler

Wie kann es trotzdem gelingen, vielversprechende Kandidaten für sich zu gewinnen? Hier gilt es, mit der Unternehmenskultur zu überzeugen. Denn jedes noch so kleine Unternehmen lebt seine Werte und schlussendlich sind Benefits nicht alles. Ein glücklicher Arbeitnehmer sucht allen voran eine angenehme Arbeitsatmosphäre, freundliche Kollegen und Aufgaben, die persönlich zu ihm passen.

Die Herausforderung für die Personaler und das Unternehmen: für die Unternehmenskultur begeistern und die Vorzüge der Tätigkeit im jeweiligen Unternehmen aufzeigen – im Zusammenspiel mit den technischen Möglichkeiten auf dem Markt perfekte Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Recruiting. Denn am Ende kann ein Algorithmus sicherlich die Vorauswahl der Kandidaten treffsicher bestimmen. Die zwischenmenschliche Komponente lässt sich dabei jedoch nur schwer berücksichtigen, hier bleiben Personalmitarbeitende unersetzbar. 

Der Recruiter der Zukunft ist technisch versiert und kennt sich mit diversen Softwarelösungen aus. Dazu muss er neuen Lösungen gegenüber offen sein, denn ein weiteres Tool zur effizienteren Besetzung von Stellen bedeutet auch, dass im Arbeitsalltag mehr Zeit für Entwicklungsthemen bleibt. Kommunikation ist und bleibt einer der wichtigsten Faktoren im Recruiting – und wird in Zukunft noch wichtiger. Recruiter müssen aktiv in den Dialog mit Menschen treten, welche sie für ihr Unternehmen gewinnen wollen – so unterschiedlich die Jobprofile und die Bewerber auch sein mögen. Eine spannende Aufgabe!


Deborah CohrsDeborah ist Social Advertising Expertin und verantwortet das Marketing von jobify. Das Online-Recruiting-Startup bietet eine Job-Matching-Lösung für Unternehmen und Bewerber an und will damit insbesondere auf die Bedürfnisse der Generation Y eingehen. Die Affinität fürs Marketing entflammte bei der gebürtigen Hamburgerin übrigens vor acht Jahren während ihrer Ausbildung bei OTTO. 

Artikelbild: Designed by makyzz / Freepik



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