28.
Januar
2015
„Die Kundinnen sollen selbstbewusster werden“

„Die Kundinnen sollen selbstbewusster werden“

  Nachgefragt bei Anna Scholz
(Plus Size-Designerin für Sheego)

Bereits das zweite Jahr in Folge präsentierte sich Sheego, die Große Größen-Marke des Schwab Versand, in der vergangenen Woche auf der Plus Size-Messe „curvy is sexy“ in Berlin. Mit dabei: Die Designerin Anna Scholz, die ihre neue Frühjahr/Sommer-Kollektion „Anna Scholz for Sheego“ präsentierte. Ottogroupunterwegs befragte die weltweit erfolgreiche Plus Size-Designerin zu den Herausforderungen im Mode-Bereich „Große Größen“.

Frau Scholz, vom 19. bis 21. Januar fand in Berlin wieder die „curvy“ statt. Braucht es denn wirklich eine eigene Messe für Große Größen?

Ja, denn für die Einkäufer ist es praktisch, wenn sie sich alle neuen Kollektionen, die Große Größen anbieten, gemeinsam an einem Ort ansehen können. Aus meiner Sicht könnte die „curvy is sexy“ auch wunderbar im Rahmen der Messe „Premium“ stattfinden. Vielleicht in einem gesonderten Bereich oder in einer eigenen Halle. Immerhin trägt mehr als die Hälfte aller Frauen eine Kleidergröße von 42 oder größer. Es gibt also keinen Grund, warum die Kollektionen für diese Zielgruppe nicht auch auf den herkömmlichen Modemessen präsentiert werden sollten. Nichtsdestotrotz ist die „curvy“ aber eine tolle Plattform für Plus Size-Mode.


Wie kam es denn eigentlich zur Zusammenarbeit zwischen Ihnen und sheego? Und was reizt Sie an der Zusammenarbeit mit einem Multichannel-Händler?

Sheego ist Anfang letzten Jahres auf mich zugekommen und hat mir tolle Ideen für eine Zusammenarbeit vorgestellt. Daher war ich mir auch schon nach wenigen Gesprächen sicher, einen spannenden neuen Partner gefunden zu haben, mit dem ich meine Vorstellungen von Mode gemeinsam umsetzen kann. Da ich schon seit 20 Jahren im Bereich Mode für Große Größen arbeite, ist es für mich außerdem immer wieder spannend, wenn ich Kollektionen für andere Märkte designen und so auch neue Zielgruppen erschließen kann. Durch die Kooperation mit Sheego konnten wir einen besseren Einstiegspreis ermöglichen und die Anna Scholz Signature für noch mehr Frauen erschwinglich machen. Darüber freue ich mich natürlich sehr!


Was ist die besondere Herausforderung daran, Große Größen-Mode zu designen?

Wichtig ist natürlich, dass die Passform der Mode stimmt. Und das ist bei der Vielfalt der Größen gar nicht so einfach und stellt immer wieder eine neue Herausforderung dar. Im Design fühle ich mich bei meinen Kollektionen hingegen überhaupt nicht eingeschränkt! Mir geht es hierbei vor allem darum, die Kundinnen zu ermutigen, bei der Auswahl ihrer Outfits selbstbewusster zu werden. Ich möchte, dass sie mit ihrer Kleidung nicht einfach nur kaschieren wollen, sondern mehr Spaß an der Mode entwickeln! Denn welche tollen Kollektionen es auch im Plus Size-Bereich gibt, hat die „curvy is sexy“ ja gerade erst wieder eindrucksvoll gezeigt.




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Kommentare

  • Anna Scholz

    "Liebe Frau Goebel -
    Danke fuer ihren Kommentar. Erst Mal moechte ich Ihnen die freudige Mitteilung machen , dass unsere Anna Scholz fuer Sheego Kollektion bis zu Groesse 58 erhaeltlich ist. Auch meine eigene Anna Scholz Kollektion ist bis Groesse 54 zu erwerben.
    Ich kann ihnen aus meiner Erfahrung berichten, dass es meistens finanzielle Gruende sind warum Unternehmen ihre Kollektionen nur bis zu einer bestimmten Groesse anbieten. Als Anbieter einer grosse Groessen Kollektion muessen wir jeden Schnitt in jeder Groesse gradieren lassen, was sehr kostspielig ist. ( 'normale' Anbieter verkaufen oft nur 5 Groessen, Sheego zum Beispiel 10 Groessen) Dies bereitet auch Schwierigkeiten in der Produktion, denn viele Fabriken wollen nicht 10 verschieden Groessen pro Design zuschneiden.
    Man muss sich also als Unternehmen sehr genau ueberlegen wie viele Groessen man anbieten kann umd finanziell keine Verluste zu machen.
    Ich hoffe dies beantwortet ihre Frage,
    Mit freundlichen Gruessen

    Anna Scholz"

    02. Februar 2015 15:15
  • Manu Göbel

    "Mir drängt sich bei den Designer-Kollektionen für große Größen immer wieder die Frage auf, warum diese fast immer bei Größe 52 enden? Ist da die Design-Fahnenstange erreicht? Auch andere Designer, die sich ja immer wieder an den Plus Size-Bereich trauen, enden dort. Sehen die Teile an einer 54 oder 56 vielleicht dann doch nicht so aus, das ein Designer damit leben könnte? Oder warum ist das so?"

    30. Januar 2015 02:09

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