Süßer die Kassen selten klingeln – außer in Dänemark: Die Zahlgewohnheiten der Europäer*innen
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Süßer die Kassen selten klingeln – außer in Dänemark: Die Zahlgewohnheiten der Europäer*innen

18/12/2019

Zehn Antworten auf Fragen wie: Warum die Europäer*innen zu spät zahlen? Wer sie erfolgreich daran erinnert? Ob eine Künstliche Intelligenz die Vergesslichkeit mancher beheben kann? Wie viel Unternehmen Mobile Payment anbieten? Und was das alles mit den Dän*innen zu tun hat.

Wir befinden uns mitten im Countdown der Adventszeit. Der Handel steckt in der wichtigsten Phase des Jahres: 475 Euro will jeder Deutsche 2019 laut Statista durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Dieses Jahr könnte das Weihnachtsgeschäft damit sogar die 100 Milliarden-Umsatzmarke knacken, stellt der Handelsverband Deutschland in Aussicht. Wer jetzt schon die Korken knallen hört, irrt sich. Denn „gekauft“ heißt noch lange nicht „bezahlt“. In dieser so umsatzstarken Zeit lohnt es sich, genauer hinzuschauen und zum Beispiel einen Blick in die aktuelle Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2019 des Finanzdienstleisters EOS zu werfen. In dessen Auftrag wurden 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern befragt. Hier kommen die zehn interessantesten Fakten rund um Payment in Europa.

1. Europäische Meisterin

Die Überweisung bleibt die gängigste Zahlmethode, die Unternehmen in Europa anbieten – on- wie offline.

2. Buy now, pay later

Hierzulande ist der Kauf auf Rechnung nach Erhalt der Ware besonders beliebt. 81 Prozent der Unternehmen bieten diese Methode an und gehen damit ein erhöhtes Risiko ein, die Zahlung nicht zu erhalten – im europäischen Schnitt sind es nur 69 Prozent.

3. digitale dänen

Digitale Dänen

Digitale Zahlmethoden können die termingerechte Zahlung wesentlich erleichtern. Doch derzeit setzen nur 27 Prozent der deutschen Unternehmen auf digitale Bezahlwege. Im Nachbarland Dänemark sind es 47 Prozent – Europarekord. Immerhin: Mittlerweile bieten sechs Prozent der deutschen Unternehmen Mobile Payment an, 2018 war es erst ein Prozent.

4. Spendierlaune

Noch nie waren die Europäer*innen so pünktlich, wenn es darum ging, Rechnungen zu begleichen. Rund 84 Prozent der Rechnungen werden im Privatkundengeschäft europaweit termingerecht bezahlt, in Deutschland sind es sogar 88 Prozent. Allerdings: Wenn die Konjunktur schwächelt, dann schwächelt auch die Zahlungsmoral. Fast jedes vierte Unternehmen in Deutschland (24 Prozent) erwartet in den nächsten zwei Jahren eine Verschlechterung der Zahlungsmoral. (Europa: 15 Prozent)

5. Zeitgeschenk

Das Privatkunden gewährte durchschnittliche Zahlungsziel beträgt in Europa 22 Tage. Kommt es zum Verstreichen der Zahlungsfrist, müssen deutsche Unternehmen im Schnitt noch einmal weitere 22 Tage auf ihr Geld warten.

6. gedächtnislücke

Gedächtnislücke

Wer seine Rechnung nicht begleicht, ist nicht unbedingt knapp bei Kasse. Die Hälfte der europäischen Unternehmen nennt neben kurzfristigem Liquiditätsengpass und Überschuldung auch „Vergesslichkeit“ als Grund für unpünktliche Zahlung seiner Kunden.

7. sicher ist sicher

Um sich gegen Zahlungsausfall zu schützen, setzen 85 Prozent der deutschen Unternehmen auf die Bonitätsprüfung. Der europäische Schnitt liegt bei 47 Prozent.

8. Outsourcing

Was, wenn der Kunde die Rechnung nicht bezahlt? Europaweit setzen schon vier von zehn Unternehmen auf externe Dienstleister, um offene Forderungen einzuziehen. In Deutschland sind es erst drei von zehn.

9. Ladebalken

Die Digitalisierung der Mahnprozesse wird das Management der Forderungen wesentlich erleichtern. Allerdings verfügt erst ein Prozent der deutschen Firmen über vollständig digitalisierte Mahnprozesse. Europaweit sind es 17 Prozent.

10. Hoffnungsträger

Hoffnungsträger

Künstliche Intelligenz kann die Fehlerquoten im Forderungsmanagement „revolutionär minimieren“. Davon sind 30 Prozent der Finanzentscheider*innen überzeugt. Fast jedes fünfte Unternehmen in Europa gibt sogar an, es nicht abwarten zu können, mit KI im Forderungsmanagement zu arbeiten.

Mehr Fakten? Den vollständigen Studienbericht gibt es im EOS Newsroom zum kostenlosen Download.

Redaktion ottogroupunterwegs
 
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