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Zukunft bringt "Kundenfokussierung ungeahnten Ausmaßes"

25/07/2014

Die Digitalisierung des Handels wird unser Leben von morgen fundamental verändern. Wie dies aussehen könnte, beschreibt Dr. Rainer Hillebrand, Stv. Vorstandsvorsitzender der Otto Group.

Die Zukunftsprognosen für den E-Commerce sind vielfältig. Zweifellos wird die Digitalisierung des Handels unser Leben von morgen fundamental verändern. Wie dies aussehen könnte, haben wir Dr. Rainer Hillebrand, Stv. Vorstandsvorsitzender der Otto Group, Konzern-Vorstand Konzernstrategie, E-Commerce, Business Intelligence, gefragt:

Was, glauben Sie, wird in fünf Jahren im E-Commerce möglich sein, was bislang nur in der Theorie existiert?

Dr. Rainer Hillebrand, Stv. Vorstandsvorsitzender der Otto Group„In ein paar Jahren werden wir erleben, dass die heutigen Nachteile des Online-Shoppings  – z.B. fehlende Haptik und persönliche Beratung, sofortige Verfügbarkeit, etc. – durch technologische (z.B. eSense Technologie, intelligente Empfehlungs- und Beratungssysteme) und logistische Lösungen (z.B. Same-Day-Delivery) weitgehend verschwinden werden.  

Gleichzeitig wird der stationäre Handel radikal digitalisiert und virtualisiert (z.B. vollständige Transparenz über die in den Geschäften verfügbare Ware), was in Summe zu einer „echten“ Verschmelzung der Vertriebskanäle (Seamless Shopping) führen wird.  

Mithilfe von Big Data und Predictive Analytics werden Händler ihre Kunden noch massiv besser verstehen, ihre Bedürfnisse sogar voraussehen können, um anschließend durch effizient funktionierende Systeme und Prozesse solche Bedürfnisse zu erfüllen und den Kunden zu begeistern – in Folge dessen werden wir eine Kundenfokussierung bislang ungeahnten Ausmaßes erleben. 

So wird u.a. das „Internet of Things“ dazu führen können, dass auch im Haushalt jedes „Gerät“, z.B. jeder Kühlschrank, eine IP-Adresse hat und u.a. Daten verfügbar sind, die Aufschluss darüber geben, wann welche Nahrungsmittel „zur Neige“ gehen und bestellt werden müssen (hieraus können u.a. völlig neue „Replenishment-Geschäftsmodelle“ entstehen).   

Smartphones und Wearables werden zunehmend die Rolle eines persönlichen Assistenten übernehmen, der den Weg von Inspiration bzw. Bedarf zum Kauf auf das Minimum verkürzt (visuelle Suche, mobile Bestellung, mobile Zahlungssysteme) … und Spracherkennung wird so perfektioniert sein, dass wir vermutlich keine Tastaturen mehr benötigen – Siri wird’s richten … 

Durch massive Fortschritte bei der Entwicklung und Verbreitung von 3D-Druckern kann es gar möglich sein, dass wir z.B. keinen Sportschuh mehr bestellen, der aus dem Lager nach Hause geliefert wird, sondern nur noch eine Datei, die wir in unseren Home-3D-Drucker laden, der uns den gewünschten Schuh (natürlich individualisiert und maßgefertigt) „ausdruckt“.“  


Die Frage stellte Anja Schlumberger, Sprecherin der Otto Group.


Foto: Show-shot-Foto – Fotolia.com

Redaktion ottogroupunterwegs
 

Kommentare

  • Uwe Wagner

    Sehr interessanter Beitrag. Habe gerade ein neues "same-day-delivery" Modell hier in San Francisco kennen gelernt, welches genau in die Vision von Rainer Hillebrand zu passen scheint. Damit koennten die fuer tot erklaerten brick & mortar Laeden ein revival erfahren,indem sie sich mobilen Applikationen, Big Data und BI, und Cloud Computing oeffnen. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben. Jetzt braucht es visionaere Unternehmer und innovative e-commerce Loesungen, wie zum Beispiel der von Instacart San Francisco, die bereits mit $400 Millionen bewertet werden.

    28/07/2014 20:10Uhr
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