Trendwörter 2021 #3: Zoom-Fatigue
Trendwörter 2021 #3: Zoom-Fatigue
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Trendwörter 2021 #3: Zoom-Fatigue

28/05/2021

Corona hat innerhalb kurzer Zeit dafür gesorgt, dass sich unsere Gesellschaft und Kultur radikal verändert haben. Die Prozesse und unsere Realität werden durch Sprache sichtbar und Gefühle lassen sich besser ausdrücken. In dieser Blogserie schauen wir anhand von neuen Wortschöpfungen auf die Dynamiken, die uns am stärksten beschäftigen.


Spätestens mit den Kontaktbeschränkungen und dem Wechsel ins Home-Office im März vergangenen Jahres sind sie im Alltag vieler Berufstätiger allgegenwärtig: Die Video-Calls.

Plötzlich werden größere und kleinere Meetings, Brainstormings und der kurze Austausch zwischen Kolleg*innen nur noch virtuell abgehalten. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage hat aktuell ein Drittel derjenigen, die beruflich Videoanrufe tätigen, einen bis fünf dienstliche Video-Calls pro Tag. Ein gutes weiteres Drittel videotelefoniert sogar zwischen fünf und zehn Mal pro Tag. 27 Prozent führen sogar mehr als zehn Videoanrufe täglich. Auch in der Otto Group ist die Remote-Work-Quote und damit die Anzahl der Video-Chats konzernweit sehr hoch.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Videotelefonie kann Abstimmungen effizienter machen, ermöglicht Flexibilität, hat einen positiven Effekt auf die Nachhaltigkeit und schützt vor allem vor einer Ansteckung. Dank Teams, Zoom, Skype und Co. sind die Kolleg*innen stets nur einen Mausklick entfernt.

Dennoch: Trotz der Vorteile können die Videoanrufe zur Belastung werden. Viele haben in den letzten Monaten nach zahlreichen virtuellen Meetings ein Gefühl der Videokonferenz-Müdigkeit an sich festgestellt. Die Zoom-Fatique.

Das Institut für Beschäftigung und Employability IBE hat sich mit diesem Phänomen beschäftigt und herausgefunden, dass circa 60 Prozent der Befragten eine Zoom-Ermüdung verspüren. Selbst Zoom-Chef Eric Yuan kennt diese spezielle Erschöpfung, die von Video-Calls ausgeht.


Zoom-Fatigue Lautschrift
Zoom-Fatigue Lautschrift

Die gute Nachricht: Es gibt ein paar Tipps & Tricks für alle, die dieses Gefühl kennen.

1. Weniger Selbstbewertung
Während einer Videokonferenz sind wir unnatürlicher Weise dauerhaft mit unserem Spiegelbild konfrontiert und sitzen, zumindest gefühlt, auf dem Präsentierteller. Das führt nicht selten zu einer permanenten Überprüfung des eigenen Wirkens auf andere. Immerhin ist es zwei Dritteln wichtig, möglichst gut auszusehen. Purer Stress. Die Selbstansicht lässt sich jedoch häufig in den Einstellungen ausschalten. Alternativ tut es auch ein Post-It.

2. Kommunikationsregeln
Videoanrufe verlangen mehr Aufmerksamkeit, da viele Menschen gleichzeitig zu sehen sind und diese häufig durcheinanderreden. Das Einigen auf bestimmte Kommunikationsregeln, beispielsweise das virtuelle Handheben als Zeichen, wenn man etwas beitragen möchte, oder die Benennung eines Moderators oder einer Moderatorin, schafft Abhilfe.

3. Zeitliche Begrenzungen für Calls
Pausen zwischen den Meetings sind ein sinnvolles Mittel zur Vermeidung von Zoom-Fatique. Den Anschlusstermin einfach mal fünf Minuten nach der vollen Stunde einstellen – die Kolleg*innen werden es danken.

4. Bewusstsein schaffen
Nach über einem Jahr virtueller Meetings fühlt sich der Ausnahmezustand häufig nach Alltag an. Es kann helfen, sich ins Gedächtnis zu rufen, warum wir und unsere Gesprächspartner*innen mal wieder vor einer Kamera sitzen: Um uns und andere zu schützen und die Corona-Pandemie einzudämmen.

5. Darüber reden
Probleme anzusprechen, ist häufig der erste Schritt, mit ihnen umzugehen. Ein offenes Gespräch mit den Kolleg*innen kann helfen, gemeinsam Lösungen zu finden. Wir sind nicht allein mit unseren Gefühlen. Zeit, darüber zu sprechen.

Videokonferenzen haben die Arbeitswelt verändert. Dank der Implementierung von Microsoft 365 im August 2017 in der Otto Group war es uns möglich, unseren Arbeitsalltag reibungslos in den digitalen Raum zu verlagern. So konnten rund 90 Prozent der kaufmännischen Mitarbeiter*innen über Monate hinweg mobil arbeiten und tun dies noch. Und zukünftig? Die Tendenz ist eindeutig: Zum New Normal gehört das mobile Arbeiten ganz selbstverständlich dazu. Auch wenn der digitale Wandel Herausforderungen bereithält, ist unsere Haupterkenntnis bislang, dass fast alle Kolleg*innen auch weiterhin (mehrheitlich) remote arbeiten möchten.


TRENDWÖRTER 2021 #1: VIVA LA VELORUTION

Im ersten Teil der Serie zu aktuellen Trendwörtern haben wir uns mit der Velorution, der Fahrradrevolution, beschäftigt.
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TRENDWÖRTER 2021 #2: COFIT IN COVID-ZEITEN

Bewegung und Ausgleich sind aktuell wichtiger denn je. Im zweiten Teil der Blogserie befassen wir uns mit dem Trend „cofit“, also Fitness während der Coronavirus-Pandemie.
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Redaktion ottogroupunterwegs
 
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