Turn it off! Warum der Wunsch nach analogen Stunden im digitalen Zeitalter steigt
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Turn it off! Warum der Wunsch nach analogen Stunden im digitalen Zeitalter steigt

16/07/2019

Der Wunsch nach mehr Abstand zur digitalen Welt steigt zunehmend. Immer öfter legen Verbraucher ihr Smartphone oder andere Kommunikationsgeräte beiseite. Woran liegt das? Die Beweggründe sind mannigfaltig.

Smartphone, Tablet und Co. sind in der heutigen Zeit ein fester Begleiter im Alltag. Sei es geschäftlich oder privat, ein jeder kann Informationen digital abrufen. Die Gemeinschaftsstudie der Otto Group und des ECC Köln konnte feststellen, dass sich gerade bei der jüngeren Generation eine Kehrtwende weg von der Dauererreichbarkeit und hin zu analogen Phasen beobachten lässt.

Die Möglichkeit der digitalen Informationsbeschaffung stellt für viele Menschen eine Bereicherung in ihrem Alltagsgeschehen dar. Sie sind unabhängig und können Informationen mit ihren digitalen Technologien individuell nutzen. Kaum jemand ist heutzutage noch ohne eine digitale Informationsquelle unterwegs. Trotz des Mehrwertes dieser Informationsbeschaffung: Viele Menschen sehnen sich nach analogen Zeiten im Alltag, danach, einfach mal abschalten zu können - im wahrsten Sinne des Wortes. Wie groß dieser Wunsch ist, hängt jedoch sehr stark vom Alter des Befragten ab, so das Ergebnis der Gemeinschaftsstudie¹ der Otto Group und des ECC Köln:

Wunsch nach analogen Phasen steigt

Überraschend: Insbesondere sehr junge Menschen (53 Prozent) wollen sich ab und an den digitalen Technologien entziehen und eine analoge Phase einlegen. Die Generation im Alter von 60 Jahren oder mehr hingegen, verspürt diesen Wunsch weniger (34 Prozent). Mit steigendem Alter sind analoge Phasen in Bezug auf digitale Technologien also weniger gefragt und nehmen deutlich ab.

Doch der Wunsch nach mehr Abstand zur digitalen Welt steigt. Wir wollten es genau wissen und haben 1.000 Personen bei einer Online-Umfrage nach ihren Beweggründen dafür befragt, Kommunikationsgeräte auch mal links liegen zu lassen. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) sprach sich hier für mehr analoge Phasen im Alltag aus.

Dabei wird digitale Abstinenz allerdings sehr unterschiedlich definiert. Es muss nicht immer gleich das Ausschalten aller digitalen Technologiegeräte bedeuten. Jeder findet für sich einen Weg, sich der digitalen Informationsflut zu entziehen. Die analoge Phase kann auch das Ignorieren oder Stummschalten der Geräte sein. Eine Zeit, in der digitale Geräte keinerlei Beachtung finden. Für einen Großteil gilt dabei das stundenweise Ausschalten mindestens eines Geräts bereits als analoge Zeit. Die wenigsten nur halten eine monatelange Abschaltung ihrer Geräte aus (3 Prozent). Bei immerhin 24 Prozent müssen es mehrere Tage sein, an denen mal Pause ist.

Doch woher rührt das Verlangen, sich den digitalen Informationen zu entziehen? Für viele Menschen steht die Ruhe im Mittelpunkt. Sie wollen durch die Abwesenheit von Smartphone und Co. zurück zu sich und ihrer inneren Ruhe finden. 33 Prozent der Befürworter analoger Phasen sind schlichtweg von den vielen gelieferten Informationen überfordert. Zudem nehmen die digitalen Technologien einen massiven Teil ihrer Zeit in Anspruch, den sie lieber mit anderen Beschäftigungen füllen wollen. 38 Prozent setzen daher ihre Priorität fernab von digitalen Geräten und nehmen sich eine digitale Auszeit. Doch auch der Verlust der Relevanz von Informationen kann ein Grund für das Einhalten der analogen Zeiten sein. So lassen sich relevante Informationen besser selektieren, ohne dass sie an Bedeutung verlieren.

Die Herausforderung in der heutigen Zeit ist es, ein Gleichgewicht zwischen seinen Online- und Offlinephasen im Leben zu schaffen, sodass innerliche Ruhe und Digitalisierung im Einklang miteinander bestehen können.


¹Die Studie „Handel mit der Zukunft“ des ECC Köln und der Otto Group nimmt die Digitalisierung der Gesellschaft, digitale Technologien und im Speziellen den Umgang mit Daten und Datenfreigaben in den Blick und analysiert, unter welchen Voraussetzungen sich digitale Angebote auf Konsumentenseite etablieren. Hierfür wurden im Januar 2019 zwei Fokusgruppen und fünf Tiefeninterviews mit Personen im Alter von 18 bis 49 Jahre an zwei Standorten in Deutschland durchgeführt sowie im März 2019 2.000 Internetnutzer im Alter von 18-69 Jahren befragt. Die Studie kann im Onlineshop des IFH Köln bestellt werden: www.ifhshop.de/handel-mit-der-zukunft

Redaktion ottogroupunterwegs
 
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