Wie bonprix nach weiblichen IT-Talenten sucht
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Wie bonprix nach weiblichen IT-Talenten sucht

17/12/2018

Noch immer ist das Bild des klassischen ITlers von männlichen Stereotypen geprägt. Dies will der Online-Modehändler bonprix ändern und hat deshalb eine Coding Challenge speziell für Frauen ausgerufen.

Auf der Suche nach IT-Talenten werden Unternehmen immer kreativer, darunter auch der Online-Modehändler bonprix. Mit einer Coding Challenge nur für Frauen will das Unternehmen vor allem den weiblichen Nachwuchs auf sich als Arbeitgeber aufmerksam machen. Zu den Hintergründen der außergewöhnlichen Aktion fragten wir bei Mit-Initiatorin Olga Gräfenstein nach, Content-Marketing-Expertin bei bonprix.

Olga, bonprix hat erstmals eine Coding Challenge nur für Frauen gestartet, die noch bis Ende April 2019 läuft. Was genau passiert da?

Olga Gräfenstein

Olga Gräfenstein: „Für unsere Coding Challenge suchen wir weibliche IT-Talente, die sich noch im Studium beziehungsweise in der Ausbildung befinden und ihre Developer-Expertise in der Praxis erproben wollen. Damit wollen wir Frauen in der IT gezielt fördern und ein klares Statement für Diversity setzen. Eine Teilnahme an unserer Coding Challenge ist bis zum 30. April 2019 möglich. Unter allen Einsendungen wählt unsere Fachjury drei Gewinnerinnen aus, die sich über Preisgelder in einer Gesamthöhe von 6.000 Euro freuen dürfen. Einen Überblick über die Coding Challenge und alle Details zur Aufgabenstellung können hier eingesehen werden.“


Warum spricht bonprix explizit den weiblichen IT-Nachwuchs an?

Olga: „Es ist ein Fakt, dass Frauen in der IT deutlich unterrepräsentiert sind. Mit der Coding Challenge wollen wir talentierte Studentinnen und Auszubildende gezielt fördern. Die Gewinnprämie ist dabei vergleichbar mit einem einmaligen Stipendium. Außerdem machen wir mit unserer Coding Challenge auf das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen in der IT aufmerksam. Diversity beginnt mit der Akzeptanz dieser Ungleichheit. Wenn wir das gesellschaftliche Bewusstsein für dieses Ungleichgewicht schärfen, dann leisten wir einen wertvollen Beitrag, um Diversity in all ihren Nuancen zu leben. Denn: Programmieren ist und bleibt die Sprache der Digitalisierung und sollte von Frauen wie auch von Männern fließend gesprochen werden.“


Woran hakt es Deiner Erfahrung nach, dass so wenige Frauen eine Karriere im IT-Bereich starten?

Olga: „Ich persönlich glaube, dass Mädchen nicht beziehungsweise nicht genug dazu ermutigt werden, sich mit IT-Themen auseinanderzusetzen. Das beginnt bereits in frühen Kindheitstagen und manifestiert sich im Teenager-Alter. Niemand wird als IT-Talent geboren. Ein ausgeprägtes Interesse für etwas – so auch für IT – entsteht über eine gezielte Förderung. Frauen werden vorrangig im geisteswissenschaftlichen Bereich verortet. Dieser gesellschaftliche Blick auf die ‚weibliche Rolle‘ führt zu einem Selbstverständnis, das in einer Self-fulfilling Prophecy gipfelt. Auch die Medien tun ihr Übriges dazu. Hier existiert ein exaktes Bild, wie IT funktioniert und wie der typische ITler aussieht. Dieses Bild ist nur zu oft von männlichen Stereotypen geprägt. Aber auch hier tut sich einiges! Formate wie Coding-Camps für Frauen – wie zuletzt von OTTO initiiert – führen zu einem Umdenken und schaffen ein neues Verständnis von dem, was IT wirklich ausmacht.“

In der Coding-Challenge sucht Ihr nach einem neuen Ansatz für Produktbewertungen. Gibt es Themen, die im Bereich Tech ganz besonders nach der weiblichen Handschrift schreien?

Olga: „Ob es Tech-Themen gibt, die eine weibliche Handschrift verlangen, kann ich nicht beurteilen. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass Diversität das Fundament für exzellente und unkonventionelle Ergebnisse bildet. Je vielfältiger das Team, das gemeinsam an einer Lösung arbeitet, desto kreativer die Herangehensweise. Das gilt für alle Fachbereiche. Im Idealfall regt Diversität den Austausch untereinander an und sorgt dafür, dass ein Problem aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Außerdem rücken wir bei bonprix unsere Kundin in den Fokus aller Projekte und Maßnahmen. Sich als Mann in unsere weibliche Kundschaft hineinzuversetzen, stellt für Männer in der Regel eine größere Herausforderung dar als für Frauen. Und auch aus diesem Grund liegt uns viel daran, das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in der IT aufzulösen.“


Lesetipp

Du willst mehr zum Thema Frauen und IT wissen? Dann schau gerne mal auf unserer Corporate Website vorbei, wo wir zu dem Thema ein Online-Dossier zusammengestellt haben: „Women in Tech: Warum die Digitalisierung Frauen braucht“.

Redaktion ottogroupunterwegs
 

Kommentare

  • Viola Flambe

    Danke für die Coding Challenge. Bitte weiter so.

    17/12/2018 22:42Uhr
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