07.
Juli
2016
Youtube Shoppable Trueview Ads: Eine Option für Händler?

Youtube Shoppable Trueview Ads: Eine Option für Händler?

  Chantal Nock
(Senior Online Marketing Manager, SportScheck)

Chantal NockMit einem Anteil von 52 Prozent Unique Usern (Statista) ist Youtube in Deutschland die reichweitenstärkste Videoplattform. Die sogenannte TrueView In-Stream Werbung ist eine Variante, um darauf online Produkte zu vermarkten. Diese erscheint beispielsweise als Pre-Roll vor einem regulären Youtube Video. Ein weiterer Weg, User an dieser Stelle zu Impulskäufen zu animieren, ist das Einblenden von Shopping Cards. Hierdurch könnten VideoAds nicht nur zum Branding genutzt, sondern auch verstärkt als Performancekanal aufgebaut werden. 

Schon während der Beta-Phase konnte SportScheck das Feature testen in Zusammenarbeit mit dem Otto Group Innovation Management*. Dabei setzte das Unternehmen auf unterschiedliche Videoanzeigen mit Produktbezug, um Kunden konkrete Produktvorschläge zu machen. Ziel: Erzeugung von qualifiziertem Traffic durch Produkteinblendungen im nativen Kontext. 

Da bei Aktivierung des Features bzw. bei der Verbindung zum Google Merchant Center die Produkte dynamisch zugeordnet werden, war der Einrichtungsaufwand überschaubar. Die Shoppable Ads wurden auf allen Devices und, durch Targeting auf Geschlecht und Outdoor-Interesse, Zielgruppengerecht ausgespielt.  

Sportscheck testete In-Video Shopping Ads unter anderem bei diesem Video.

Obwohl die VideoAds ansonsten gut performed haben (Google Adwords), wurde durch die Shoppable Ads keine Erhöhung der Conversion von SportScheck beobachtet. Dafür gibt es mehrere mögliche Erklärungen: 

  • VideoAds werden vor dem eigentlich vom Nutzer gesuchten Video abgespielt. Die Bereitschaft der Nutzer sich inspirieren zu lassen ist also fraglich und tatsächlich sind auch die Views an dieser Stelle keine belastbare KPI.
      
  • Nutzer haben auch auf Youtube gelernt, Werbung zu umgehen und surfen z.B. in einem weiteren Tab im Browser bis die Werbung durchgelaufen ist.
     
  • Aber selbst wenn sich ein Nutzer die VideoAd bewusst anschaut, ist die Kennzeichnung der möglichen Produktanzeige mit einem weiß hinterlegten Info-Icon in der oberen, rechten Ecke sehr dezent. Eventuell kennen die Nutzer die dahinterliegende Funktion nicht. Im Moment stehen jedoch keine umfänglichen Auswertungsmöglichkeiten durch Youtube/ AdWords zur Verfügung, um diese Vermutungen zu prüfen.
     
  • Weiterer Nachteil ist, dass beim Merchant Center nur die Kategorie und nicht die konkreten Produkte ausgewählt werden können. 

Obwohl die Tests keine Auswirkung auf den Traffic oder die Conversion gezeigt haben, bleibt das Feature weiterhin im Fokus. Die Einbindung kann kostenlos vorgenommen werden und der Aufwand ist überschaubar. Nächste spannende Möglichkeiten ergeben sich vor allem durch die Weiterentwicklung zu PLAs (Product Listing Ads) und Shoppable Ads in Drittvideos.  

Fazit: Shoppable Ads sind kein Performance Tool, Sales werden damit (noch) nicht generiert. Allerdings gibt es einen Branding Effekt, und wir sehen in den VideoAds eine immer größere produktbezogenere Tendenz. Wir haben unsere Verbesserungsvorschläge an Google weitergegeben und freuen uns auf die nächste Ausbaustufe dieser für uns spannenden Technologie.


*Das Innovation Management der Otto Group scannt laufend den Markt in Hinblick auf Neuerungen mit Technologiebezug, die hohes Marktpotenzial oder starken Einfluss auf das Kerngeschäft des Unternehmens vermuten lassen und initiiert mit Partnern aus dem Konzern gemeinsame Pilotprojekte. Das Expertenteam ist Teil des gut 30-köpfigen E-Commerce Competence Centers der Otto Group.



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