
Die Klimakonferenz in Paris ist beendet. Über die Bedeutung des historischen Ergebnisses und wie es jetzt weitergehen muss, spricht Dr. Michael Otto.
Vor einigen Tagen habe ich hier an gleicher Stelle meine Erwartungen an die UN-Klimakonferenz in Paris formuliert. Trotz der Enttäuschungen über den Ausgang der vorherigen Konferenzen war ich optimistisch, dass die Staatengemeinschaft einen Fortschritt erreichen würde, dass Paris ein Wendepunkt in der Energie- und Klimapolitik bedeuten könnte. Am vergangenen Samstag ist die Weltklimakonferenz nun mit einem für Viele historischen Ergebnis zu Ende gegangen: die mehr als 190 Mitgliedstaaten haben sich einstimmig auf ein verbindliches und global gültiges Klimaabkommen geeinigt, das eine Begrenzung der Erderwärmung zwischen 1,5 und 2 Grad festschreibt.
Ich persönlich empfinde den Ausgang der Verhandlungen als einen
großen Erfolg, der allerdings längst überfällig war. Denn die Weltgemeinschaft
hat sich viel zu lange Zeit gelassen, wirksame Lösungen für den Schutz des
Weltklimas zu erarbeiten. Nach harten Verhandlungen wurden jetzt jedoch zum
ersten Mal die globalen Handlungsnotwendigkeiten und das Gemeinwohl von Mensch
und Natur den nationalstaatlichen Interessen gleichgestellt.
Paris hat nun die Grundlage für mehr Planungs- und Investitionssicherheit für Unternehmen geschaffen, die im unternehmerischen Klimaschutz vorangehen wollen. Die Otto Group engagiert sich bereits seit Jahren mit vielfältigen Aktivitäten zur CO2-Verringerung im Kontext ihrer eigenen Klimaschutzstrategie; darüber hinaus setzt sie sich im Rahmen der „Stiftung 2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ zusammen mit anderen Unternehmen für den politischen Diskurs ein und zeigt praktische Lösungen für einen wirksamen Klimaschutz auf. Doch gerade jetzt, nach dem Pariser Abkommen, sind unbedingt weitere konkrete Schritte zur Umsetzung erforderlich. Sowohl durch die richtigen Instrumente auf nationaler Ebene, aber auch auf europäischer Ebene, z. B. durch eine weitergehende Reform des EU-Emissionshandels.
Aus diesem Grund hat die Otto Group zusammen mit anderen Unternehmen und Verbänden aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft eine Erklärung zum Klimaabkommen von Paris unterzeichnet. Darin fordern wir die deutsche und europäische Politik auf, durch klimafreundliche Rahmenbedingungen die mit dem Pariser Abkommen verankerte Entkoppelung der Emissionen und des Wirtschaftswachstums sowie die Trendwende bei Investitionen hin zu CO2-armen Technologien auf ein festes Fundament zu stellen.
Ich appelliere eindringlich an die Politik, diese einmalige Chance wahrzunehmen und zu beweisen, dass Klimaschutz und Wirtschaft sich ergänzen. Die Pariser Konferenz war eine wichtige Etappe im Kampf gegen die globale Erwärmung und ein Schlüsselmoment in der Geschichte des globalen Klimaschutzes. Jetzt aber ist eine konkrete Umsetzung notwendig.
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